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Lokales Perioden ohne Niederschläge: Was tun in Dürre-Zeiten?
Dresden Lokales Perioden ohne Niederschläge: Was tun in Dürre-Zeiten?
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19:08 09.06.2019
Immer häufiger führt die Elbe aufgrund anhaltender Trockenheit Niedrigwasser. Quelle: dpa
Dresden

An die extreme Trockenheit des vergangenen Jahres erinnern sich sicher noch die meisten. Anhaltende hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge sorgten für Ernteausfälle und Niedrigwasser in Sachsens Flüssen. Davon war unter anderem die Elbe betroffen, was massive Einschränkungen der Dresdner Schifffahrt mit sich brachte. Die Spree führte im letzen Sommer sogar so wenig Wasser, dass sich die Fließrichtung umkehrte und die Spree rückwärts floss.

Messungen seit mehreren Jahrzehnten

Auch in dieser Woche kletterten die Temperaturen bereits über die 30-Grad-Marke. Ob auch die nächsten Monate von extremer Trockenheit geprägt sein werden, damit beschäftigt sich das Institut für Hydrologie und Meteorologie der Technischen Universität Dresden. An der Einrichtung werden seit mehreren Jahrzehnten Temperatur und Niederschlagsmengen im Freistaat gemessen. „Seit 1881 haben wir in Sachsen einen Temperaturanstieg von fast zwei Grad Celsius festgestellt.“ , erklärt Thomas Pluntke, Mitarbeiter am genannten Institut. Das habe beispielsweise zur Folge, dass die Wachstumsperiode der Pflanzen früher im Jahr beginne und länger andauere.

Ein weiteres Resultat sei es, dass mehr Wasser verdunste und somit die Wassermenge in der Atmosphäre ansteige. Das führe vermehrt zu Starkniederschlägen, vor allem in der Zeit von Juli bis September. Nun könnte man meinen, dass heftige Regenfälle in Dürrezeiten doch wünschenswert seien, aber weit gefehlt: Da das Wasser in solchen Fällen hauptsächlich oberflächlich abfließe, komme es weder den Pflanzen noch dem Grundwasserspiegel zu Gute. Letzterer sinke seit 1990 beständig, heißt es aus dem Institut.

Trinkwasserversorgung nicht in Gefahr

Pluntke stellt zwar klar, dass die Trinkwasserversorgung Sachsens dadurch derzeit nicht bedroht sei, das gelte aber nicht für sogenannte Brunnendörfer. Das sind Gemeinden, die nicht an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen sind. Diese habe man im letzen Sommer per Container versorgen müssen.

Genaue Prognosen für 2019 will der Wissenschaftler noch nicht abgeben. Die Situation der Bodenfeuchtigkeit sei aber immer noch angespannt. „Es gibt weiterhin ein Wasserdefizit in tieferen Schichten.“, sagt er. Die Niederschläge im Mai hätten für einen Ausgleich nicht gereicht. Somit bestünde die Gefahr, dass sich der Grundwasserspiegel auch in Zukunft nicht erholen kann und wir in Sachsen weitere Dürreperioden erleben.

Forschungsprojekte über Bodenfeuchtigkeit

Die Vorbereitung auf solche Trockenzeiten steht im Mittelpunkt eines entsprechenden Forschungsprojektes des Institutes für Hydrologie und Meteorologie. Dabei wird über lange Zeiträume beobachtet, wie sich beispielsweise die Bodenfeuchtigkeit entwickelt. Aus den gesammelten Daten sollen dann Schlüsse gezogen werden, wie man in Zukunft am Besten mit Dürreperioden umgeht. Das sei besonders für die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, aber auch für das Gesundheitswesen von Bedeutung, erklärt Pluntke.

Wer sich tiefer mit diesem Thema beschäftigen möchte, für den bietet der 17. Juni einen guten Anlass. Dieses Datum wurde nämlich von der internationalen Gemeinschaft zum „Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung und der Dürre“ erkoren. 179 Staaten hatten an diesem Tag 1994 ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet, welches dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. Die Jubiläumsveranstaltung wird unter dem Motto „Let’s grow the future together“, was zu deutsch so viel bedeutet, wie „Lasst uns gemeinsam die Zukunft gestalten“, in Ankara abgehalten.

Von Carl Gruner

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