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Lokales Drewag vertagt Hochhausbau am Kraftwerk Mitte
Dresden Lokales Drewag vertagt Hochhausbau am Kraftwerk Mitte
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07:18 05.05.2019
Die Brachfläche unten links, die jetzt noch zum Parken benutzt wird, soll nun bebaut werden.
Die Brachfläche unten links, die jetzt noch zum Parken benutzt wird, soll nun bebaut werden. Quelle: Archiv/Jürgen-M. Schulter
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Dresden

Mit einem Hochhaus wollten die Stadtwerke Drewag das neugeschaffene Kultur- und Kreativareal Kraftwerk Mitte abschließen. Aus diesen Plänen wird nun vorerst nichts. Stattdessen fügt sich das städtische Unternehmen der Empfehlung der Gestaltungskommission und plant nun zweistufig, wie es die derzeit als Parkplatz genutzte Brachfläche an der Ecke Könneritz-/Ehrlichstraße bebaut, wie Stefan Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamts erklärte.

Keine Zeit für eine Debatte

Grund für diesen überraschenden Entschluss dürfte der enge Zeitplan sein. Die Drewag hat als Mieter für ein neues Bürogebäude am Kraftwerk Mitte ein Unternehmen aus der IT-Branche an der Hand und hofft, viele hochqualifizierte Arbeitsplätze in die Mitte der Stadt zu bringen. 20 000 Quadratmeter will der neue Ankermieter beziehen und das vergleichsweise schnell: bis Mitte 2024. Entsprechend spart man sich bei den Stadtwerken vorerst die Debatte für und wider das geplante Hochhaus mit 55 Metern. Seit Ende April läuft nun das Bauleitplanungsverfahren für einen Neubau ohne Turm. Ende des Monats will man die aufwendige Suche nach einem Generalübernehmer beginnen und in spätestens einem Jahr abgeschlossen haben.

Hochpunkt soll Kraftwerk von Weitem sichtbar machen

Der Turmbau ist damit jedoch noch nicht aufgehoben. Nach Erstellung des für Ende des Jahres angekündigten Hochhausleitbilds will man über die Sache noch einmal verhandeln, weshalb nun erst mal so geplant wird, dass ein späterer Hochhausbau eingefügt werden kann. Die Drewag will mit dem Hochpunkt, der übrigens einige Meter niedriger als das nahe Hochhaus des WTCs ausfällt, das Kraftwerk Mitte auch von Weitem sichtbar machen.

Dass die Turmdebatte auch mit fertigem Leitbild nicht einfach wird, deutet Jürg Sulzer, Leiter der Gestaltungskommission, schon einmal an. Es gebe keinen Automatismus, dass die Drewag auch einen Hochpunkt bekommt, nur weil sie sich nun auf das zweistufige Verfahren eingelassen hat. Linke-Stadtrat und Kommissionsmitglied Tilo Wirtz kündigt vorsorglich Widerstand an. Von Osten nach Westen geblickt verstelle das Hochhaus in der geplanten Höhe nämlich nicht nur die Stadtsilhouette, „es konterkariert sie sogar“, meint der erklärte Hochhausgegner.

Von Uwe Hofmann