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Lokales Festung wird Stadtgeschichte auf neue Weise audiovisuell erlebbar machen
Dresden Lokales Festung wird Stadtgeschichte auf neue Weise audiovisuell erlebbar machen
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16:32 09.05.2019
Beispielhafte Demonstration einer audiovisuellen Szene an die Mauern der Festung Dresden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Dresden bekommt ein Museum, wie es so in Deutschland noch keines gebe. Und zwar in der Festung Dresden unter der Brühlschen Terrasse, dem ältesten, original erhaltenen Teil der Stadt.

Virtuelle Szenen mittels Beamern und modernem Audio-System

Mit Hilfe von digitalen 360-Grad-Projektionen durch 34 Hochleistungsbeamer und einem modernen Audio-System soll Dresdner Geschichte in den historischen Gewölben in zehn Szenen erlebbar werden. Wiedereröffnung sei im Spätherbst. Ein genaues Datum steht noch nicht fest.

360-Grad-Projektion in der Festung Dresden. Jeder Besucher bekommt für den Rundgang Kopfhörer für sein ganz spezielles Hörerlebnis. Quelle: Dietrich Flechtner

Im Zwinger wird es zweites Xperience-Angebot geben

Vermarkten wollen die Schlösser und Gärten Sachsen das neue museale Erlebnis unter der Marke „Dresden Xperience“. Diese soll ab Juni 2020 dann noch ein zweites Angebot dieser Art enthalten, und zwar „Zwinger Xperience“ in der Bogengalerie L im Zwinger.

Geschichten erzählen, Emotionen wecken

„Wir wollen bei den Besuchern Emotionen wecken“, sagt Christian Striefler. Der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH hatte die Idee für ein solcherart gestaltetes Museum. Ziel sei nicht nur, einen außergewöhnlichen Museumsbesuch zu bieten, sondern auch dafür zu sorgen, dass vermittelte Inhalte länger im Gedächtnis haften bleiben.

Beispielhafte audiovisuelle Projektion an das Mauerwerk der Festung Dresden. Es ist Johann Friedrich Böttger, der Erfinder des Porzellans, der hier etwas an die Wand schreibt und dabei seine Gedanken zu Gehör bringt. Quelle: Dietrich Flechtner

Festung als Hauptexponat

„Die Festung ist und bleibt das Hauptexponat und wird nur durch Projektionen auf die originalen Steine zum Leben erweckt. Wir verzichten auf Leinwände“, so Charlotte Tamschick vom Berliner Unternehmen Tamschick Media+Space. Das nach eigenen Angaben auf räumliche Medienproduktionen spezialisierte interdisziplinäre Atelier entwickelte die Konzeptskizze des Sächsischen Schlösserbetriebes weiter und setzte sie multimedial um.

Dieser historische Stich wird animiert. Quelle: Dietrich Flechtner

Animierte Stiche und Gemälde

„Wir haben zum Beispiel alte Stiche und Gemälde kombiniert, collagiert und animiert und die Bewegungen von Schauspielern mittels motion capturing erfasst, aufgezeichnet und am Computer weiterverarbeitet“, so Tamschick weiter. Das Ganze sei wie ein audiovisuelles Hörspiel.

Beim barocken Ball mittendrin

Festungsbesucher begegnen so Johann Friedrich Böttger, der nicht etwa auf der Festung Königstein oder in Meißen, sondern eben in der Festung Dresden das Porzellan erfunden habe, betont Striefler. Zudem können die Besucher eine barocke Ballszene erleben, auf Augenhöhe mit den Tanzenden stehen und durch die eigene Bewegung im Raum „Hörinseln entdecken, die nicht sichtbar sind“, beschreibt Charlotte Tamschick.

Rund zehn Millionen Euro für Bauarbeiten und Ausstellungspräsentation

Sachsens Finanzminister Matthias Haß hält das Museumsprojekt für eine „Spitzeninnovation“. Die Festung werde sich ab Spätherbst als eines der modernsten und innovativsten Museen der Bundesrepublik präsentieren. Rund zehn Millionen Euro fließen in Bauarbeiten in der Festung und die multimediale Ausstellungspräsentation.

Noch ist die Festung Dresden eine Baustelle. Quelle: Dietrich Flechtner

Hochwasserschutz in der Festung

Momentan wird in der Festung, die bereits geraume Zeit geschlossen ist, noch gebaut. Nicht nur die Hochwasserschäden sind beseitigt. Auch die ganze Infrastruktur wurde erneuert und so gesichert, dass bei erneutem Hochwasser nicht so große Schäden entstehen können.

Ulf Nickol (l.) Leiter der Niederlassung I Dresden des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Schlösserchef Christian Striefler und Finanzminister Matthias Haß beim Rundgang über die Baustelle der Festung Dresden. Quelle: Dietrich Flechtner

Aufzug bringt Besucher von der Brühlschen Terrasse in die Tiefe

Der etwas versteckt gelegene Zugang zur Festung Dresden am Georg-Treu-Platz wird zum Ausgang umgestaltet und einen Lift zwecks Barrierefreiheit bekommen. Ein neuer Aufzug von der Brühlschen Terrasse bringt die Besucher künftig in die Festung. Einen zweiten Zugang wird es vom Terrassenufer aus geben.

Von der Brühlschen Terrasse aus wird ein Aufzug die Besucher in die Festung Dresden bringen. Quelle: Dietrich Flechtner

Von Catrin Steinbach

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