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Lokales Ersparnisse eines verstorbenen Jugendlichen als Spende an Dresdner Eisenbahnverein
Dresden Lokales Ersparnisse eines verstorbenen Jugendlichen als Spende an Dresdner Eisenbahnverein
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17:08 27.05.2016
Sächsische Eisenbahngeschichte: So sahen zwischen 1907 und 1915 gebaute sächsische D-Zug-Wagen 3. Klasse einst aus.  Quelle: ISEG
Dresden

 Dietmar und Kerstin Schubert aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach sind sich einig: Sie handeln ganz im Sinne ihres mit 16 Jahren plötzlich verstorbenen Sohnes Andy, wenn sie dessen Ersparnisse dem Verein übergeben, der sich die denkmalgerechte Restaurierung des letzten erhaltenen Dresdner Schnellzugwagens zur Aufgabe gemacht hat.

Am 27. Mai übergab André Marks, stellvertretender Vorsitzender der Initiative Sächsische Eisenbahngeschichte e.V. (ISGE) im Verkehrsmuseum Dresden dem Vater die Silberne Patenschaftsurkunde des Vereins – als Anerkennung für die Spende. „Andy ist am 6. September vergangenen Jahres, auch für uns völlig unerwartet, verstorben. Er hinterließ Ersparnisse in Höhe von mehreren Hundert Euro. Er hatte sie sich selbst erst kurz zuvor verdient. Weil Andy ein richtiger Eisenbahnfreund war, findet dieses Geld seine richtige Verwendung, wenn es für den Wiederaufbau des Dresdner Schnellzugwagens eingesetzt wird. Wenn der Wagen eines Tages auf den Gleisen steht, wird er uns an Andy bleibend erinnern“, begründet der Vater die elterliche Entscheidung.

Zugleich erinnert er an die zahlreichen Bahnerlebnisse, die die Schuberts mit ihrem Adoptivsohn hatten. „Wir waren oft im Verkehrsmuseum, haben die jährlichen Dampflokfeste in der Altstadt besucht, sind mit den sächsischen und vorpommerschen Schmalspurbahnen gefahren und waren auch bei Auslandsurlauben viel mit alten Eisenbahnen unterwegs.“

Mit der im Frühjahr gestarteten Patenschaftsaktion will die ISGE Spenden akquirieren, die zunächst zur Finanzierung der Restaurierung des Fahrzeugrahmens des letzten erhaltenen sächsischen Schnellzugwagens benötigt werden. Das soll im Herbst 2016 in einer Werkstatt in Ostritz bei Zittau beginnen.

Der 1909 in Bautzen gebaute vierachsige Wagen fuhr einst in Schnellzügen in ganz Sachsen sowie in Böhmen, Preußen, Schlesien und Bayern. Er hat eine bewegte Geschichte: Im Frühjahr 1945 bei Bombenangriffen in Dresden beschädigt, setzte ihn die sowjetische Besatzungsmacht nach ihrem Einmarsch als Begleiterwagen für die Güterzüge ein, die Reparationsgüter in die Sowjetunion brachten. Nach der Rückgabe verwendete ihn die Deutsche Reichsbahn als Kinowagen mit Standort in Radebeul-West. Als vorläufig letzte Etappe verbrachte der Wagen ungeschützt abgestellt in Schwarzenberg. In entsprechend marodem Zustand brachten ihn die Mitglieder der Initiative vor vier Jahren nach Dresden. Dort steht er inzwischen unter Denkmalschutz. (DNN berichten).

Von Peter Weckbrodt

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