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Lokales Fehlen Oberschulplätze? Stadt widerspricht Eltern aus dem Dresdner Norden
Dresden Lokales Fehlen Oberschulplätze? Stadt widerspricht Eltern aus dem Dresdner Norden
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12:10 17.12.2018
Die Eltern rechnen vor, dass an den beiden Oberschulen in Klotzsche und Weixdorf nur jeweils zwei 5. Klassen aufgenommen werden können Quelle: dpa
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Dresden

Im Dresdner Norden sammeln Eltern aus der Region zwischen Klotzsche, Weixdorf und Langebrück Unterschriften für mehr Oberschul-Kapazitäten. Doch die Stadt beeindruckt das nicht. Die Eltern rechnen vor, dass an den beiden Oberschulen in Klotzsche und Weixdorf nur jeweils zwei 5. Klassen aufgenommen werden können, weil nur jeweils zwei Klassen diese Schulen Ende des laufenden Schuljahres verlassen.

Wie viele Schüler wollen an die Oberschule?

Nach den Angaben aus dem Geschäftsbereich von Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) verfügt die Planungsregion Rechtselbisch Nord, so heißt das Gebiet von Klotzsche, Weixdorf, Langebrück und Schönborn im Fachjargon, laut Schulnetzplanung aber über eine Kapazität von fünf neuen 5. Klassen zu Beginn des kommenden Schuljahres. Diese Kapazität werde über eine abwechselnd zwei- beziehungsweise dreizügige Klassenbildung an der Oberschule Weixdorf und der 82. Oberschule erreicht.

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Für die mögliche Klassenbildung zum Schuljahr 2019/2020 müsse nicht die Zahl der Abgangsklassen, sondern die Gesamtklassenzahl betrachtet werden. Bei alternierender Klassenbildung verfügt jede Schule über eine Kapazität von 15 Klassen. Im laufenden Schuljahr führe die 82. Oberschule 13 Klassen – dazu kommen zwei sogenannte VKA-Klassen (Vorbereitungsklassen für Migrationskinder – besser bekannt als DaZ-Klassen) – und die Oberschule Weixdorf mit 15 Klassen.

Im Schuljahr 2019/2020 wären an der 82. Oberschule drei neue Klassen aufzunehmen und an der OS Weixdorf zwei. Die Räumlichkeiten an der 82. stünden zur Verfügung, weil die Daz-Klassen kleiner seien und andere Räume nutzten, erläuterte Annett Grundmann aus dem Bildungsbereich. Somit stünden laut Stadt auch im kommenden Schuljahr planmäßig fünf Klassenzüge zur Verfügung.

Laut einer Umfrage der Eltern unter den Eltern der Viertklässler wollen im kommenden Schuljahr mehr als 160 Kinder an die Oberschule wechseln.

Auch das sieht die Verwaltung anders. Die Schulbehörde prognostiziere das Übergangsverhalten auf Oberschule und Gymnasien auf Grundlage der tatsächlichen Entscheidungen in den vorangegangenen Schuljahren, heißt es aus dem Rathaus. Dabei werde das Übergangsverhalten der einzelnen Grundschulen analysiert, um auch regionale Besonderheiten abzubilden. Aufgrund der geänderten Zugangsbedingungen – der Freistaat hat die Entscheidung der Eltern aufgewertet – wurde im Schulnetzplan für die Prognose des Übergangsverhaltens nur das Schuljahr 2017/2018 zugrunde gelegt.

Keine Möglichkeit und auch kein Bedarf für mehr Plätze?

Gegenwärtig würden die Zahlen für das laufende Schuljahr aufbereitet. Es zeichne sich dabei weiterhin ein Trend zum Besuch eines Gymnasiums ab, so dass die Stadtverwaltung weiter an ihrer Prognose von rund 130 Schülerinnen und Schülern an den beiden Oberschulen im Dresdner Norden festhält. Für das laufende Schuljahr seien 127 Schülerinnen und Schüler prognostiziert worden, 130 Kinder seien es in der Klassenstufe 5 an den Oberschulen dann gewesen.

Nach übereinstimmender Auffassung des Landesamtes für Schule und Bildung sowie der Stadtverwaltung könnten im Schuljahr 2019/2020 an beiden Schulen sogar je drei neue 5. Klassen gebildet werden. Die zwei Vorbereitungsklassen an der 82. Oberschule seien dabei berücksichtigt. Für diese sechs Klassen bestehe aber nach den Prognosen der Stadt kein Bedarf. Daher hält die Stadt auch die Vorgründung der 151. Oberschule frühestens zum Schuljahr 2020/21 für erforderlich. Die Vorbereitungen laufen. Der Start soll in der 148. Grundschule in der Neustadt erfolgen.

Für andere Varianten zur Schaffung zusätzlicher Oberschulkapazitäten gebe es keine Möglichkeiten und aus Sicht der Stadt ja auch keinen Bedarf. Aus dem Elternkreis war beispielsweise mit den Containern des Gymnasiums Klotzsche geliebäugelt worden. Die werden frei, wenn das Gymnasium ab kommendem Schuljahr saniert und die Schüler in den Campus in Pieschen ausgelagert werden.

Die Container will die Stadt jedoch als Bauauslagerung der 19. Grundschule nutzen und das ehemalige Schulgebäude Alexander-Herzen-Straße, das manche Eltern gern wiederbeleben würden, ist laut Stadtverwaltung durch den Dresdner „Eigenbetrieb Kita“, den Verwalter der städtischen Krippen und Kindergärten, als Bauauslagerungsstandort belegt.

Von Ingolf Pleil