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Lokales Fahrplanwechsel: Öfter mal von Dresden rüber nach Polen
Dresden Lokales Fahrplanwechsel: Öfter mal von Dresden rüber nach Polen
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09:11 22.11.2019
Nach Wrocław geht es von Dresden nur noch mit Umstieg – künftig aber immerhin öfter als bisher. Quelle: Archiv/Anja Schneider
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Dresden

Dresden und Niederschlesien rücken näher zusammen: Das Angebot auf der Schiene zwischen der sächsischen Landeshauptstadt und Polen soll ausgeweitet werden. Das geht zumindest aus den Entwürfen für die neuen Fahrpläne hervor, die Mitte Dezember formal in Kraft treten werden. Ab wann genau und in welchem Umfang diese aber tatsächlich greifen werden, ist jedoch noch offen. Zugleich wird auch der Takt zwischen Dresden und Liberec in Nordtschechien verbessert.

Das neue Fahrplankonzept sieht vor, dass künftig bis zu zehn Züge der Länderbahn Trilex von Dresden über Görlitz direkt bis nach Zgorzelec auf der anderen Seite der Neiße durchrollen. Dort haben Reisende di­rekten Anschluss ans Bahnnetz in Niederschlesien und können ohne erneuten Umstieg bis nach Wrocław (Breslau) und Zielona Góra (Grünberg) gelangen. Von und nach Jelenia Góra (Hirschberg) erfolgt der Umstieg weiterhin in Görlitz.

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Fast doppelt so oft zwischen Dresden und Wrocław pendeln

Hintergrund für diese Änderung ist die Elektrifizierung der Bahnstrecke auf polnischer Seite. Inzwischen ist im Nachbarland der komplette Schienenstrang zwischen Wrocław und der Grenzstadt Zgorzelec mit einem Fahrdraht überspannt. Bereits vor einem Jahr war deshalb die Direktverbindung zwischen Dresden und Wrocław eingestellt worden. Die langsamen Dieseltriebwagen fahren seitdem von Dresden nur noch bis Węgliniec, wo Fahrgäste auf die schnellen elektrischen Triebwagen umsteigen müssen. Wie seinerzeit bei der Direktverbindung werden auch jetzt bei der Fahrt mit dem einem Umstieg in Węgliniec drei Fahrten je Richtung täglich angeboten.

Nach der inzwischen erfolgten Fertigstellung der Oberleitung bis zur Grenze ist nun der Umstieg in Zgorzelec vorgesehen. Mit dem neuen Fahrplankonzept könnten Reisende nach jetzigem Planungsstand praktisch fast doppelt so oft zwischen Dresden und Wrocław mit nur einem Umstieg hin- und herpendeln. Je nach Verbindung dauert die Fahrt zwischen dreieinhalb bis vier Stunden. Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten mit mehreren Umstiegen in Węgliniec und Görlitz in ähnlichen Zeiten in die Dresdner Partnerstadt zu gelangen.

Freigabe voraussichtlich ab April

Soweit allerdings erst einmal nur die Entwürfe auf dem Papier. Zwar tritt der neue Fahrplan am 15. Dezember in Kraft. Doch dass die Züge dann auf polnischer Seite tatsächlich danach fahren, ist eher unwahrscheinlich. Das Problem ist die Strecke zwischen Węgliniec und Zgorzelec. Dort hängt zwar die Oberleitung – nur ist diese von den Fachleuten noch nicht durchgecheckt worden. Offenbar, weil auch in Polen das Fachpersonal rar gesät ist. Ge­genwärtig wird davon ausgegangen, dass die Freigabe ab April erfolgen kann. Bis dahin könnten Busse und Dieseltriebwagen den Abschnitt zwischen Zgorzelec und Węgliniec bedienen.

Die Züge von deutscher Seite werden in jedem Fall ab Fahrplanwechsel bis hinüber nach Zgorzelec fahren. Und dabei wird nicht nur das Angebot in Richtung Polen verstärkt. Künftig soll es zwischen Dresden und Görlitz bis zu 35 Verbindungen pro Tag und Richtung geben, auf dem Abschnitt zwischen Landeshauptstadt und Bischofswerda sind es bis 40, kündigt die Länderbahn an. Davon profitieren auch die Menschen im Dresdner Norden sowie in Radeberg und Arnsdorf, wo die Züge halten.

Im Zwei-Stunden-Takt zwischen Dresden und Liberec

Zudem wird der Takt in Richtung Liberec verbessert. An Wochenenden rollen die Triebwagen der Länderbahn ab Mitte Dezember im Zwei-Stunden-Takt zwischen Dresden und der Stadt in Nordböhmen. Unter der Woche soll es zudem mehr Umsteigeverbindungen zwischen beiden Großstädten geben, heißt es von der Länderbahn.

Verbesserungen wird es aber auch bei den Fahrzeugen der Länderbahnflotte geben. In den nächsten Monaten werden die ersten der insgesamt 26 Triebwagen vom Typ Desiro aufgemöbelt. „Die Polster werden neu bezogen und es wird künftig Tische mit USB-Steckdosen geben“, sagt Länderbahnsprecher Jörg Puchmüller. Auch die Fußböden werden erneuert. Und: Die grauen Fahrzeuge erhalten eine neue Lackierung, sind künftig in orange unterwegs. Voraussichtlich im Sommer könnten die ersten überholten Triebwagen in Ostsachsen zum Einsatz kommen.

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Von Sebastian Kositz