Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Enormer Bauverzug rückt Freigabe der Augustusbrücke in weite Ferne
Dresden Lokales Enormer Bauverzug rückt Freigabe der Augustusbrücke in weite Ferne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:22 08.07.2019
Der Wildwuchs zeigt es: Auf der Baustelle Augustusbrücke dauert es deutlich länger als geplant. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Es ist Dresdens wohl bekannteste Baustelle: die Augustusbrücke. Seit 2017 haben Bauleute auf der Brückenhälfte das Sagen, die der Carolabrücke zugewandt ist. Auf der anderen Seite drängeln sich zwischen Neustadt und Altstadt Radler durch Touristenströme. Seit mehr als zwei Jahren ist das jetzt so. Die eigentlich für die Sanierung der gesamten Brücke kalkulierte Zeit ist damit abgelaufen. Die Folgen des doch gewaltigen Bauverzugs lassen sich nicht absehen.

Der Plan: In zwei Jahren Sanierungsende auf der Brücke

Im April 2017 fährt das letzte Auto über die Augustusbrücke. Das 1907 errichtete Bauwerk muss dringend saniert werden, soll anschließend für den Individualverkehr mit Autos gesperrt werden. Zunächst beginnen die Arbeiten auf der sogenannten Oberstromseite. Für Fußgänger und Radler wird eine Behelfsbrücke errichtet, weil der erste Brückenbogen auf Altstädter Seite abgerissen und neugebaut werden muss. Das ist inzwischen erledigt, weshalb das zwischenzeitlich abgesenkte Terrassenufer nun bei Vollsperrung wieder angehoben wird.

So sieht es derzeit auf der Augustbrücke aus

Auf der Brücke sind die Arbeiten an der Oberstromseite immer noch nicht fertig. Nach ursprünglicher Planung sollten Straßenbahnen ab Mitte 2018 wieder über die Brücke fahren. Die Gesamtfertigstellung war in diesen Tagen geplant. Das Budget wurde mit 23 Millionen Euro angegeben, später war dann von knapp 25 Millionen Euro die Rede.

Eine Serie von Überraschungen: Die Gründe für den Bauverzug

Die Brücke hielt für die Bauleute von Anfang viele Überraschungen bereit. So hat sich der Stampfbeton als zäher erwiesen als gedacht. Dann tauchten eine unerwartet dicke Dichtschicht und erstaunlich klobige Sandsteinblöcke auf, deren Ausmaße durch eingemeißelte Fugen kaschiert und von außen nicht zu erkennen waren. Archäologenherzen schlugen Mitte 2018 höher, als Reste eines Brückenvorgängers aus romanischer Zeit zum Vorschein kamen.

Der damalige Bauamtsleiter Reinhard Koettnitz präsentierte den ausgegrabenen Brückenbogen der Öffentlichkeit Quelle: Dietrich Flechtner

Da sie geplanten Versorgungsleitungen im Weg lagen, musste umgeplant werden. Der Tag, an dem die Bauleute von der Oberstromseite auf die Gegenseite wechseln sollten, wurde immer weiter verschoben: Von Ende 2018 auf Frühjahr 2019 und nun auf September/Oktober diesen Jahres. Dann soll auch die Behelfsbrücke verschwinden, wofür das Terrassenufer erneut gesperrt werden muss.

Das große Fragezeichen: Keine Aussage zu den Finanzen

Im Budget sei ein so großer Puffer, so dass sich etwaige Verzögerungen finanziell abfedern lassen. Das hatte Amtsleiter Reinhard Koettnitz gebetsmühlenartig betont, bis er Anfang Mai vom Straßen- und Tiefbauamt ins Schulverwaltungsamt wechselte. Im Tiefbauamt ist man sich nun nicht mehr so sicher. Weder zum Termin der Fertigstellung noch zur Frage der Finanzen könnten zur Zeit „belastbare Angaben“ gemacht werden, heißt es auf Anfrage. Viel deutet darauf hin, dass im Budget nachgebessert werden muss. Zumal ein anderes Mantra koettnitzscher Prägung noch Bestand hat: „Es geht nicht um Bauzeit, sondern um Qualität.“

Neustädter Markt: Plötzlich sortiert sich alles neu

Inzwischen gibt es weitere Akteure, die an der Augustusbrücke bauen wollen. „Die zurzeit noch in Planung befindlichen Maßnahmen zur Erneuerung des Gleisdreiecks Neustädter Markt der Dresdner Verkehrsbetriebe und des Umbaus am Blockhaus zur Errichtung des Archives der Avantgarden haben Einfluss auf die Tiefbauarbeiten im Bereich der Neustädter Brückenrampe“, verlautet es dazu trocken aus dem Rathaus. Heißt: Dort ist jetzt alles noch viel komplizierter. Derzeit werde überlegt, wie jeder am Neustädter Markt zum Zuge kommen kann, ohne den anderen zu behindern. Es gelte Mehraufwendungen zu vermeiden. Womöglich lassen sich aber auch Synergieeffekte heben, was die Kostensteigerung bremsen würde. Für die Frage, wann die Straßenbahn auf die Augustusbrücke zurückkehrt, ist vor allem von Bedeutung, was die Verkehrsbetriebe planen. Die DVB haben zwar dafür noch kein Baurecht, wollen aber entweder im Sperrschatten der Arbeiten auf der Augustusbrücke oder im Anschluss sowohl Gleisdreieck und barrierefreie Haltestellen am Neustädter Markt bauen, als auch die Gleise auf der Sophienstraße erneuern. Die ursprünglich 2018 geplante Verkehrsfreigabe dürfte damit bis ins Jahr 2021 auf sich Warten lassen.

Von uh

Mit dem Bau der neuen Straßenbahntrasse an der Oskarstraße wird auch der Bahnhof Strehlen wieder zum Leben erweckt. Der Konsum Dresden probiert dort ein ganz neues Konzept aus. Los geht es Ende Juli.

07.07.2019

Simone Dutschmann ist Dresdens erste „Quartiersassistentin“: Mit dem Projekt möchte die Stadt Langzeitarbeitlose einstellen und das Miteinander in Wohnquartieren verbessern.

07.07.2019

Weil Erzieher auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt kaum zu bekommen sind, geht Dresden neue Wege. Mit einem extra aufgelegten Programm sollen 140 Quereinsteiger als Kita-Betreuer gefunden werden.

07.07.2019