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Lokales Dresdner wegen Totschlags vor Gericht
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18:53 07.11.2017
Ulrich Z. zum Prozessauftakt am Dresdner Landgericht Quelle: Löffler
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Dresden

„Ich wollte einen ruhigen Lebensabend. Ich habe nie daran gedacht, dass so etwas passieren und ich im Gefängnis landen könnte. Es war nicht geplant, ich wollte ihr nichts tun“, beteuerte Ulrich Z. am Dienstag. Das mag man ihm glauben, trotzdem hat er seine 62-Jährige Lebensgefährtin getötet. Wegen Totschlags muss sich der 63-Jährige vor der Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 2. März dieses Jahres die Frau nach einem Streit in deren Wohnung in Dresden-Weißig erdrosselt zu haben.

Das Paar hatte seit 2013 eine Beziehung, die, vor allem am Ende, eher einer Achterbahn glich. Sie konnten nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Immer wieder ging es um Trennung, trotzdem blieben sie ein Paar, obwohl Freunde abrieten. „Die beiden passten einfach nicht zusammen, sie waren zu unterschiedlich“, erzählten Bekannte des Pärchens auf dem Gerichtsflur.

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Ulrich Z. hat sich wohl seine eigene Geschichte über das Zusammenleben mit der 62-Jährigen zusammengebastelt. Nur stimmt die immer? „Ich habe sie sehr geliebt und immer zu ihr gestanden, sie war ein liebevoller Mensch“, erzählte er, um im nächsten Satz zu erklären, dass sie nicht mit Geld umgehen konnte, ihm ihre finanziellen Problem verschwiegen oder ihn sogar angelogen habe, nichts auf die Reihe bekam, sehr aggressiv war und wohl auch noch fremd gegangen sei. Ja was denn nun? Und so ruhig und ausgeglichen wie er sich selbst darstellte, war er wohl auch nicht. Laut den Nachbarn hat es immer Krach gegeben und sie hätten sich nichts geschenkt. Da wurde sogar die Polizei gerufen.

Auch sein Alkoholproblem wollte und will er nicht wahrhaben. Der 63-Jährige hatte vor Jahren eine Therapie gemacht und trinkt jetzt „kontrolliert“. „Ich habe die Sache im Griff und kann damit umgehen“ erklärte er entschieden. Seine Lebensgefährtin sah dies offenbar anders, sie hatte ihm die Trinkerei zum Vorwurf gemacht. Gestritten hätten sie über alles, am häufigsten aber über Geld, sagte der Angeklagte. Die 62-Jährige habe, vor allem als sie ihren Job verloren hatte, völlig den Überblick über ihre Finanzen verloren. „Ich habe ihr helfen wollen, aber sie hat immer gesagt, das gehe mich nichts an.“ Auch am Morgen des 2. März ging es zunächst um ihre finanziellen Probleme. Dann eskalierte die Situation. „Sie hat mich und meine Familie beleidigt, geschrien, ins Gesicht geschlagen und hysterisch gelacht“, erinnerte sich der Angeklagte. „Ich war in Rage und zutiefst gekränkt. Als sie mir ins Bad nachkam, griff ich zum Gürtel ihres Bademantels.“ Er warf ihr den Gürtel um den Hals und zog ihn zu.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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