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Lokales Einzelhändler gegen Globus-Projekt in Dresden-Neustadt - Gewerbetreibende befürchten zweiten Elbepark
Dresden Lokales Einzelhändler gegen Globus-Projekt in Dresden-Neustadt - Gewerbetreibende befürchten zweiten Elbepark
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19:14 09.09.2015

Nach der überraschenden Wende im Bauausschuss zugunsten des Globus-Projekts (DNN berichteten) hagelt es Proteste von Pieschener Einzelhändlern und dem City-Management in der Dresdner Altstadt. Die Befürchtung: Es entstehe ein zweiter Elbepark, der gewachsene Arbeitsplätze von Gewerbe und Einzelhändlern in Pieschen vernichtet und die weitere Entwicklung der Innenstadt massiv behindert.

Uwe Socher (42), Inhaber des Frankreichladens „savoir vivre" auf der Bürgerstraße, ist von CDU und FDP enttäuscht. Während deren Ortsbeiräte gegen das Projekt votierten, stimmten die Parteifreunde im Bauausschuss plötzlich dafür. Bei der FDP hieß es, ein gesunder Wettbewerb im Markt regele das, so Socher. „Wie gesund muss ein Hering sein, wenn er im Haifischbecken schwimmt?", fragt Socher angesichts des unfairen Kampfes David (die Kleinhändler in Pieschen) gegen Goliath (der Globus-SB-Warenhaus-Riese).

Der Unternehmerverein Pieschen hat allein im Bereich Oschatzer, Leipziger und Bürgerstraße Unterschriften von 27 Gewerbetreibenden gegen das Globus-Projekt gesammelt. Vorsitzender Karl-Heinz Laganowski rechnet mit

20 Prozent Umsatzverlust in allen Branchen, wenn der Riese kommt. Das bedeute nicht nur die Vernichtung des kleinteiligen Handels in Pieschen und der Neustadt, sondern auch eine „Verarmung an Menschlichkeit", weil dann auch der intensive Kontakt zu einheimischen Händlern verloren gehe.

Am meisten wurmt die Kleinhändler, dass das Projekt allen bisherigen Entscheidungen und Planungen der Verwaltung und des Stadtrates widerspreche. Stadtplanungsamt, Ortsbeiräte in Pieschen und Neustadt sowie sämtliche Stadtratsbeschlüsse dazu (Zentrenkonzept, Hafencity) sind gegen das Mega-Vorhaben - doch CDU, FDP und Bürgerfraktion sind plötzlich dafür. Das stößt auch beim City-Management auf Unverständnis. Chefin Tanja Terruli weist zudem darauf hin, dass das geplante Warenhaus mit seinem Mix aus zentrenrelevanten Waren auch noch gegen die „Dresdner Sortimentsliste" verstoße. Auch der Handelsverband Sachsen habe sich gegen die geplante Ansiedlung ausgesprochen, so Terruli.

CDU, FDP und Bürger folgten im Bauausschuss dem Investor. Der warb damit, dass das alte Bahnhofsgelände saniert werde, es eine Öffnung der Bahnbögen an der Großenhainer Straße zum Neustädter Bahnhof gebe, eine neue Kita entstehe und der Supermarkt ein Solardach erhalte. Nächsten Donnerstag entscheidet nun der Stadtrat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.11.2011.

Ralf Redemund

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