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Lokales Elbhangfest mit Bäbe und Muggefugg
Dresden Lokales Elbhangfest mit Bäbe und Muggefugg
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13:40 27.06.2019
Die Mädchen der Tanzbühne "Kaleidoskop" von der Jugendkunstschule haben sich als Kaffeekanne und Zuckerwürfel kostümiert. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Durch Loschwitz führt eine „Kaffeemeile“, eine Bierbrauerei präsentiert einen Cafégarten – und ein großer fahrender Bäbe-Kuchen zieht durch die Straßen: Das 29. Elbhangfest steht unter dem Motto „Diddschn statt Diggschn! – Sächsischer Kaffeeklatsch mit Gästen aus Chemnitz und Leipzig“. Von Freitag bis Sonntag lädt der Elbhangfest e. V. zu einem „wohltemperierten Kaffeekränzchen“ unter freiem Himmel am Dresdner Elbhang ein. Zwischen Loschwitz und Pillnitz widmen sich rund 250 Programmpunkte auf der sieben Kilometer langen Feststrecke der sächsischen Sprache, Literatur, Musik und Tradition. Geladen sind Gäste und Künstler aus Dresden, Chemnitz und Leipzig, Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) übernimmt die Schirmherrschaft.

Viele musikalische Höhepunkte

Schon der erste Abend wartet mit besonderen Höhepunkten auf. In der Loschwitzer Kirche eröffnet am Freitag um 19 Uhr das Sächsische Vocalensemble mit der Uraufführung der Kantate „CLARA!“ – einer Hommage an die Leipziger Komponistin Clara Schumann. Gleichzeitig spielt auf dem Dorfplatz die „Dresden Bigband“ mit Jazzmusikerin Pascal von Wroblewsky als besonderem Gast. Außerdem sind die Leipziger A-Cappella-Formation „Quintese“ sowie die Musiker Tom Götze und Stefan Bormann um 19.15 Uhr und 20 Uhr in Pillnitz zu hören. Ein Kontrastprogramm liefern in den späteren Abendstunden die „Gruppa KMS“ (22.30 Uhr) auf dem Loschwitzer Dorfplatz und die „Russendisko“ mit „DJ Kremlcocktail“ (22 Uhr) in Wachwitz.

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Auch am Sonnabend wird es musikalisch. Den ganzen Tag spielen Bands verschiedener Genres überall auf dem Elbhangfest verteilt. Um 20 Uhr ist schließlich mit der Pianistin Ragna Schirmer eine preisgekrönte Schumann-Spezialistin zu hören, die ihren Zuhörern solistisch Lieblingsstücke der Komponistin näher bringt. Sie tritt in der Weinbergkirche in Pillnitz auf.

Am Sonntag sind unter anderem die „Muggefugg Symphoniker“ um 15 Uhr auf dem Dorfplatz Loschwitz zu hören. Den krönenden Abschluss bestreiten Tom Pauls und das Thomas-Meining-Quartett um 18 Uhr in Pillnitz. Sie präsentieren das Stück „Ein Sommernachtstraum – Eine sächsische Romanze mit Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy“.

Der Höhepunkt des Wochenendes wird natürlich der traditionelle Festumzug. Dieser steht unter dem Motto „Sachsendreier“ und zeigt 20 Bilder aus den Regionen Dresden, Leipzig und Chemnitz, die sich mit dem sächsischen Kaffeeklatsch beschäftigen. Mit von der Partie sind unter anderem das Dresdner Schokoladenmädchen, die Lokomotive der ersten Eisenbahn von Dresden nach Leipzig und eine große fahrende Bäbe der Bäckerei Wippler.

Auch kulinarisch dreht sich alles ums Kaffeekränzchen. Neben dem „Scheelchen Heeßen“ (Kaffee) allerorten können auch „Can-Diddschini-Kekse“, „Elsas Bäbe“ und „Loschwitz-Burger“ verspeist werden.

Außerdem öffnet wieder eine Vielzahl von Privatinitiativen ihre Gärten. In charmanter familiärer Atmosphäre können Besucher sich dort vom allgemeinen Festtrubel erholen und kleine Programme entdecken. Stellvertretend seien hier die Gärten der Laubegaster Straße, der Dreßelsche Skulpturengarten in Wachwitz oder auch das Café Gustav mit internationalen Spezialitäten am Elbhangtreff Niederpoyritz genannt.

Ein Novum in diesem Jahr sind die acht Lesehocker, die an verschiedenen Orten des Festgeländes aufgestellt werden. An ihnen kann jeder Interessierte entweder eigene Texte oder solche aus den nebenstehenden Bücherkisten zum Besten geben.

Schlossteich wird zu Wörthersee

Ein weiterer Höhepunkt des Wochenendes ist zweifelsohne der sächsische Wörthersee: Im Teich am Fliederhof im Schlosspark Pillnitz wurden bereits am Mittwoch typische Wörter im sächsischen Dialekt zu Wasser gelassen. Diese habe man im Vorfeld aus dem Fundus der beliebtesten sächsischen Wörter des Jahres ausgewählt, die alljährlich von der Ilse-Bähnert-Stiftung ausgezeichnet werden, erklärt Elbhangfest-Sprecher Holger Friebel.

Die 22 Wörter, darunter beispielsweise „Dämse“ (Hitze) und „Hitsche“ (Fußbank), wurden zunächst gezeichnet, dann vergrößert und schließlich auf dünnen, farbigen Kunststoff gedruckt. Die zwischen einem und eineinhalb Meter großen Wortflächen schwimmen an der Wasseroberfläche. Wer Schwierigkeiten mit sächsischer Mundart hat, für den gibt es auch eine Tafel mit der jeweiligen Übersetzung ins Hochdeutsche. Der Wörthersee wurde am Donnerstag um 19 Uhr eröffnet und ist das Wochenende über Schauplatz für mehrere Programmpunkte.

Lydia Göbel, Geschäftsführerin des Elbhangfest e. V., rechnet für die Veranstaltung mit rund 25 000 zahlenden Gästen. Damit wäre man wieder bei Besucherzahlen, die für das Elbhangfest üblich sind. Im Jahr 2018 wurden aufgrund des schlechten Wetters nur 19 000 Besucher gezählt. Mit Regen ist an diesem Wochenende jedoch nicht zu rechnen. Im Gegenteil – die Temperaturen kratzen wahrscheinlich wieder an der 30-Grad-Marke. Auf große Hitze sei man allerdings bestens vorbereitet, sagt Göbel. Für das Team und alle Helfer stehe die doppelte Wassermenge bereit. Man appelliere an alle, genug zu trinken und ausreichende Pausen einzulegen. Auch das Deutsche Rote Kreuz sei für Notfälle vor Ort. Im Büro der Organisatoren gäbe es zudem jetzt schon ein glitzerndes Bassin, um sich abzukühlen, fügt sie scherzhaft hinzu.

Das gesamte Elbhangfest kann mit einer Festkarte für alle Veranstaltungstage besucht werden. Diese kostet 14 Euro, 12 Euro mit Ermäßigung. Die jeweiligen Tageskarten bewegen sich zwischen 13 Euro am Sonnabend (ermäßigt 11 Euro) und 12 Euro am Sonntag (ermäßigt 10 Euro). Wen es eher in den späten Stunden an den Elbhang zieht, der kann auch eine Abendkarte erwerben. Diese kostet am Freitag 9 Euro (ermäßigt 7 Euro), am Sonnabend 6 Euro ab 22 Uhr und am Sonntag 6 Euro ab 20 Uhr.

Von Carl Gruner