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Lokales Dresdner und südkoreanische Institute gründen ein Technologiezentrum
Dresden Lokales Dresdner und südkoreanische Institute gründen ein Technologiezentrum
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07:38 27.06.2019
Wirtschaftsförderer Robert Franke, KIMS-Präsident Jung Hwan Lee, Changwon-OB Sung Moo Huh, Dresdens OB Dirk Hilbert, Leichtbau-Professor Hubert Jäger, Werner Loscheider vom BMWi und HyoJ ong Yoo bei der Eröffnung des Deutsch-Koreanischen Technologie-Zentrums. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Um die sächsisch-südkoreanischen Wirtschaftsbeziehungen im Leichtbau anzukurbeln, mehr Technologiefirmen aus Asien an der Elbe anzusiedeln und die Marktchancen Dresdner Unternehmen in Korea und China zu verbessern, haben Ingenieure beider Länder am Mittwoch ein „Deutsch-Koreanisches Technologiezentrum“ (DKTZ) in Dresden gegründet. Eine entsprechende Vereinbarung haben drei Partner nun in den „Universellen Werken“ unterschrieben: Jung Hwan Lee vom Korean Institute for Material Sciences (KIMS) aus Chagwon, Professor Hubert Jäger vom Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden (TU) sowie Professor Alexander Michaelis vom Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS.

Erste Ansiedlungswünsche aus Korea eingetroffen

„Die ersten drei Ansiedlungs-Anfragen von koreanischen Firmen aus dem Werkstoffsektor gibt es bereits“, verriet Bertram Dressel, der alle städtisch betriebenen Technologiezentren leitet. Den digitalen Trends im Leichtbau folgend, werde das neue DKTZ ein eher virtuelles Zentrum sein, ergänzte Professor Jäger. Der Schwerpunkt liege zwar auf dem Leichtbau für den Automobilbau und die Medizintechnik. Und darauf wiederum ist das Gründerzentrum in den ehemaligen Universellen Werken an der Zwickauer Straße fokussiert. „Aber auch das Nanoelektronikzentrum und die anderen Technologiezentren der Stadt sind für koreanische Ansiedlungen nutzbar“, betonte Dressel.

Zentrum soll als Sprungbrett für koreanische Investoren dienen

„Wir wollen zunächst einige Entwicklungsprojekte gemeinsam mit koreanischen Partnern aus dem Automobilsektor, die wir derzeit noch im ILK lokalisiert haben, schrittweise in die Universelle verlegen“, skizzierte DKTZ-Hauptinitiator Jäger seine Agenda. „Nach und nach sollen hier ganze Prozessketten zum Beispiel in der Blechbearbeitung und Polymerbeschichtung entstehen, an denen sich neue Leichtbautechnologien erproben lassen.“ Gedacht sei das Zentrum als ein Inkubator, in dem neuangesiedelte Firmen aus Korea ihre Dresdner Projekte ausbrüten können, bevor sie sich womöglich für größere eigene Investitionen am Standort entscheiden.

Dresden und Chagwon kooperieren schon länger

Solche Pläne mag man andernorts als Wunschträume abschreiben, doch in Dresden könnten sie tatsächlich eine Chance haben: Gerade die Küstenstadt Chagwon im äußersten Süden der koreanischen Halbinsel mit ihren Maschinenbaufirmen und Autozulieferern hat großes Interesse an den sächsischen Leichtbau-Kompetenzen signalisiert. Bereits heute kooperieren, TU und Fraunhofer Dresden mit dem KIMS und weiteren Institutionen. Unter anderem haben die Partner im September 2017 ein „Korea-German Materials Center“ (KGMC) in Chagwon gegründet.

Novaled von Samsung übernommen

Und zu den größten Erfolgsgeschichten der sächsisch-südkoreanischen Kooperationen gehört zweifellos die TU-Ausgründung Novaled, deren Materialien für organische Elektronik so beliebt sind, dass der Samsung-Konzern die Firma kurzerhand aufkaufte. Daneben haben sich andere koreanische Unternehmen bereits in Dresden angesiedelt, allein drei davon im städtischen Nanoelektronikzentrum am anderen Ende der Stadt.

Botschafter: Die Koreaner lieben Dresden

Verbindend hinzu kommen vergleichbare Erfahrungen mit dem Leben in einem geteilten Land sowie der gute kulturelle Ruf Dresdens im Korea: „Die Koreaner lieben Dresden“, versicherte der koreanische Botschafter in Deutschland, Bum Goo Jong. „Dieses Technologiezentrum wird für uns alle eine Brücke sein.“

Rund 400 Koreaner leben heute in Dresden

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) verwies zudem auf die rund 400 Koreaner, die in der sächsischen Landeshauptstadt leben: um hier zu studieren, zu musizieren oder in Tech-Unternehmen zu arbeiten. „Da passt gut dazu, dass die Musikfestspiele im kommenden Jahr einen koreanischen Akzent bekommen werden“, sagte Hilbert.

Von Heiko Weckbrodt

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