Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresdner wünschen sich mehr öffentliches Grün
Dresden Lokales Dresdner wünschen sich mehr öffentliches Grün
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:57 12.11.2018
Menschen genießen am Carolasee im Großen Garten die Sonne. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Wie geht es den Einwohnern der Stadt Dresden mit der Klimaentwicklung? Wie kommen sie vor allem mit der sommerlichen Hitze klar? Sind die Einwohner mit dem Angebot, der Erreichbarkeit und dem Pflegezustand öffentlicher Grünflächen zufrieden? Das wollte das Dresdner Umweltamt mit Hilfe einer kommunalen Bürgerumfrage wissen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Ziel der Meinungsumfrage war u.a., Defizite in einzelnen Stadtteilen aufzuspüren, Erkenntnisse zur empfundenen Hitzebelastung zu gewinnen und sie mit der Stadtklimaanalyse abzugleichen. So könnten die Bedürfnisse der Einwohner bei künftigen Planungen besser berücksichtigt werden, sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen.

Die Ergebnisse seien wichtig als Argumente für eine maßvolle Verdichtung der Innenstadt, die von vornherein mehr Grünflächen und Großbäume vorsehe. Allerdings seien Klimaschutzaspekte bisher nur Abwägungssache. Es fehle an gesetzlichen Voraussetzungen, „dass der Klimaschutz mit einer gewissen Priorität beachtet werden muss“, ergänzt Wolfgang Socher, Abteilungsleiter Stadtökologie im Umweltamt.

Wie viele Bürger wurden wie befragt?

12500 zufällig ausgewählte Dresdner im Alter zwischen 16 und 90 Jahren wurden ab dem 5. August 2017 angeschrieben. Sie hatten Gelegenheit, bis zum 30. September 2017 anonym an der Umfrage teilzunehmen, indem sie einen Fragebogen schriftlich oder online ausfüllen.

Von den 12 500 verschickten Briefen waren 283 Stück (2,3 Prozent) unzustellbar. 4345 Befragte (34,7 Prozent) nahmen am Ende mit gültigem Fragebogen teil.

Gibt es überhaupt einen Klimawandel?

Bei einer ganz klaren Mehrheit der Bürger ist der Klimawandel angekommen, sie nehmen ihn wahr“, sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. „Zwei Drittel der befragten Dresdnerinnen und Dresdner geben an, dass der Klimawandel existiert.“

Allerdings ist das altersabhängig. Bei den 16- bis 34-Jährigen sind 80 Prozent dieser Meinung, bei den über 75-Jährigen sind es 56 Prozent. 64 Prozent der befragten Bürger denken, dass sich der Klimawandel in irgendeiner Weise auf ihr Leben auswirkt. 61 Prozent der Befragten stimmen der Aussage voll und ganz zu, dass wir zugunsten unseres Klimas den Lebensstandart umweltfreundlicher gestalten sollten.

Wie kommen die Menschen mit der Hitze klar?

27 Prozent der Dresdner fühlen sich durch lang anhaltende sommerliche Hitze stark bis sehr stark beeinträchtigt. Das ist der Durchschnittswert. Bei den Dresdnern, die ankreuzten, ihr Gesundheitszustand sei schlecht bis sehr schlecht, fanden sich 66 Prozent durch anhaltende sommerliche Hitze stark bis sehr stark beeinträchtigt.

Die größte Belastung bei sommerlicher Hitze wird in der Innenstadt empfunden, sagen 62 Prozent der Befragten. Und nicht wirklich überraschend: In Stadtgebieten, die gut durchgrünt sind, stöhnt man nicht so unter der Hitze wie in stark versiegelten Gebieten mit weniger Grünräumen. So finden 18 Prozent der Blasewitzer lange Hitzeperioden in ihrem Stadtteil als „belastend“ (44 Prozent teils/teils). In Pieschen sind es dagegen 41 Prozent (35 Prozent teils/teils) und in Gorbitz 34 Prozent (42 Prozent teils/teils). Und

„Mit zunehmender stadtklimatischer Überwärmung erhöht sich die Anzahl der Befragten deutlich, die den Innenraum der eigenen Wohnung als überwiegend bis deutlich zu warm empfinden. Das Baujahr des Hauses hat einen Einfluss auf die Innenraumtemperatur. Eine deutliche Verbesserung in der Beurteilung des Innenraumklimas der Wohnung lässt sich erst bei Haustypen ab dem Baujahr 1991 feststellen“, heißt es im Auswertungsbericht des Umweltamtes.

Ist Dresden grün genug?

71 Prozent der Befragten sind mit dem Angebot öffentlicher Grünflächen in Wohnungsnähe sehr zufrieden, 73 Prozent im Stadtteil, aber nur 63 Prozent in der gesamten Stadt. Das sind wieder die Durchschnittszahlen. Bricht man das auf einzelne Stadtteile herunter, ergibt sich ein differenzierteres Bild: In Pieschen sind nur 39 Prozent der Einwohner mit dem Angebot an öffentlichem Grün in Wohnungsnähe zufrieden, 55 Prozent im Stadtteil. In Blasewitz dagegen sind es 90 bzw. 91 Prozent.

Die Entwicklung des Angebotes an öffentlichem Grün wird innerhalb der zurückliegenden fünf bis zehn Jahre insgesamt kritisch beurteilt. Es überwiege der Eindruck, „dass im Stadtgebiet als auch im Stadtteil das Angebot abgenommen hat“, heißt es in der Auswertung der Umfrage. Besonders stark empfinden das die Einwohner in Pieschen, Leuben und Plauen-Süd. Eine deutlich positive Wahrnehmung der Entwicklung von Grünflächen in Wohnungsnähe und im Stadtteil zeige die Umfrage dagegen in Gorbitz. Projekte wie der NaturSpielRaum am Weidigtbach, der Stadtblickpark und der Weidigtbachpark schlagen da offensichtlich zu Buche.

Was muss in Sachen Hitzevorsorge getan werden?

Für 93 Prozent der Teilnehmer der Umfrage ist die Begrünung von Straßen und öffentlichen Plätzen die wichtigste Maßnahme. 89 Prozent wünschen sich mehr Schatten im Bereich von Haltestellen, 84 Prozent mehr beschattete Sitzgelegenheiten, 81 Prozent generell mehr öffentliche Grünflächen, 77 Prozent mehr Trinkbrunnen und Wasserspender. Sehr wichtig/eher wichtig finden 74 Prozent beschattete Fußwege, 65 Prozent mehr Klimatisierungen bei Bus und Bahn. Immerhin 56 Prozent der Befragten plädieren für mehr Freibäder, mehr Springbrunnen und Wassertretanlagen. Ein begehbarer Brunnen soll zum Beispiel im Rahmen des 2. Bauabschnittes des Promenadenringes südlich des Postplatzes entstehen, nennt die Umweltbürgermeisterin eine (allerdings schon länger) geplante Maßnahme.

Heiße laute Innenstadt – Wie weit darf Innenstadtverdichtung gehen? Das ist am Dienstag, 13. November, 19 Uhr Thema des öffentlichen Umweltgespräches im Haus an der Kreuzkirche 6.

Auswertungsbericht Klimaumfrage https://www.dresden.de/media/pdf/umwelt/Klimaumfrage_Dresden_2017_Auswertungsbericht.pdf

Von Catrin Steinbach

Das Esperanto-Zentrum „Marie Hankel“ lädt zum Tag der offenen Tür ins Café Möbius ein.

12.11.2018

Auf der Querallee wird derzeit an den Gleisen der kleinen Eisenbahn gebaut. Die Übergänge waren marode. Inzwischen bestand dringender Handlungsbedarf.

12.11.2018

Autofahrer in Dresden könnten ab dem kommenden Jahr auf eine Geduldsprobe gestellt werden. Weil ihr Zustand so schlecht ist, muss die Carolabrücke bereits 2019 saniert werden. Die Stadt könne nicht warten, bis die Augustusbrücke als Entlastung wieder zur Verfügung steht.

12.11.2018