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Lokales Familienzoff vor Gericht
Dresden Lokales Familienzoff vor Gericht
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18:16 15.06.2017
Quelle: dpa
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Dresden

Abdelmonaam S. und seine Lebensgefährtin haben die Dresdner Polizei mit ihrer Beziehungskiste fast zwei Jahre lang intensiv beschäftigt. Die Beamten waren Dauergast in ihrer Wohnung auf der Grillparzer Straße. Ständig gab es Streit und Handgreiflichkeiten. Wegen gefährlicher Körperverletzung, Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Beleidigung musste sich der 42-Jährige jetzt vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten.

Der Tunesier und seine Partnerin lebten eine ganze Weile zusammen und hatten einen gemeinsamen Sohn. Allerdings gab es immer wieder Zoff. Grund war der Drogenkonsum des 42-Jährigen. Ein bis zwei Gramm Crystal konsumierte er am Tag und wurde dann unberechenbar. Er saß wegen anderer Straftaten auch schon in Haft. Als ihm die Frau die Trennung offerierte, drehte er durch. Der Angeklagte wollte dies nicht akzeptieren und terrorisierte die Frau – aber auch Nachbarn und den Vermieter, die ebenfalls unter den ständigen Streitigkeiten zu leiden hatten.

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2016 erwirkte sie eine einstweilige Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz. Per Gericht wurde dem Angeklagten untersagt, sich der Frau und deren Wohnung zu nähern, was ihm allerdings egal war. Er lauerte ihr auf, krakelte Nachts vor dem Haus, trat sie, nannte sie „Schlampe“, demolierte die Balkontür, warf ihr einen Aschenbecher an den Kopf und schleuderte einen Ventilator nach ihr. Dann klickten die Handschellen, seit einigen Monaten sitzt er in U-Haft.

Der Angeklagte hatte die einstweilige Verfügung konsequent ignoriert– sie allerdings auch. Das Paar konnte nicht miteinander aber wohl auch nicht ohne einander. Immer wieder ließ sie ihn in ihre Wohnung trank sogar mit ihm, rief dann aber wieder die Polizei. Widersprüchlich waren auch ihre Aussagen vor Gericht. Sie spielte alles etwas herunter. Bei ihren polizeilichen Vernehmungen hatte das noch anders geklungen. Sie wollte ihn wohl nicht zu sehr belasten. Es war eine schwierige Verhandlung. Abdelmonaam S. wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss er 150 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten.

Von Monika Löffler

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