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Lokales Elberadweg für Ski-Weltcup 17 Tage gesperrt
Dresden Lokales Elberadweg für Ski-Weltcup 17 Tage gesperrt
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18:38 20.12.2018
Damit die Sportler um Weltcup-Punkte kämpfen können, müssen die Radfahrer eine Umleitung fahren. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die Stadtratsfraktion Die Linke schlägt Alarm: Der Ski-Weltcup steht vor der Tür und immer noch liege keine sichere und leistungsfähige Umleitung für den Elberadweg vor“, kritisiert Stadtrat Norbert Engemaier. „Das ist enttäuschend. Innovatives Stadtmarketing sieht anders aus.“

Die Linken lehnen den Ski-Weltcup am Elbufer ohnehin ab. „Die tonnenweise Produktion und Verbringung von Kunstschnee an die Elbwiesen ist ein fatales Zeichen zu Zeiten des Klimawandels“, so Engemaier, „die Veranstaltung in Dresden stellt einen steuerfinanzierten Affront gegenüber allen sächsischen Skigebieten dar.“

Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilte, sind die Bedenken wegen des Radweges längst ausgeräumt. „Die Organisatoren des Weltcups haben gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub und dem Straßen und Tiefbauamt viel Zeit und Kraft investiert, um eine Lösung für die Umleitung des Elberadweges zu finden“, erklärte Stadtsprecher Karl Schuricht. Bei mehreren Vor-Ort-Terminen sei das Thema diskutiert worden.

„Die Radverkehrsführung kann gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden“, kündigte Reinhard Koettnitz an, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes. In der Auf- und Abbauzeit werden die Radfahrer in Richtung Johannstadt in Höhe des Elbseglers am Hotel Bellevue abbiegen müssen und während der viertägigen Veranstaltungszeit in Höhe des Glockenspiel-Pavillons. In Richtung Pieschen werden die Radfahrer über den Carolaplatz und entlang des Gehweges auf der Köpkestraße geleitet, ehe sie an der Augustusbrücke auf dem Radweg an der Seite des Hotels Westin Bellevue zurück auf den Elberadweg fahren können.

„Wir haben die Kritik und Hinweise des Vorjahres ernst genommen. Die Umleitungsempfehlung ist deutlich kürzer als im vergangenen Jahr“, erklärte Weltcup-Sprecherin Viktoria Franke. Die Veranstalter hätten die bautechnischen Maßnahmen im Stadion zeitlich so angepasst, dass nur von 7. bis 24. Januar umgeleitet werden müsse und damit zehn Tage weniger als im vergangenen Jahr.

Unterdessen hat Tourismusbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) dem Stadtrat eine Analyse zur wirtschaftlichen Bedeutung des Ski-Weltcups vorgelegt. Demnach sei im Januar 2018 die Zahl der Übernachtungen um 31 838 im Vergleich zum Januar 2017 gestiegen. Diese Steigerung lasse sich aber nur schwer einem Einzelereignis zuordnen. Auch im Februar und März habe es zweistellige Zuwachsraten im Vergleich zu 2017 gegeben, so Klepsch. Nicht eine Einzelmaßnahme, sondern eine Gesamtstrategie zur Steigerung der Übernachtungszahlen könne zu der positiven Entwicklung beigetragen haben, konstatierte Klepsch.

Ein überproportionaler Anteil am Zuwachs der Übernachtungen sei ausländischen Gästen zuzurechnen. Doch auch diese Steigerung könne nicht eindeutig dem Ski-Weltcup zugerechnet werden. Zwar hätten 320 Athleten mehrere Nächte in Dresden übernachtet. Aber eine Auswertung zeige auch ein Plus von 5500 Übernachtungen durch polnische Gäste im Januar. „Häufig kommen polnische Gäste als Shoppingtouristen nach Dresden“, bezweifelt Klepsch einen Zusammenhang mit dem Weltcup.

Es sei nicht möglich, dem Sportereignis einen gesicherten, messbaren Anteil an der Steigerung der Übernachtungszahlen im Januar zuzuweisen. Der Weltcup müsse aber auch im Hinblick auf seine Werbewirkung durch die Fernsehübertragungen und in Bezug auf spezielle Marketingmaßnahmen für Dresden beispielsweise in den skandinavischen Ländern betrachtet werden, heißt es in der Analyse.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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