Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Kunstwerke in der Kältekammer: Neuauflage der „Eiswelt“ wird märchenhaft
Dresden Lokales Kunstwerke in der Kältekammer: Neuauflage der „Eiswelt“ wird märchenhaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
17:16 16.11.2019
Eiswelt 2019 in der Zeitenströmung Quelle: Anja Schneider
Anzeige
Dresden

Eigentlich mag er den Sommer ja lieber, sagt der Schneemann Olaf im oscarprämierten Animationsfilm „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“, der nun mit „Die Eiskönigin 2“ eine Fortsetzung findet, die ab kommenden Mittwoch in vielen deutschen Kinos Jung und Alt begeistern wird. Man darf sich auf viel Quatsch mit Schneemann Olaf freuen, in der Eiswelt, die ab 23. November in der Zeitenströmung (Halle 12) an der Königsbrücker Straße 96 ihre Fortsetzung findet, wird er stocksteif dastehen – und trotzdem Liebling des Publikums sein.

Schon vor zwei Jahren, als dort das erste Mal eine Eiswelt aufgebaut wurde, rannten Kinder zuhauf auf ihn zu, konnten nicht immer von ihren Eltern zurückgehalten werden, sodass die Figur mit der Karottennase immer wieder mal mit neuen Armen ausgestattet werden musste. Kollateralschaden, aber „ohne Olaf geht es nicht“, wie Oliver Hartmann, Projektleiter der Eiswelt, gestern gegenüber den DNN bekräftigte.

Anzeige

Es klingt nach Zahnarztbohrer und Kettensägenmassaker

Über 180 000 Besucher zählte man vor zwei Jahren binnen drei Monaten, auf einen ähnlichen Zuspruch hofft die Musea GmbH als Veranstalter auch dieses Mal. Noch wird von 23 Künstlern aus aller Welt gewerkelt, es klingt tagsüber nach Kettensägenmassaker und Zahnarztbohrer. Die Künstler, darunter diverse Welt- und Europameister in den einstweilen noch nicht olympischen Disziplin „ice and snow carven“ (dt. Eis und Schnee schnitzen), kommen aus den unterschiedlichsten Ländern, die weiteste Anreise hatte Jeffrey Ng aus Singapur.

Für den Bau der Eisskulpturen kommt selbst gemachtes Eis zum Einsatz. Insgesamt 250 Tonnen Eis wurden nicht in Italien, sondern in Lettland hergestellt. Zusätzlich erzeugt das Eiswelt-Team vor Ort mit einer Schneemaschine 150 Tonnen Schnee, der gut haftet. Es wird sogar milchiges Eis hergestellt. Sauerstoffmoleküle werden mit ins Eis eingeschlossen, sodass es ein milchiges Aussehen erhält. Theoretisch besteht die Möglichkeit, Eis auch bunt einzufärben, aber davon macht man bewusst keinen Gebrauch – man setzt laut Hartmann lieber auf Beleuchtungseffekte durch stimmiges Licht.

Es werden keine chemischen Zusatzstoffe verwendet, sodass der Schnee 100 Prozent natürlich bleibt. Hat man alles Eis zusammen, beginnen die Künstler mit dem „carven“ (dt. schnitzen). Von oben nach unten schneiden, ritzen und gravieren sie wahre Kunstwerke aus den Schneeblöcken, wobei sie besonders auf Statik und Gewicht achten müssen.

Aschenbrödel trägt ein Scherbenkleid aus Eisbrocken

Man liege gut im Zeitplan, versichert Hartmann, dem die Kälte nicht so viel ausmacht, zumal er schließlich Allgäuer ist. Ab dem 23. November bis 23. Februar 2020 sind auf über 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche unter dem Motto „Wintermärchen“ außer Olaf allerlei Märchenfiguren zu sehen, darunter Schneewittchen, die schlafend dahingestreckt ruht, wer den Drang verspürt, sie wachzuküssen, sollte es bleiben lassen, es könnten ja die Lippen festfrieren.

Acht Grad sind es in der Halle – minus natürlich. In Morgenröthe-Rautenkranz mag man drüber lächeln, aber in Dresden kannte man in den vergangenen Jahren solche Minusgrade eher nicht. Besucher sollten sich also warm einpacken, bei Kindern sollte einkalkuliert werden, dass für sie eine eisige wie glatte Rutschbahn bereitsteht! Natürlich fehlt in der Kältekammer das Aschenbrödel aus dem bekannten Defa-Märchenklassiker nicht, hier in der Halle trägt sie ein Scherbenkleid, das aus vielen einzelnen Eisbrocken zusammengesetzt ist.

Glockenpavillon ist die höchste Skulptur

Neben winterlichen Bildszenen, einem begehbaren Pfefferkuchenhaus und einer Unterwasserwelt mit der kleinen Meerjungfrau, erhalten auch einige berühmte Dresdner Baudenkmäler ein Pendant aus Eis und Schnee, der Glockenpavillon des Zwingers weist mit acht Metern die größte Höhe auf. Statt einer Tanne wie vor zwei Jahren ist nun eine Pyramide samt Flügeln zu bewundern, etwa sechseinhalb Meter hoch. Es gibt natürlich auch deutlich kleinere, kalte Kunstwerke. Die sieben Zwerge, die Schneewittchen helfen, fallen – das liegt in der Natur der Sache – nicht so groß aus.

Hinweise zu Öffnungszeiten, Ticketpreisen, Parkplätzen und gastronomischer Versorgung unter www.eiswelt-dresden.de

Von Christian Ruf

Der Autor und Reisejournalist André Schumacher präsentiert am Sonntag um 19.30 Uhr im Hörsaalzentrum der Technischen Universität seine preisgekrönte Reisereportage „Wildes Europa – 3517 Kilometer mit Kind und Kegel“ in Film und Fotos.

16.11.2019

Auf der Baustelle Augustusbrücke ist für kurze Zeit noch ein Blick auf das mittelalterliche Dresden möglich. Dort ist nach wie vor unklar, wie hoch die Mehrkosten für die großangelegte Sanierung werden. Immerhin werden die Vorstellungen für eine Fertigstellung immer klarer.

16.11.2019

Der Umgang mit Extremisten wird immer wieder zur Gretchenfrage der politischen Auseinandersetzung. Davon ist nun auch die Kulturhauptstadtbewerbung der Landeshauptstadt Dresden erfasst.

16.11.2019