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Lokales Eine Volkskrankheit in Vitrinen: Dresden bekommt ein Diabetesmuseum
Dresden Lokales Eine Volkskrankheit in Vitrinen: Dresden bekommt ein Diabetesmuseum
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12:12 14.11.2019
Onno Janßen will im Februar ein Diabetesmuseum eröffnen. Quelle: Jürgen-M. Schulter
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Dresden

Stolz präsentiert Onno Janßen den Taschen-Polarimeter aus dem 1938 von der Firma Carl Zeiss. Die Gerätschaft, mit der man bis in die 80er-Jahre den Zuckergehalt im Urin messen konnte, bekam Janßen von einem Dresdner Architekten. Daneben liegen ein paar Dutzend Insulin-Pens, einer davon für Kinder mit bunten Motiven bedruckt. Auf einer anderen Vitrine sitzt ein alter Teddy mit einem grünen Streifen um den Bauch, der zeigt, wo die Insulin-Injektion hingehört.

Onno Janßens Sammlung für sein geplantes Diabetesmuseum an der Eisenberger Straße steht noch am Anfang. „Alles, was museumswürdig ist, am besten aus der Vorwendezeit, können wir gebrauchen“, sagt der Dresdner. Die Vitrinen, die er von der Technischen Universität bekam, bieten noch einigen Platz. Deshalb ruft Janßen alle Dresdner auf, Dinge wie alte Messinstrumente für den Blutzuckerspiegel oder Bücher zum Thema Diabetes bei ihm abzugeben, damit er im Februar eröffnen kann.

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Ehrenamtliche Helfer gesucht

Das Diabetesmuseum ist ein Projekt des Brix-Vereins, ein Treffpunkt für Menschen aus Pieschen und anderen Stadtteilen mit kulturellen Angeboten. Die Führungen im Museum sollen mit Voranmeldung stattfinden, damit sie zeitlich mit den anderen Vereinsaktivitäten vereinbar sind. Damit alles reibungslos klappt, sucht Janßen, Vorsitzender des Vereins, noch ehrenamtliche Helfer, die das Museum mit Führungen unterstützen.

Wenn Sie etwas im Diabetesmuseum abgeben wollen:

Initiator Onno Janßen freut sich über alle Gegenstände rund um das Thema Diabetes, welche aus der Vorwendezeit stammen.

Wer etwas abgeben möchte, kann Herrn Janßen vorab kontaktieren.

E-mail: diabetesmuseum.dresden@gmail.com

Tel. 3230483

Adresse: Eisenberger Straße 9

Website Brix Verein: brix-pieschen.de

Janßen will mit dem Diabetesmuseum zur Aufklärung über die Volkskrankheit beitragen: „Es gibt so viel Nichtwissen. Man ist fünf Minuten beim Arzt und den Rest des Wissens müssen sich Betroffene selbst aneignen. Wir wollen hier auf verstehbare und anschauliche Art und Weise einen Überblick über die Krankheit geben.“

Anstatt förmlicher Vortragsatmosphäre soll es mit alten Sesseln, einer Theke und Kaffee und Kuchen für die Besucher des Museums gemütlich werden.

Kalender mit prominenten Diabetikern geplant

Neben Aufklärung ist Janßen auch die Stärkung der von Diabetes Betroffenen wichtig. „Die psychologischen Folgen der Krankheit werden häufig außer Acht gelassen. Da geht man zum Arzt, bekommt die Diagnose und das war’s dann erstmal.“ Um Erkrankte zu ermutigen, plant Janßen, der selber einen persönlichen Bezug zur Blutzuckerkrankheit hat, einen Kalender mit prominenten Diabetikern. „Wir wollen mit den verschiedenen Geschichten Mut machen, anstatt die Krankheit zu dramatisieren“, sagt er. Zudem sollen sich die Leute beim Museum engagieren und es mitgestalten können.

Der Taschen-Polarimeter zur Blutzucker-Untersuchung im Urin aus dem Jahr 1938 gehört zu den ersten Ausstellungsstücken. Quelle: Jürgen-M. Schulter

Außerdem will der Dresdner in dem Museum einen Ort des Austauschs für Betroffene, aber auch für deren Angehörige schaffen. „Die Leute sollen sich vernetzen können. Beispielsweise könnten Typ 2-Diabetiker von Betroffenen der Typ 1-Diabetes lernen. Vielleicht mündet es auch in einer Selbsthilfegruppe, wer weiß. Das ergibt sich von ganz alleine.“

Finanzielle Unterstützung bekommt das Museumsprojekt nicht. „Wir suchen auch nicht direkt danach“, erklärt Janßen. „Wenn jedoch jemand helfen will, dann sollten es Menschen aus der Diabetikerszene sein.“

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