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Lokales Erste 5G-Baustelle Deutschlands entsteht in Dresden
Dresden Lokales Erste 5G-Baustelle Deutschlands entsteht in Dresden
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07:32 02.08.2019
TU-Ingenieure erforschen das Bauen der Zukunft. Sie richten eine 5G-Testbaustelle mit automatisierten Baumaschinen, digitalen Assistenten und einer Baustellencloud ein, die per 5G-Funk vernetzt sind. Quelle: Foto: Oliver Koch/TU Dresden
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Dresden

Ingenieure der TU Dresden wollen eine digital gesteuerte und durch den neuen 5G-Mobilfunk vernetzte Forschungs-Baustelle einrichten – die erste dieser Art in Deutschland. Das hat Professor Jürgen Weber vom Institut für Mechatronischen Maschinenbau angekündigt.

Produktivitätsschub für Baustellen

Weber koordiniert das neun Millionen Euro teure Verbundprojekt, an dem sich über 20 Baufirmen, Baumaschinen-Hersteller, Softwareschmieden und weitere Uni-Institute beteiligen. Die Partner möchten bis Mitte 2022 eine automatisierte Pilot-Baustelle in Dresden zum Laufen bringen. Dafür wollen sie Baumaschinen mit digitalen Assistenten und 5G-Modulen nachrüsten und mit einer neuartigen Baustellen-Cloud (Rechnerwolke) vernetzen.

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„Auf Baustellen, die die Vorteile von Digitalisierung und Virtualisierung richtig ausschöpfen, können Maschinen und Menschen effizienter, produktiver und in höherer Qualität arbeiten“, erklärte der Fluidtronik-Spezialist Weber einige Ziele des Projektes. Letztlich könnten der Mobilfunk der 5. Generation (5G), digitale Zwillinge und Computerwolken zu einem Produktivitätsschub auf Baustellen führen. Diese und weitere moderne Prozesstechnologien sollen den Pfusch am Bau begrenzen, für mehr Termintreue sorgen, aber auch Kosten und Personal einsparen.

Dabei gehe es aber nicht darum, nur noch Automaten statt Bauarbeiter zu beschäftigen, betonte der Professor. Das Konsortium werde sich noch nicht auf autonome Baumaschinen ohne Menschen an Bord fokussieren, sondern auf die Teilautomatisierung und Vernetzung. „Dabei wollen wir die Maschinenbediener mit digitalen Assistenz-Systemen bei ihrer Arbeit unterstützen“, sagte Weber.

Fachkräftemangel entgegenwirken

Eine Idee dabei: Dank solcher digitalen Assis sollen dann auch weniger spezialisierte Arbeiter imstande sein, die Baumaschinen zu bedienen. Wenn das in der Praxis klappt. könnte dies helfen, den Fachkräftemangel auf dem Bau zu mindern – auch ohne dass die Roboter den Menschen die Arbeit wegnehmen.

Die Ingenieure wollen dafür Baumaschinen nachautomatisieren. Mit speziell dafür entwickelten 5G-Sendern sollen sich Bagger, Radlader, Kipper oder Bauroboter schnell abstimmen, ihre Positionen und aktuellen Aufgaben an Leitrechner senden und auch mit ihren menschlichen Kollegen kommunizieren. Die Rechnerwolken im Hintergrund erstellen aus diesen Informationen dann einen „digitalen Zwilling“ der gesamten Baustelle: ein ständig aktualisiertes Computermodell, das jederzeit weiß, wer wo ist, was jede Maschine und jeder Arbeiter gerade tut und wo noch Personal frei ist.

Die „Cloud“-Rechner sollen den Baggerfahrer dann beispielsweise per Datenbrille warnen, wenn sich seine Schaufel einer Stromleitung zu sehr nähert. Ein anderes Szenario skizziert Weber auch: „Ein komplett vernetzter Radlader sendet live das Gewicht seines Schaufelinhaltes an eine Baustellen-Cloud. Die digitale Baustelle überwacht den Ladeprozess und warnt den Maschinenführer, bevor die erlaubte Achslast des Lasters überschritten wird.“

Von Heiko Weckbrodt