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Lokales Dresdner zeigen Herz für Straßenhunde aus Südosteuropa
Dresden Lokales Dresdner zeigen Herz für Straßenhunde aus Südosteuropa
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10:14 22.02.2019
Christin Mitreuter hat den beiden Hunden Dino (l.) und Slevin in Dresden ein neues Zuhause gegeben. Quelle: EDietrich Flechtner
Dresden

Hunde wie Dino und Slevin gibt es immer mehr in der Landeshauptstadt: „Es kommen mehr Hunde aus Rumänien nach Dresden“, sagt Stadtsprecher Karl Schuricht. Registrierte das Veterinäramt im Jahr 2014 nur einen Hund, der aus dem osteuropäischen Land kam, waren es im vergangenen Jahr bereits 49. Im Vergleich zu 2017 hat sich die Zahl damit innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Damals fanden 27 rumänische Hunde einen Dresdner Besitzer.

Hundeübergabe um 2 Uhr in der Nacht

Verschiedene Tierschutzorganisationen machen auf das Leid von Straßenhunden aufmerksam, was auch einige Dresdner dazu bewegt, einen rumänischen Hund bei sich aufzunehmen, so wie Christin Mitreuter. „Es braucht sehr viel Geduld“, sagt die 28-Jährige, die ihre beiden Hunde vor drei Jahren zu sich holte. Slevin, ein Mischling mit Wolfshundeinfluss, hat sie mit Hilfe eines Leipziger Tierheims von einer Station in Rumänien nach Dresden geholt. An den Tag, den 9. Januar 2015, erinnert sie sich noch genau. Weil der Transporter im Stau stand, übergaben ihn die Tierheimmitarbeiter um zwei Uhr nachts auf einem Autobahnparklatz an sie.

Bei der Übergabe eines Hundes handele es sich um innergemeinschaftliches Verbringen, nicht um eine Einfuhr, informiert das Veterinäramt. „Im Zuge des freien Warenverkehrs erfolgen Dokumenten- und Nämlichkeitskontrollen am Bestimmungsort. Für das Verbringen der Hunde ist nur die gültige Tollwutschutzimpfung Pflicht“.

Ihren zweiten Hund, Terriermischling Dino, übernahm sie vom Vorbesitzer, weil sich Probleme entwickelten. Über das Internet wurde sie auf das Hundeheim in Rumänien aufmerksam. Man müsse im Internet aufpassen und die Websites und den Emailverkehr unter die Lupe nehmen“, sagt Mitreuter aus Erfahrung. „Es gibt auch Anbieter, die nur Geld machen wollen“. Als sie sich entschieden hatte, besuchten Ehrenamtliche aus dem Tierschutz sie vor der Übergabe zuhause, um sie kennenzulernen und Tipps zu geben.

Typische Probleme: Fremdeln und Treppensteigen

In den rumänischen Hundeheimen oder auf der Straße haben die Tiere wenig Kontakt zu Menschen und leben teilweise mit sehr vielen Hunden in einem dunklen Raum. Auch das Veterinäramt weiß um die Probleme, die Hunde aus Rumänien zu Beginn in einer Stadt wie Dresden haben. Den Hunden falle es beispielsweise schwer, Treppen zu steigen oder auf alltägliche urbane Situationen zu reagieren. Das hat auch Mitreuter mit Dino und Slevin erlebt. „In der Prägephase haben sie nur wenig kennengelernt“, berichtet sie über ihre Hunde, die im Alter von knapp einem Jahr zu ihr kamen.

Als sie das erste Mal für die Tür gegangen sind, haben die Hunde eine halbe Stunde erst einmal nur beobachtet, was passiert. „Man braucht sehr viel Geduld“, sagt Mitreuter, die eine Ausbildung zur Hundepsychologin absolviert hat. Gegenüber Menschen fremdeln ihre beiden Hunde auch heute noch und brauchen Zeit, Menschen kennenzulernen. „Dafür haben sie einen Draht zu Hunden, weil sie mit anderen aufgewachsen sind“, berichtet Mitreuter. Auch das Problem mit dem Treppensteigen kennt sie. Slevin und Dino haben das mit Futteranreizen Stufe für Stufe gelernt.

Von Tomke Giedigkeit

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