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Lokales Ex-Polizist prellte Dienstherrn in 17 Fällen
Dresden Lokales Ex-Polizist prellte Dienstherrn in 17 Fällen
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09:46 27.02.2019
Der 62-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Quelle: Volker Hartmann/dpa
Dresden

Über 55 Jahre war Ronald S. unbescholten durchs Leben marschiert, dann wurde er zum Betrüger. Die Dollarzeichen in den Augen brachten ihm am Mittwoch einen Platz auf der Anklagebank im Amtsgericht ein. „Das hätte nicht passieren dürfen. Ich weiß, dass das nicht rechtens war“, sagte der 62-Jährige ziemlich kleinlaut. Stimmt genau, er hätte es wissen müssen und zwar mehr und besser als viele andere – denn er war Polizeibeamter, als er sich innerhalb von fünf Jahren mehrere Zehntausend Euro ergaunerte.

Die Klinik in Erlangen wusste von nichts

Der Angeklagte war zur Tatzeit im Objektschutz tätig, bewachte und schützte Gebäude aber auch Personen, zum Beispiel Sachsens Finanzminister. Nach Feierabend prellte er seinen Dienstherren, indem er falsche Rechnungen stellte.

Die Frau des Angeklagten war zur Behandlung gelegentlich in diversen Krankenhäusern, so auch in einer Klinik in Erlangen. Die Rechnung reichte er beim Sächsischen Landesamt für Steuern und Finanzen ein, das dem Beamten 70 Prozent der Kosten erstattete. Das brachte den Angeklagten auf die Idee, seine Frau regelmäßig in die Erlangener Klinik zu schicken, – auch wenn sie eigentlich zu Hause war.

Er kopierte eine wirkliche Rechnungen der Klinik, änderte die Aufenthaltsdaten und reichte sie dann mit einem Antrag auf Gewährung von Beihilfen für Krankenhausaufenthalte beim Landesamt ein. Das Geld wurden gewährt und weil es einmal funktionierte hatte, stellte der Angeklagte immer wieder Beihilfeanträge. Zwischen November 2012 und Oktober 2017 flossen fast 60.000 Euro auf sein Konto.

Erst im November 2017 fiel einem Mitarbeiter eine Unregelmäßigkeit auf, er fragte in Erlangen nach, wo man logischerweise nichts von den Klinikaufenthalten wussten. So geriet der Polizeibeamte, der ja eigentlich Straftaten verhindern und aufklären soll, ins Visier seiner Kollegen.

Verlust des Beamtenstatus droht

„Ich habe mich nicht persönlich bereichert, das Geld ging für Kredite und vor allem für Arztrechnungen meiner Frau drauf, wir hatten ja die Krankenversicherung nicht bezahlt und so zahlte die vieles nicht“, beklagte der Mann, der heute Ruheständler ist. Das ist sicher bitter, aber selbst gemachtes Elend. Da war an der falschen Stelle gespart worden.

Seine Frau, seit Jahrzehnten krank und arbeitsunfähig, war über ihren Mann privat versichert. Allerdings sparte sich die Familie den Versicherungsbeitrag. „Das war viel Geld, so um die 190 Euro im Monat“ beklagte Ronald S. Bei seinem damaligen Einkommen, dass man wirklich nicht als gering bezeichnen kann, wäre der Betrag drin gewesen.

Der 62-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Finanziell sieht es düster aus. Er muss den Schaden wiedergutmachen, zahlt regelmäßig 250 Euro im Monat ab, jobbt dafür nebenbei und hat noch ein ganz großes Problem vor sich: Ihm droht der Verlust des Beamtenstatus und damit fast der finanzielle Ruin.

Von Monika Löffler

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