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Lokales Fenstergucken und Geschichten mit Promis
Dresden Lokales Fenstergucken und Geschichten mit Promis
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16:38 29.11.2018
Über 200 Veranstaltungen an 28 Orten bietet der Neustädter Advent. Evely Dangrieß (l.) und Ulla Wacker präsentieren Flyer und Plakate. Hinzu kommen 24 Fenster, die sich im Rahmen des „Advensters“ nach und nach öffnen. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

„In der Neustadt ist in der Weihnachtszeit fast mehr Dresden als drüben auf dem Striezelmarkt, der von Touristen bevölkert wird“, findet Evelyn Dangrieß. Die Inhaberin einer Werbeagentur gehört zum Vorstand des Dresdner Barockviertel Königstraße e. V. Er ist einer von fünf Vereinen in der Inneren und Äußeren Neustadt, die den „Neustädter Advent“ initiieren.

Das ist eine Art Dachmarke, die ganz unterschiedliche Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit vereint. Natürlich zählen dazu Weihnachtsmärkte wie der Augustusmarkt auf dem Fußgängerboulevard Hauptstraße, das Neustädter Gelichter am Kulturzentrum Scheune in der Alaunstraße oder auch der Nikolausmarkt in der Kunsthofpassage. Es gibt jedoch auch viele ehrenamtlich organisierte, nichtkommerzielle kulturelle Angebote. „Und die sind so bunt und vielfältig wie die Neustadt“, so Dangrieß.

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Über 200 Veranstaltungen und weihnachtliche Angebote vereint der „Neustädter Advent“, der in diesem Jahr schon zum 21. Mal stattfindet. Dazu zählt der AdventsGeschichtenKalender. Bei diesem erzählen bzw. lesen vom 1. bis 23. Dezember in Dresden bekannte Menschen winterliche Geschichten oder Weihnachtsmärchen.

Darunter sind Thomas Barth und Jochen Molling, Präsident und Cheftrainer der Dresdner Eislöwen (1.12.), Kabarettistin Ellen Schaller (11.12.), Schauspieler und Regisseur Tom Quaas (12.12.) MDR-Biwak-Moderator Thorsten Kutschke (16.12.) oder auch Sängerin und Moderatorin Uta Bresan (23.12.). Der Leseort ist jeden Tag ein anderer. Mal handelt es sich um ein Geschäft, mal um ein Museum, mal ein Theater oder auch ein Hotel.

Am 18. Dezember geht es hoch hinauf in den Simmelcenter-Turm, wenn Lars Seifert, Vorstand der Verkehrsbetriebe, liest. Treffpunkt ist täglich 17.30 Uhr am Goldenen Reiter. Von dort führt der Nachtwächter in einem kleinen Rundgang zum jeweiligen Leseort. Lesebeginn ist dann immer 18 Uhr.

„Der Eintritt zu den Lesungen ist frei, aber wir sammeln Spenden. Wie jedes Jahr haben wir uns ein soziales Projekt ausgesucht, das wir mit den Spenden unterstützen wollen“, erklärt Evelyn Dangrieß. „In diesem Jahr ist es das Kinderhaus Rabe, das unbedingt einen Spielplatz für die Allerkleinsten braucht.“

Zweite große Aktion sind die „Advenster“. Das Wort ist zusammengesetzt aus „Advent“ und „Fenster“, denn es ist Fenstergucken angesagt. Jeden Tag wird an einem anderen Ort in der Neustadt ein Fenster bzw. ein Türchen geöffnet, hinter dem sich eine Überraschung in Form von theatralischen, musikalischen Beiträgen oder was auch immer verbirgt. Was genau, das denken sich die Akteure selber aus.

In der Prießnitzstraße 33 gebe es eine Hausgemeinschaft, die mittlerweile schon eine richtige „Neustädter Soap“ entwickelt hat, erzählt Ulla Wacker. Sie ist Leiterin des Stadtteilhauses Neustadt und Projektkoordinatorin des Advenster e. V..

Dieser ist eine Initiative von Neustadtbewohnern, Kulturschaffenden, Künstlern mit Unterstützung von Gewerbetreibenden, Kulturamt, Stadtteilhaus und vielen anderen. Die Adventskalender-Zahlen, die die Fenster in der Neustadt markieren, haben übrigens Kinder und Erwachsene in einem Kalligrafie-Workshop gemeinsam mit der Künstlerin Mari Emily Bohley geschaffen.

Der Neustädter Advent endet am 23. Dezember. „Aber wir haben so viele Anfragen, ob wir nicht auch etwas für den 24. Dezember organisieren können, gerade für die Menschen, die alleine sind. Wahrscheinlich werden wir das nächstes Jahr mal probieren“, sagt Evelyn Dangrieß.

Mehr Informationen gibt es unter www.NeustaedterAdvent.de und www.advenster.de

Von Catrin Steinbach