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Lokales Fernwärmetrasse zur Flutrinne: Drewag geht Pieschen ans Pflaster
Dresden Lokales Fernwärmetrasse zur Flutrinne: Drewag geht Pieschen ans Pflaster
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08:20 08.02.2019
Auch in der Leisniger Straße lässt die Drewag derzeit eine Fernwärmeleitung verlegen. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Seit dem Sommer 2017 verlegen die Stadtwerke Drewag eine neue Hauptfernwärmeleitung vom Elbufer der Leipziger Vorstadt bis zum Heizkraftwerk auf dem Gelände des Sachsenbads, wobei durch den Zickzack-Verlauf der Hauptleitung und zahlreiche Nebenleitungen der größte Teil Pieschens mit Fernwärme erschlossen wird. Gebaut wird noch bis 2021, wobei auch Bürgerstraße, Leipziger Straße und Lommatzscher Straße betroffen sind. Ein Überblick.

Darum geht es

Der Ausbau der Fernwärmeversorgung sei wichtiger Bestandteil des Klimaschutzkonzepts der Landeshauptstadt, sagt Projektleiter Norbert Gassel. Die Drewag hoffen auf 240 neue Kunden im Gebiet, 120 neue Vertragsabschlüsse gibt es laut Gassel bereits. 3300 Tonnen Kohlendioxid, die sonst von Heizkesseln in Pieschen in die Luft geblasen werden, sollen durch den Ausbau eingespart werden. Doch das ist nicht allein Grund für den rund 27 Millionen Euro teuren Ausbau. Den Stadtwerken geht es auch um die Versorgungssicherheit. Derzeit ist die Neustädter Elbseite nur durch eine Haupttrasse mit den Kraftwerken Nossener Brücke und Reick verbunden, die in der Carolabrücke verläuft. Ist dort eine Havarie, bleibt bei Fernwärmeabnehmern in Klotzsche, Neustadt und überall sonst auf dieser Elbseite die Heizung kalt. Für die Anbindung von Pieschen wird eine neue Hauptleitung auf Höhe der Marienbrücke unter der Elbe hindurch gedrückt. Vorbereitungsarbeiten für diesen Elbdüker finden ab Mai am Terrassenufer und dem Elberadweg statt, kündigt Gassel an.

Auch in der Torgauer Straße wird in diesem Jahr die Hauptfernwärmetrasse verlegt. Die Kreuzung mit der Bürgerstraße wird dafür voll gesperrt. Quelle: Dietrich Flechtner

Dort wird gebaut

Gebaut wird aktuell zum Beispiel in der Mohnstraße, der Robert-Matzke-Straße, in einem kleinen Abschnitt der Leisniger Straße und in der Riesaer Straße. Dass die Drewag an allen Ecken und Enden Straßen im Stadtteil aufreißen, erzürnt viele Einwohner, hat aber einen praktischen Grund: „Wir müssen die Erreichbarkeit der Grundstücke gewährleisten, dürfen den Busverkehr nicht beeinträchtigen und den Verkehr nicht gefährden“, sagt Projektsteuerer Stefan Kadler. Deshalb werde in enger Absprache mit den Straßen -und Tiefbauamt zumeist ein Abschnittsweiser Bau festgelegt – zum Beispiel auf der Leisniger Straße zwischen Bürgerstraße und Leisniger Platz in vielen kleinen Abschnitten – statt eine Straße ganz aufzureißen. Um Voranzukommen, sind derzeit in Pieschen Süd viele kleinere Abschnitte zeitgleich im Bau.

Das wird 2019 wichtig

„Wir müssen in diesem Jahr die Hauptwärmetrasse bis zum Heizkraftwerk Mickten am Sachsenbad ziehen“, sagt Projektleiter Gassel. „Da hängen Fördergelder der Europäischen Union dran und wir wollen das Inselkraftwerk mit seinen wachsenden Anschlüssen entlasten, bevor die Heizperiode beginnt.“ Die Haupttrasse ist derzeit am Neustädter Hafen in eine von der Carolabrücke kommende Leitung angebunden und wurde seit 2017 quer über den ehemaligen Purobeach und Teile des Citybeaches, unter der Leipziger Straße hindurch und über die Erfurter Straße und Gehestraße bis in die Konkordienstraße geführt. Von dort geht es über Torgauer Straße, Mohnstraße und Rehefelder Straße im Zickzack zum Sachsenbad. Auch wenn Teile dieser Strecke schon fertig sind – ein schwieriges Unternehmen.

Das sind Knackpunkte

Ein Problem gibt es an der Torgauer Straße. Dort wolle eigentlich auch die Stadt grundhaft ausbauen, weiß Projektsteuerer Kadler. Allerdings seien die Planungen noch nicht weit genug fortgeschritten. Bedeutet: Die Straße wird für die Drewag aufgerissen, wieder zugemacht und dann für den grundhaften Ausbau noch einmal angefasst. „Das ist nicht ideal, aber sollte keine Bauzeitverlängerung bedeuten“, bittet Kadler um Verständnis. Die Fernwärmeleitung habe nämlich nichts mit dem üblichen Leitungsbau bei einer Straßensanierung zu tun. Kritisch wird es dann, wo die Torgauer Straße die Bürgerstraße mit ihren Straßenbahngleisen kreuzt. „Dort werden wir die Bürgerstraße voll sperren, die Straßenbahngleise wegnehmen und in offener Bauweise die Fernwärmeleitung verlegen“, kündigt Kadler an.

Um bis zur Lommatzscher Straße zu gelangen, muss die Fernwärmeleitung irgendwie unter der Leipziger Straße hindurch geführt werden. Später wird die Trasse entlang der Lommatzscher Straße in Richtung Flutrinne weiter gezogen – bei teilweiser oder vollständiger Straßensperrung. Quelle: Dietrich Flechtner

Ansonsten versuchen die Drewag, Bürgerstraße und Leipziger Straße zu umgehen. Das gelingt jedoch an einer weiteren Stelle nicht: An der Wurzener Straße wird der Fernwärmekanal unter der Leipziger Straße hindurch in Richtung Lommatzscher Straße gebracht. „Wahrscheinlich wird das eine Durchörterung und nicht vor 2020 passieren“, sagt Kadler. Die konkrete Planung gestalte sich sehr schwierig, vor allem weil es Start- und eine Zielgrube geben muss, die die Bohrmaschine aufnehmen können. Dafür fehle im Gebiet eigentlich der Platz.

Dort geht es weiter

Damit verlässt die neue Trasse dann auch das eigentliche Ausbaugebiet in Pieschen. Sie soll entlang der Lommatzscher Straße in Richtung des neuen Stadtteils geführt werden, der gerade auf der grünen Wiese zwischen Lommatzscher Straße und An der Flutrinne entsteht. Das hatte die Drewag bei Baubeginn 2017 schon angedacht und wird nun schneller als vermutet Realität. Auf der Lommatzscher Straße bedeutet das Teil -und Vollsperrungen, kündigt Kadler an. Gebaut werde jedoch erst, wenn die Stadtreinigung mit ihren Kanalarbeiten an der Kötzschenbroder Straße fertig sei.

In Pieschen selbst stehen dann bis 2021 noch viele größere und kleine Anwohnerstraßen, darunter auch die Oschatzer Straße, auf dem Programm, wo sich das Fernwärmenetz verästelt. Abzweigungen des Netzwerks entstehen in diesem Jahr bereits an der Hubertusstraße und später an der Volkersdorfer Straße, wo ein Kindergarten-Neubau ans Netz angeschlossen wird. An der Osterbergstraße, wo die Stadt ebenfalls eine grundhafte Sanierung plane, werde die Drewag wohl wie an der Torgauer Straße mit dem Fernwärmebau vorauseilen, meint Kadler.

Von Uwe Hofmann

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