Film und Diskussion in Dresden: Hat der Wiederaufbau Rechtsextreme gestärkt?
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Film und Diskussion in Dresden: Hat der Wiederaufbau Rechtsextreme gestärkt?

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10:56 09.02.2021
Blick über den Dresdner Neumarkt mit der Frauenkirche. Der dänische Regisseur Hans Christian Post stellt in seinem Dokumentarfilm „Wohin mit der Geschichte?“ die Frage, ob der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt zum Aufschwung rechtsextremer Bewegungen beigetragen haben kann.
Blick über den Dresdner Neumarkt mit der Frauenkirche. Der dänische Regisseur Hans Christian Post stellt in seinem Dokumentarfilm „Wohin mit der Geschichte?“ die Frage, ob der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt zum Aufschwung rechtsextremer Bewegungen beigetragen haben kann. Quelle: Archiv/Ralf Hirschberger/dpa
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Dresden

Der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadt Dresden gilt als Erfolgsgeschichte der deutschen Wiedervereinigung. Aber kann die Rekonstruktion der historischen Bauwerke rechtsextreme Bewegungen gestärkt haben? Diese auf den ersten Blick provokante Frage wirft der dänische Dokumentarfilmer Hans Christian Post in seinem Film „Wohin mit der Geschichte?“ auf. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass die barocken Fassaden der wieder aufgebauten Innenstadt seit 2015 immer wieder von Rechtsextremen als Kulisse für ihre Demonstrationen benutzt wird.

Streaming und Videochat im Rahmen der Reihe „Von Frust und Freiheit“

Hans Christian Post hat sich mit dem Anliegen an die DNN gewandt, den Film in Dresden zu zeigen und hier vor Ort darüber zu diskutieren, ob Architektur tatsächlich die politische Entwicklung in einer Stadt nachhaltig beeinflussen kann. Weil es in Zeiten der Pandemie schwierig ist, Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen mit Publikum zu organisieren, und weil der Film mit seiner Sichtweise in die Online-Filmreihe „Von Frust und Freiheit“ passt, die der Johannstädter Kulturtreff e. V. ins Leben gerufen hat, haben sich die Dresdner Neuesten Nachrichten und der Kulturtreff entschlossen, den Film am Sonntag, dem 14. Februar gemeinsam in dieser Filmreihe zu präsentieren.

Zuerst wird es ab 17 Uhr ein Streaming des Films geben. Um 19 Uhr bekommt das interessierte Publikum dann in einer Videokonferenz über das System „Zoom“ die Gelegenheit, mit dem Dokumentarfilmer sowie Mitgliedern der DNN-Redaktion über den Film und seine These zu diskutieren sowie eigene Erfahrungen auszutauschen.

Moderator Tobias Strahl schaltet sich aus Sarajevo zu

Der promovierte Kunsthistoriker Tobias Strahl wird die Videokonferenz moderieren. Der 42-Jährige ist in Dresden geboren und aufgewachsen, verfolgt seit vielen Jahren die Debatte um das Dresdner Kulturerbe und hat dazu auch wissenschaftlich publiziert. Er wird sich aus Sarajevo zuschalten, denn er beschäftigt sich zurzeit als interkultureller Einsatzberater der Bundeswehr mit Denkmalpflege, Kultur und Kulturschutz in Konflikten, war auch im Kosovo und in Afghanistan im Einsatz.

„Wohin mit der Geschichte“, Online-Filmreihe „Von Frust und Freiheit“, Sonntag, 14. Februar, 17 Uhr (Film) und 19 Uhr (Videokonferenz). Die Zugangsdaten gibt es per E-Mail an kontakt@johannstaedterkulturtreff.de. Die Zahl der Teilnehmer an der Videokonferenz ist begrenzt. Bitte geben Sie deshalb an, ob Sie an diesem Gespräch teilnehmen möchten.

Von Holger Grigutsch