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Lokales Fabmatics Dresden bekommt neuen Chef
Dresden Lokales Fabmatics Dresden bekommt neuen Chef
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09:11 16.08.2018
Steffen Pollack (l.) Roland Giesen und Heinz Martin Esser (rechts) vor der Fabmatics-Fabrik im Dresdner Norden. Quelle: Sven Claus
Dresden

Im Automatisierungs-Unternehmen „Fabmatics“ in Dresden zeichnet sich ein Chefwechsel ab: Der 49-jährige Chemiker und Manager Roland Giesen vom Chemnitzer Technologieunternehmen 3D-Micromac löst am 1. Januar 2019 den 60-jährigen Geschäftsführer Steffen Pollack ab.

Der Fabmatics-Mitgründer Pollack will sich aus familiären Gründen aus dem operativen Geschäft schrittweise zurückziehen und in einen neuen Fabmatics-Beirat wechseln, teilte er auf Oiger-Anfrage mit. „Ich muss etwas kürzer treten“, sagte Pollack. Zudem wolle er sich in Zukunft mehr um die strategische Ausrichtung des Unternehmen sowie um Schlüsselkunden kümmern.

Giesen wird Fabmatics gemeinsam mit Heinz Martin Esser, der Ko-Geschäftsführer bleibt, leiten. Beide wollen „die Spitzenposition von Fabmatics als Lösungsanbieter für die Automatisierung von Materialflüssen und Handlingprozessen in Halbleiterfabriken und anderen hochtechnisierten Produktionsumgebungen ausbauen und weiterentwickeln.“ Fabmatics gilt über Sachsen hinaus als Pionier für „Industrie 4.0“-Lösungen.

Steffen Pollack gehört zu jener Generation, die nach dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft das technologische und unternehmnerische Fundament für die wirtschaftlichen Nachwende-Erfolge von Sachsen gossen. Er gründete 1991 mit Manfred Jähnert und Lothar Andritzke die „Handhabungs-, Automatisierungs- und Präzisionstechnik GmbH Dresden“, kurz HAP. Mehrfach kooperierte Pollacks HAP in der Folgezeit mit der Dresdner „Roth & Rau“-Tochter Ortner GmbH, die vom Silicon-Saxony-Vorstand Esser geleitet wurde. Gemeinsam schlossen sie Automatisierungslücken in Chipfabriken von Infineon und anderen Halbleiter-Konzernen. Dabei entwickelten sie eine weltweit beachtete Expertise beim Einsatz von Robotern, speziellen Transportsystemen und anderen Hochautomatisierungs-Lösungen.

Im Herbst 2016 fusionierten HAP und Ortner GmbH zur Fabmatics GmbH. Pollack und Esser übernahmen zusammen die Leitung. Das so geschmiedete schlagkräftigere Unternehmen expandierte und richtete eine neue Fabrik im Dresdner Norden ein. Mittlerweile hat Fabmatics rund 190 Mitarbeiter und realisierte 2017 einen Umsatz von etwa 22 Millionen Euro. Bis heute hält der HAP-Gründer 16,7 Prozent der Gesellschafteranteile an Fabmatics. Ein weiterer Teilhaber ist unter anderem der Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen, der auch half, eine nachfolgereglung zu finden.

Insgesamt sieht Pollack das Unternehmen auf einem guten Weg. „Wir sind vollausgelastet“, sagte er. Allerdings seien auch Probleme zu lösen: Es gerate immer mehr zur Herausforderung, alle neue Aufträge rechtzeitig zu schaffen. Andererseits sei die Expansion nach Amerika bisher nicht ganz so erfolgreich verlaufen wie erhofft. Dies seien aber die typischen Wachstumsschmerzen eines rasch expandierenden Unternehmens.

Mit denen wird sich an Herbst sein Nachfolger auseinandersetzen müssen. Roland Giesen hat einschlägige fachliche und betriebswirtschaftliche Erfahrungen: Er promovierte an der RWTH Aachen im Fach Chemie. Danach war er bei Applied Materials, Infineon und Qimonda tätig, vor allem im Einkauf und Produktions-Management. Zuletzt war er Operativ-Chef bei 3D-Micromac in Chemnitz und leitete die „3D-Micromac Laser Technology“ in China.

Von Heiko Weckbrodt

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