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Lokales Endspurt: Ab 6. Juli fahren die Straßenbahnen über die Oskarstraße – vorher wird gefeiert
Dresden Lokales Endspurt: Ab 6. Juli fahren die Straßenbahnen über die Oskarstraße – vorher wird gefeiert
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15:40 28.06.2019
Letzte Arbeiten: Iplas Kenen pflastert den Gehweg. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Noch erfüllt das Kreischen von Trennschleifern die Luft, rollt schweres Gerät über die Oskarstraße, fallen Hämmer mit metallischem Klang. Doch die Arbeiten an der neuen Straßenbahntrasse befinden sich unverkennbar im Endspurt. Am Sonnabend, 6. Juli, rollen die ersten Straßenbahnen zwischen Wasaplatz und Tiergartenstraße am Haltepunkt Strehlen vorbei.

Das ist noch zu tun

Die Gleisbauer haben ihren Job auf der gesamten Strecke erledigt. Die übrigen Arbeiten sind auf der Tiergartenstraße und dem nördlichen Teil der Oskarstraße am weitesten gediehen. Dort glitzern schon neue kupferfarbene Oberleitungen im Sonnenlicht, die Fahrbahnen, Gehwege und Ampeln sind fertig.

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Die Arbeiten an der Haltestelle Querallee und an der Ampelanlage Wasaplatz werden in diesen Tagen abgeschlossen. Rund um den Gustav-Adolf-Platz wachsen nun 14 Amberbäume. An der neuen Haltestelle am Haltepunkt Strehlen ist dagegen noch einiges zu tun. „Bis nächste Woche werden alle Abschnitte fertig, die für die Verkehrsfreigabe nötig sind“, sagt Anja Ehrhardt, Sprecherin der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).

So rollt der Verkehr

Ab 6. Juli, 3.30 Uhr, werden die Straßenbahnlinien 9 und 13 regulär über die neue Trasse fahren. Auch die Buslinien 61, 63, 75 und 85 kehren dann wieder auf ihre gewohnten Strecken zurück. Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer müssen an einigen Stellen noch mit Einschränkungen rechnen, weil hier und da noch Borde gerückt oder Pflaster gelegt werden müssen. Am Wasaplatz, der derzeit einem Verkehrsirrgarten ähnelt, ist noch viel zu tun. Die Umgestaltung dauert bis zum Herbst, wobei auch ein Mobilitätspunkt entsteht.

Das hat es gekostet

Man rechne mit Baukosten von etwa 30 Millionen Euro für alle Beteiligten, zu denen neben Stadt und DVB auch Versorgungsunternehmen wie die Stadtwerke Drewag gehören. Die Summe hatte DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach Ende April bei einem Baustellenrundgang genannt, eine neuere Kostenschätzung gibt es nicht. Als die Bauarbeiten im März 2017 begannen, war noch von 20 Millionen Euro die Rede. Die Mehrkosten sind vor allem auf einen Baustopp von 14 Monaten zurückzuführen, den ein Formfehler der Landesdirektion Sachsen beim Planfeststellungsverfahren und eine Anwohnerklage verursacht hatten. Nach Wiederaufnahme der Arbeiten im vergangenen Sommer wurde erneut geklagt, das Verfahren ist inzwischen eingestellt.

So wird gefeiert

„Wir möchten uns bei den Anwohnern und unseren Fahrgästen für ihre Geduld bedanken und laden alle ganz herzlich zur Eröffnung der neuen Straßenbahntrasse ein“, sagt DVB-Vorstand Hemmersbach. Das Fest findet am Freitag, 5. Juli, von 13 bis 18 Uhr am Haltepunkt Strehlen statt. Die DVB und das Straßenbahnmuseum bieten kostenlose Rundfahrten über die neue Strecke mit drei historischen Fahrzeugen und einer modernen Stadtbahn an. Jeweils ein historischer MAN-, Gotha- und Tatra-Zug sowie ein Niederflurwagen NGT D12DD pendeln zwischen dem Betriebshof Reick und der Gleisschleife Wallstraße. Die Rundfahrten führen über die Reicker Straße, die Lockwitzer Straße, den Wasaplatz, den S-Bahnhof Strehlen, den Lennéplatz, den Hauptbahnhof Nord und die Prager Straße. Der Zustieg ist auf dieser Strecke an jeder Haltestelle möglich.

So geht es weiter

Die Neubaustrecke gehört zum Stadtbahn-2020-Projekt Campuslinie, einem Ausbauvorhaben zwischen Kesselsdorfer und Tiergartenstraße. An der Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße wird bereits kräftig gebaut. Für die Abschnitte dazwischen wird es wohl noch einige Jahre mit dem Baubeginn dauern.

Für den Neubau der Nossener Brücke soll Ende dieses Jahres die Planfeststellung beginnen. Am Zelleschen Weg wird gerade über den 2016 schon gefassten Ausbaubeschluss diskutiert. Erfreulich für die Strehlener: Die nun nicht mehr gebrauchten Gleise auf der Wasastraße werden nicht nur herausgerissen, es ist auch ein grundhafter Ausbau der Straße geplant.

Von Uwe Hofmann