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Lokales Fast vier Tonnen: Dresdner XXL-Striezel beim 26. Stollenfest angeschnitten
Dresden Lokales Fast vier Tonnen: Dresdner XXL-Striezel beim 26. Stollenfest angeschnitten
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18:39 08.12.2019
Veronika Weber, das 25. Dresdner Stollenmädchen präsentiert das erste Stück des XXL-Gebäcks zusammen mit Hella Helbig, Ausbilderin vieler Bäckermeister. Quelle: Mike Schiller
Dresden

Trommelgeräusche erklingen vor dem Kulturpalast in der Dresdner Altstadt. Fanfarenbläser stimmen in die Rhythmik ein. Kostümierte Bannerträger wirbeln ihre Fahnen gekonnt umher – und leiten damit die feierliche Eröffnung des 26. Dresdner Stollenfestes ein. Bereits in den frühen Morgenstunden ist das Interesse an dem Spektakel groß. Mehrere hundert Besucher trotzen der Kälte, stehen vor der aufgebauten Bühne und wollen nur das Eine: die Enthüllung des Dresdner Riesenstollens miterleben, sowie ein Stück des Giganten mit nach Hause nehmen.

Und dieser Wunsch geht alsbald in Erfüllung, an dem Riesenstriezel ist schließlich einiges dran: Stolze 3 950 Kilogramm bringt der diesjährige Stollen auf die Waage, ist 4,10 Meter lang und 1,77 Meter breit. Mit seinen fast vier Tonnen ist er rund 100 Kilogramm schwerer als sein Vorgänger aus dem vergangen Jahr.

63 Dresdner Bäckereien beteiligten sich an der Fertigung

63 Dresdner Bäckereien beteiligten sich an der Fertigung des Stollens – und setzten diesen erst vor einigen Tagen aus mehr als 400 Striezelplatten zusammen. Eine dreiviertel Millionen Rosinen und Sultaninen, 1 500 Kilogramm Mehl, 750 Kilogramm Butter und mehr als 200 Kilogramm Mandeln verbuken die Bäckermeister. Dazu 90 Liter Rum.

Mehr und mehr Menschen strömen vor den Kulturpalast, unter ihnen auch Jürgen und Sabrina Wagner aus der Nähe von Stuttgart. „Wir sind seit Montag in Dresden und wollten uns das Stollenfest nicht entgehen lassen“, sagen sie. Das sei ja wohl ein Muss, fügt Sabrina Wagner hinzu. Der Ort des diesjährigen Stollenfestes ist übrigens eine Premiere, denn: Bislang fand die Enthüllung des Striezels auf dem Altmarkt statt. Diesmal verlegten die Veranstalter das Spektakel vor den Kulturpalast.

Seit Montag sind Sabrina und Jürgen Wagner in Dresden (linke Bildhälfte). Das Stollenfest ist ein Muss für die Beiden. Quelle: Mike Schiller

Dirk Hilbert (FDP) und Michael Kretschmer (CDU) sind ebenfalls anwesend

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verschlägt es ebenfalls zum Festakt. „Das Dresdner Stollenfest hat eine große Strahlkraft“, sagt Kretschmer zur Begrüßung. Es stehe für ein starkes Handwerk, für gelebte Tradition und ein unglaubliches Engagement. Der Oberbürgermeister ergänzt: „Mit dem Dresdner Stollenfest zeigen die Stollenbäcker Zusammenhalt, Teamgeist und sie schaffen ein einzigartiges Veranstaltungshighlight.“ Plötzlich: Hufgeklapper. Die Kutsche mit dem Riesenstollen erreicht den Kulturpalast.

Eine Parade durch die Dresdner Innenstadt

Mehrere Bäckermeister enthüllen gemeinsam den fast vier Tonnen schweren Koloss. Im Anschluss setzt sich eine bunte Parade in Bewegung, schließlich soll jeder einen Blick auf das Traditionsgebäck werfen können. Mehrere tausend Schaulustige verfolgen gespannt den Umzug. An diesem beteiligen sich mehr als 500 Menschen, darunter stolze Stollenbäcker, Musikanten und Schauspieler in barocken Kostümen. Auch Kretschmer und Hilbert lassen es sich nicht nehmen, ein Teil der Parade zu sein.

Der historische Festumzug war ein besonders Highlight, zumindest für Standa Mása aus Prag. „Eigentlich bin ich für den Striezelmarkt nach Dresden gekommen“, sagt er. Das Stollenfest kannte er bis dato nicht, dennoch: „Die Parade war unfassbar.“ Über die Wilsdruffer Straße zogen die Teilnehmer gen Postplatz, im Anschluss in Richtung Schloßplatz. Dort angekommen ging es auf der Schloßstraße zurück zum Kulturpalast.

Standa Mása ist für den Striezelmarkt aus Prag angereist. Besonders die Parade des Stollenfestes fand er beeindruckend. Quelle: Mike Schiller

Veronika Weber und Hella Helbig haben den Riesenstollen angeschnitten

Nach dem Rundgang durch die Altstadt ist der Vorplatz des Kulturpalastes voll. Grund: Der Anschnitt des XXL-Striezels naht. Dieser erfolgt mit einem eigens dafür gemachten Messer – über einen Meter lang und zwölf Kilogramm schwer. Die Ehre hat die Schirmherrin des Festes, das 25. Dresdner Stollenmädchen Veronika Weber.

Unterstützt wird sie dabei von Hella Helbig, ehemalige Fachleiterin für Ernährungsberufe am Berufschulzentrum. „Wir betrauen mit dieser Aufgabe eine starke Frau, die unseren Verband schon immer mit voller Kraft unterstützt hat“, sagt Andreas Wippler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Stollenschutzverbandes. Helbig habe einen Großteil der anwesenden Stollenbäcker eigenhändig ausgebildet. Stolz präsentiert sie das erste Stück – der Verkauf kann beginnen.

Kampf um die Aufmerksamkeit der Stollenbäcker

Die Besucher stehen nun dicht gedrängt um die Bühne herum, drängeln und kämpfen um die Aufmerksamkeit der Bäcker. Alle mit Geld in der Hand. Die Stollenbäcker sind zuständig für den Verkauf der Stücke. Wollen manche nur ein Stück, kaufen andere gleich mehrere. So wie Jana Ksiazek und Sten Robert aus Rostock. Beide sind das erste Mal beim Festakt dabei. „Das Stollenfest ist super“, fassen sie zusammen.

Jana Ksiazek und Sten Robert aus Rostock. Quelle: Mike Schiller

Für andere Besucher ist das Fest ein Stück Geschichte. So wie für Kin Chan aus Berlin. „Ich habe früher in Dresden gewohnt und bin heute nur wegen des Stollenfestes hier“, sagt er.

Kin Chan kauft direkt acht Stücke vom XXL-Stollen. Quelle: Mike Schiller

August der Starke begründete das Stollenfest

Chan hat nicht ganz unrecht, hat das Stollenfest seinen Ursprung doch im Jahr 1730: August der Starke gab damals den ersten Riesenstollen in Auftrag. Weil er beim Zeithainer Lustlager den europäischen Adel beeindrucken wollte, buken die Meister damals einen immerhin 1,8 Tonnen schweren Striezel. Seit 1994 wird die Tradition jährlich fortgesetzt, um an das historische Spektakel zu erinnern. Und natürlich auch für einen guten Zweck: Einen Teil der Erlöse aus dem Verkauf gehen in diesem Jahr an den Kinder- und Jugendhospizdienst Dresden.

Von Felix Franke

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