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Lokales Elefant Tembo im Dresdner Zoo noch ohne Erfolg
Dresden Lokales Elefant Tembo im Dresdner Zoo noch ohne Erfolg
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17:52 02.10.2019
Tembo reagiert seine überschüssigen Kräfte am Futterbaum ab. Quelle: Jochen Leimert
Dresden

Zehneinhalb Monate ist es her, dass der Afrikanische Elefantenbulle Tembo aus dem Tierpark Berlin im Dresdner Zoo eintraf. Hier soll der Wildfang, der etwa 1985 in Simbabwe geboren wurde und 1987 nach Friedrichsfelde kam, für Nachwuchs sorgen. Doch bislang ist noch keine der drei Dresdner Kühe trächtig geworden.

Wolfgang Ludwig, der zoologische Leiter im viertältesten Tiergarten Deutschlands, bedauert das, doch die Hoffnung auf Nachwuchs geben sein Team und er noch lange nicht auf. „Tembo ist jetzt das erste Mal in einem anderen Zoo, deshalb hat es vielleicht auch etwas länger gedauert, bis er sexuelles Interesse an den Kühen zeigte. Wenn sich ein erwachsenes Tier in einer anderen Umgebung einlebt, dann dauert das ein paar Monate“, sagt der Fachmann.

Auch Drumbo ist noch nicht trächtig

Erst im Frühjahr hat Tembo, der eindrucksvolle Bulle mit den großen Stoßzähnen, der in Berlin schon sieben Mal Nachwuchs zeugte, damit begonnen, alle drei Kühe zu decken. Was anfangs mit Drumbo, Mogli und Sawu nicht klappen wollte, funktionierte, als die Pfleger den Tusker nicht mehr mit allen drei Weibchen zugleich auf die Freianlage ließen, sondern ihn einzeln mit der jeweils gerade in Östrus kommenden Kuh vergesellschafteten. „Seit wir das so machen, sind die Kühe auch gedeckt worden“, so Ludwig.

Wolfgang Ludwig Quelle: Jochen Leimert

Bulle macht längere aggressive Phase durch

Bis vorige Woche war dem Berliner Kraftprotz Mogli, die rangniedrigste Kuh, zugeteilt. Doch in derem zweiten Zyklus hat sie Tembo – anders als beim ersten Mal – nicht gedeckt. Ludwig vermutet verschiedene Gründe dafür. Zum einen sei Mogli (wie Sawu ein Wildfang aus dem Tuli-Reservat in Botswana) schon immer etwas ängstlich gegenüber Tembo. Andererseits war der Bulle „diesmal wenig interessiert an ihr“. Das könnte an der Musth liegen – einem Zustand, in dem Bullen nach einem Testosteron-Schub eine längere aggressive Phase durchmachen und sich eher Rangordnungskämpfen als der Werbung von Kühen widmen.

Zu erkennen ist die Musth an einem Sekret, das Drüsen seitlich am Kopf der Bullen absondern. Und an ihrem Verhalten: In freier Wildbahn kämpfen sie mit anderen Männchen, zerstören Bäume und reißen Büsche aus. Im Zoo reagiert sich Tembo vor allem an einem stählernen Futterbaum ab, den er oft attackiert.

Den Futterkorb hängen die vier Elefantenpfleger – zwei sind täglich da – schon gar nicht mehr oben ein, denn Tembo würde ihn gleich wieder herunterreißen und zerstören. „Er hat außen wie drinnen schon einiges kaputt gemacht“, weiß Ludwig, „wir hoffen aber, dass das abflaut. Es hat auch den Anschein, dass es langsam zurückgeht.“ Beim den ersten Deckakten sei Tembo noch nicht so sehr in Musth gewesen, vielleicht werde er in ruhigerem Zustand wieder sexuell aktiver.

Mogli (l.) und Tembo verbrachten in den letzten Wochen viele Stunden zu zweit auf der Außenanlage. Quelle: Jochen Leimert

Künstliche Befruchtung kommt nicht mehr in Frage

Nun soll ihn also Drumbo erneut verführen. „Sie war von Anfang an diejenige, die sofort zu ihm gegangen ist“, erklärt Ludwig. Die im Kruger-Nationalpark geborene Südafrikanerin ist 29 Jahre alt, seit 1992 im Zoo und könnte auf ihre alten Tage noch einmal auf natürlichem Wege schwanger werden. Thabo-Umasai, ihr einziges Kalb, wurde schon 2006 geboren. Der 2017 im Zoo Pittsburgh an einer Autoimmunerkrankung verstorbene Jungbulle, war aber noch durch künstliche Besamung gezeugt worden. Ein aufwendiges Verfahren, das der hiesige Zoo nicht mehr durchführen möchte.

Seit der Umstellung der Dresdner Elefantenhaltung auf geschützten Kontakt, ist das noch schwieriger geworden. Das Afrikahaus ist bei der Sanierung auch extra so umgebaut worden, dass zeitweise ein Zuchtbulle gehalten werden kann. Und als in Friedrichsfelde Umbauarbeiten anstanden und Tiere an andere Tiergärten abgegeben werden mussten, wurde man auch schnell fündig. Nachdem der Führer des Europäischen Zuchtbuchs, der im Zoo Wuppertal ansässig ist, zustimmte, reiste Tembo am 13. November 2018 nach Dresden, wo er jetzt noch mindestens ein Jahr bleiben soll.

Sawu war die härteste Nuss für Tembo

An eine dauerhafte Bullenhaltung an der Oberelbe ist aber nicht gedacht. Wenn die Interimshalle am Löwengehege verkauft und abgebaut worden ist, dann soll an ihrer Stelle ein zweites Außengehege entstehen, in dem bei Bedarf Muttertier und Kind separat gezeigt werden können. „Für den Bau eines Bullenstalls fehlt der Platz, da müssten wir sonst in die Fläche der Löwenanlage oder der Kattainsel gehen. Das ist aber nicht geplant“, weiß Wolfgang Ludwig.

Drumbo ist in dieser Woche mit Tembo auf der Anlage. elefanten Quelle: Picasa

Er hofft nun erst einmal, dass es die Befruchtung vielleicht bei Sawu geklappt hat. Ob der letzte Deckakt Tembos bei der Dresdner Leitkuh im Sommer erfolgreich war, wird das Labor aber erst in einigen Wochen anhand von Urinproben feststellen können. Sawu sei die härteste Nuss für Tembo gewesen. „Sie ist die aktuelle Alphakuh, zeigte lange sehr viel Respekt und Reserviertheit ihm gegenüber. Alphakühe dürfen sich als Chefin der Herde auch nicht so leicht in Gefahr begeben“, erläutert Ludwig.

Sawu, die 1996 in freier Wildbahn geboren wurde und 1999 mit Mogli nach Sachsen kam, ist mit 23 Jahren die jüngste der drei Kühe, die sich allesamt erstmals mit einem ausgewachsenen Bullen paaren können. Eine Elefantennachzucht auf natürlichem Wege hat es im Zoo Dresden noch nie gegeben. Sollte eine oder mehrere der drei Kühe trächtig werden, müssten die Zoofans aber noch eine ganze Weile auf den ersten Babyfant seit Thabo-Umasai warten, denn eine Schwangerschaft bei Weibchen der Gattung Loxodonta africana dauert stolze 22 Monate.

Von Jochen Leimert

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