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Lokales Familie Seltmann testet für die DNN eine Woche lang den Plug-in-Hybrid VW Passat GTE
Dresden Lokales Familie Seltmann testet für die DNN eine Woche lang den Plug-in-Hybrid VW Passat GTE
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06:12 12.11.2018
Familie Seltmann, das sind Vater Christian und der sechsjährige Robert sowie die Töchter Luise, Anne und Josephine (v.l.) testen für die DNN eine Woche lang einen VW Passat GTE.
Familie Seltmann, das sind Vater Christian und der sechsjährige Robert sowie die Töchter Luise, Anne und Josephine (v.l.) testen für die DNN eine Woche lang einen VW Passat GTE. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Es ist abends, 17.30 Uhr, als Familie Seltmann nach einem langen Tag endlich auf dem Sofa im Wohnzimmer zusammenfindet. Die Kinder kommen aus der Schule, der Vater von der Arbeit – man sieht ihnen an, dass sie froh sind über die nun beginnenden gemeinsamen Stunden. Normalerweise würde es jetzt so langsam ans Abendessen gehen, aber heute hat sich Besuch angekündigt. Vater Christian hat sich als Autotester für die DNN beworben – erfolgreich. Ab dem 24. November werden der verwitwete Statiker und seine vier Kinder einen VW Passat GTE für die Dresdner Neuesten Nachrichten einem Alltagstest unterziehen. Und nun haben Reporter und Fotografin für ein erstes Kennenlernen der Familie gegenüber in ihrem kleinen Haus in Mickten Platz genommen.

Viel Platz im Innen- und Kofferraum

„Als ich den Aufruf in den DNN las, habe ich ihn erst überblättert, dann habe ich zurückgeblättert und dachte: Das wäre doch was“, erinnert sich der 45-jährige Familienvater an den Moment der Entscheidung. Nachts, die Kinder waren im Bett, schrieb er eine Bewerbung – wie insgesamt 1700 Leser, die dem Aufruf gefolgt waren. Am Montag kam dann der Anruf, dass seine Familie ausgewählt wurde. „Und ich habe es dann erst gestern erfahren – per Whatsapp“, sagt Luise (17), die älteste Tochter, mit gespielter Entrüstung. Vater und Tochter sehen sich in kurz in die Augen, lachen – es geht lebhaft zu bei Seltmanns.

Und warum möchte die Familie das Auto mit dem Plug-in-Hybridantrieb – ein Elektromotor ist mit einem Benziner kombiniert – in ihrem Alltag testen? „Ich möchte erfahren, wie es ist, ein Elektroauto zu bewegen – das hat mich vor allem interessiert“, antwortet Christian Seltmann. Einen Stromer habe er noch nicht gefahren, trage sich aber auch aus Gründen des Klimaschutzes schon länger mit diesem Gedanken. Außerdem ist der Familienvater immer ein wenig auf der Suche nach einem Auto, das zu den Seltmanns passt. „Es müssen fünf Personen reinpassen, das ist bei machen Autos schon zu viel verlangt“, sagt er. Und dann muss da auch noch der Rollstuhl unterkommen, auf den die 13-jährige Josephine angewiesen ist. „Ein normaler Kofferraum ist damit meist schon gefüllt – für unseren Alltag taugt das nichts“, sagt der 45-Jährige. Der zu testende Passat GTE ist ein Variant – so heißt der Kombi beim Passat. Aus Sicht der Seltmanns ist das schon der erste Pluspunkt.

Derzeit fährt die Familie einen Hyundai H1. Der Kleinbus hat den Vorteil, dass alle genug Platz haben, was vor allem für Urlaubsreisen wichtig ist. „Wir waren dieses Jahr in England, sind alles mit dem Auto gefahren“, sagt Luise. „Wir müssen für Josephine viele Gerätschaften mitnehmen, das geht mit dem Flugzeug eher schlecht“, begründet Christian Seltmann. Der Bus hat jedoch einen Nachteil: Der hohe Einstieg erschwert Josephine das Hinein- und Hinauskommen. „Ich muss sie hereinheben, was nicht immer einfach ist“, sagt Christian Seltmann.

60 Kilometer Arbeitsweg

Er hofft, dass die 13-Jährige bei dem niedrigeren Pkw über ein Rutschbrett selbst einsteigen kann. Das wäre ein echter Vorteil im Praxistest. „Vielleich kann ich dann nur vorn einsteigen, weil hinten die Tür nicht weit genug aufgeht“, zweifelt Josephine. So war das bei dem VW Golf, mit dem der Fahrdienst sie früher abgeholt hat. Dabei haben sie und Nesthäkchen Robert (6) eigentlich feste Sitzplätze in der Familienkutsche. Und die sind bestimmt nicht vorne rechts. Dort nehmen Luise und ihre 15-jährige Schwester Anne abwechselnd Platz, wie sie sagen.

Auch wenn Luise bald mit ihren Fahrstunden anfangen will, ist es derzeit vor allem Vater Christian Seltmann, der das Familienauto nutzt. Mit ihm pendelt er dreimal in der Woche zu seiner Arbeit in Lauchhammer – hin und zurück sind das 120 Kilometer. An den übrigen Tagen arbeitet er von zu Hause. „Die einfache Strecke von 60 Kilometern werde ich nicht allein mit dem Elektroantrieb zurücklegen können“, sagt der Statiker. Volkswagen weist etwa 50 Kilometer aus, die mit dem Passat GTE rein elektrisch bewältigt werden können. Aber wie sich Ladeverhalten, Aufladen während der Fahrt und das Umschalten zwischen Verbrenner und Elektroantrieb handhaben lassen, wird auf diesen langen Fahrten sicher zu erproben sein.

Weil die beiden Ältesten sehr selbstständig sind und zumeist mit den Öffentlichen oder dem Fahrrad zur Schule und ihren Freizeitaktivitäten gelangen, nehmen sie eigentlich nur im Auto Platz, wenn die Familie gemeinsam zur Kirchgemeinde in Trachau rollt. Ein häufigerer Gast im Auto ist ABC-Schütze Robert. „Er hat gerade mit der Schule angefangen und kommt noch in den Genuss des Elterntaxis“, sagt Christian Seltmann und schmunzelt. Josephine bringt ein Fahrdienst zur Schule und wieder zurück nach Hause. Dennoch will Vater Christian die Familie während der Testwoche wenigstens einmal für einen Ausflug im Auto zusammenbringen. So wie an diesem Abend auf dem Sofa dürfte das fröhlich werden.

Von Uwe Hofmann