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Lokales Dresdner leisteten 2018 zehn Millionen Überstunden
Dresden Lokales Dresdner leisteten 2018 zehn Millionen Überstunden
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17:03 27.08.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
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Dresden

Wenn Dresden richtig schuftet, kommt ein Überstunden-Berg heraus: Rund 10,4 Millionen Arbeitsstunden haben die Beschäftigten hier im letzten Jahr zusätzlich geleistet. Davon 5,6 Millionen zum Nulltarif – ohne Bezahlung. Das geht aus dem „Überstunden-Monitor“ der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hervor. Danach haben alle Beschäftigten den Dresdner Unternehmen 140 Millionen Euro „geschenkt“.

Allein in Hotels und Gaststätten leisteten die Beschäftigten in Dresden laut Studie rund 297 000 Überstunden, 44 Prozent davon unbezahlt. Für 2018 bedeutet dies – bei einem Stundengehalt von 12 Euro – ein „Lohn-Geschenk“ von 2 Millionen Euro.

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„Von der Küchenhilfe im Hotel bis zum Kellner im Biergarten: Wer im Gastgewerbe arbeitet, ist auf jeden Euro angewiesen. Dabei sind 31 Prozent dieser Arbeitsplätze in Dresden Minijobs“, sagt NGG-Geschäftsführer Volkmar Heinrich. Das Problem der 450-Euro-Kräfte: Sie dürfen keinen Euro hinzuverdienen. „Statt Minijobber mit 450 Euro abzuspeisen, sollte das Gastgewerbe endlich mehr Menschen regulär beschäftigen und ordentlich bezahlen“, fordert Heinrich.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten geht in Sachen Arbeitszeit jetzt in die Offensive: Sie stellt sich mit der Kampagne „#fairdient“ hinter die rund 15 500 Beschäftigten im Dresdner Gastgewerbe. Denn ihnen drohe, neben dem verlorenen Lohn, noch ein anderes Problem: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dränge die Bundesregierung, die Arbeitszeiten noch flexibler zu gestalten. „Ziel der Arbeitgeber ist es, die Höchstarbeitszeit auf bis zu 13 Stunden pro Tag auszuweiten“, kritisiert Heinrich. „Gerade junge Menschen werden dadurch verschreckt. Und das bei der ohnehin schon besonders niedrigen Ausbildungsquote.“

Von DNN

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