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Lokales Eltern der Grundschule Naußlitz fordern eine Ampel
Dresden Lokales Eltern der Grundschule Naußlitz fordern eine Ampel
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09:21 14.09.2018
5700 Autos und die Busse der Linie 90 rollen täglich über die Saalhausener Straße an der Grundschule Naußlitz. Die Eltern fordern eine Bedarfsampel.
5700 Autos und die Busse der Linie 90 rollen täglich über die Saalhausener Straße an der Grundschule Naußlitz. Die Eltern fordern eine Bedarfsampel. Quelle: Uwe Hofmann
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Dresden

Im Februar begannen die Probleme. So sieht das zumindest Karl Krauß. Denn in dem Wintermonat konnten die 250 Kinder der Grundschule Naußlitz nach zweijähriger Sanierungszeit ihr angestammtes Schulgebäude an der Saalhausener Straße wiederbeziehen – unter ihnen Krauß’ Tochter. „Etwa die Hälfte der Kinder muss auf dem Schulweg die Saalhausener Straße queren, was an dieser Stelle sehr schwierig ist“, sagt er im Namen der Elternschaft. „Wir fordern eine Bedarfsampel.“

Das sagte er der Schulleitung und ein wenig später auch der Landtagsabgeordneten Eva-Maria Stange (SPD), die in dem Gebiet ihren Wahlkreis hat. Die setzte sich für die Grundschuleltern ein, schrieb einige E-Mails und bewirkte so, dass es am Donnerstag zu einem Treffen der Elternschaft mit Reinhard Koettnitz, dem Leiter des Straßen- und Tiefbauamts, kam.

Der erschien nicht mit leeren Händen: Vergangene Woche haben Arbeiter Halteverbotsschilder gegenüber dem Schuleingang aufgestellt, was den ABC-Schützen an der ansteigenden und kurvenreichen Straße einigermaßen freie Sicht verschaffen soll. Umso größer der Ärger, dass gleich zwei Autofahrer die Beschilderung ignoriert und ihre Autos dort abgestellt hatten. „Das sind die Eltern“, schimpfte Koettnitz und nahm beide mit seinem Diensthandy als Falschparker auf. „Die kriegen Post vom Ordnungsamt.“ Wildes Parken sei gerade zu Unterrichtsbeginn vor vielen Schulen ein großes Problem.

„Es würden sicher weniger Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, wenn der Schulweg sicher wäre“, kommentierte das Krauß. Doch außer dem Halteverbot, das nach Elternhinweis eventuell noch etwas erweitert wird, und dem ohnehin geltenden Tempo 30 an der Strecke ist wohl vorerst nichts weiter drin. „Wir haben Forderungen nach einem Überweg mit Lichtsignalanlage von 30 Prozent der Elternschaft in Dresden“, sagte Koettnitz. „Das übersteigt die Kapazitäten einer Kommune.“

Kurzfristige Besserung könnte ein Schülerlotse verschaffen, der allerdings in den letzten Monaten trotz größerer Bemühungen nicht gefunden werden konnte. Einen Zebrastreifen an der Schule, wie ihn der Verein Dresden zu Fuß fordert, hält Koettnitz für nicht praktikabel, weil das Terrain nicht die erforderliche 100 Meter freie Sicht für den Autofahrer hergebe und „die dafür erforderliche optische Kommunikation zwischen Autofahrer und Schulkind schwierig ist“, wie er sagt. Bleibt die Option Fußgängerampel, die sich nicht nur wegen der Investitionskosten von 30.000 bis 80.000 Euro nicht so schnell umsetzten lasse. Krauß will hartnäckig bleiben und eventuell über eine Stadtratsinitiative die Dinge beschleunigen. „Im nächsten Schuljahr geht mein zweites Kind hier zur Schule“, sagt er.

Von Uwe Hofmann