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Lokales Experten am Uniklinikum setzen erstmals minimal invasiv Aortenbogenprothese ein
Dresden Lokales Experten am Uniklinikum setzen erstmals minimal invasiv Aortenbogenprothese ein
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11:08 12.03.2019
Professor Christian Reeps (l.) von der Gefäßchirurgie und Professor Klaus Matschke (r.) vom Herzzentrum erklären ihrem Patienten Manfred Lauermann (m.) den Vorgang der Operation. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Manfred Lauermann aus Radeberg wurde Ende Januar am Aortenbogen operiert. Bei ihm wurde ein geweitetes Aneurysma entdeckt, das schnell gewachsen war. Um das Risiko eines Durchbruchs zu vermeiden, wurde ihm minimal invasiv eine Aortenbogenprothese eingesetzt. Damit war er der erste Patient, der diese Operation am Uniklinikum erhielt.

„Das Aneurysma hat man bei mir ganz zufällig entdeckt. Ich hatte keine Schmerzen, habe gar nichts davon gemerkt“, erzählt der 80-Jährige. „Drei Jahre lang musste ich einmal im Jahr zur Kontrolle, um das Gefäß zu beobachten. Im Spätsommer 2018 erhielt ich dann den Anruf, dass das Aneurysma schnell gewachsen sei und ich operiert werden muss.“

Der Eingriff dauerte lediglich zwei Stunden. „Vor der Operation habe ich das Thema bewusst von mir weg geschoben und mir darüber keinerlei Gedanken gemacht. Aber ich hatte auch keine Angst, ich habe einfach dem Arzt vertraut“, sagt Lauermann. Bereits sechs Tage nach dem Eingriff konnte er entlassen werden.

„Wenn der Durchmesser eines Aneurysmas fünf Zentimeter oder mehr beträgt, besteht ein erhöhtes Risiko, dass es platzt. Bei Herrn Lauermann waren es 5,5 Zentimeter und wir mussten handeln“, erklärt Professor Christian Reeps, Leiter des Bereichs für Gefäß- und Endovaskuläre Chirurgie an der Klinik für Viszeral,- Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum.

Operiert wurde Lauermann im Universitätsaortenzentrum Dresden. Das Dresdner Herzzentrum und die Gefäßchirurgie, Angiologie und Radiologie am Universitätsklinikum arbeiten in diesem Zentrum eng zusammen, was eine optimale und fachübergreifende Kooperation bei der Behandlung von Gefäßpatienten ermöglicht.

Die zusammengefaltete Prothese wird durch einen kleinen Schnitt in der Leistengegend eingeführt. Durch weitere Schnitte im Hals- und Armbereich kann die Prothese dann manifestiert werden. Sie ermöglicht, dass das Blut normal durch das Herz fließt, während das Aneurysma nicht mehr durchblutet wird und damit keine lebensbedrohliche Durchbruchsgefahr mehr existiert.

Jede Aortenbogenprothese ist eine Individualanfertigung, bestehend aus gewebtem Kunststoff und Stahldraht. „Mit Hilfe einer Computersimulation wird der Aortenbogen nachgebildet. Die Herstellung dauert mindestens sechs Wochen“, erklärt Christian Reeps. Manfred Lauermanns Prothese wurde für ihn in Australien gefertigt, bis zu mehrere zehntausend Euro kann die Anfertigung kosten.

Alternativ kann eine Operation am Aortenbogen auch durch eine Öffnung des Brustkorbs durchgeführt werden, was immer noch Standard für fitte Patienten mit einem Aneurysma am Herzen ist. Allerdings ist dies eine großer und körperlich belastender Eingriff, der nicht für jeden Patienten geeignet ist. Die minimal invasive Methode mittels kleiner Einschnitte und der Spezialprothese ist hier eine Alternative, da weder eine Brustkorböffnung noch der Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine erforderlich sind.

Von as

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