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Lokales Dresdner kommen immer öfter mit Messer ins Gericht
Dresden Lokales Dresdner kommen immer öfter mit Messer ins Gericht
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11:43 27.04.2018
Einlasskontrolle am Landgericht Görlitz. Auch im Dresdner Fachgerichtszentrum wird jeder Besucher kontrolliert. Quelle: dpa
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Dresden

 Bei den Einlasskontrollen am Fachgerichtszentrum Dresden haben Justizwachtmeister im vergangenen Jahr 6298 Gegenstände eingezogen. Das teilte Hans von Egidy, Sprecher des Sozialgerichts Dresden, auf Anfrage der DNN mit. So seien mehrere Reizgassprüher und Messer im Sinne des Waffengesetzes, aber auch andere Messer, ein Schlagstock und ein Schlagring bei den Besuchern gefunden worden. Verbotene Gegenstände seien vom Wachpersonal der Polizei übergeben worden.

Den Besuchern seien auch andere Gegenstände, die gefährlich werden können, abgenommen worden. Dabei handelte es sich unter anderem um Spraydosen, Gliederketten, Schraubendreher, Glasflaschen, Scheren, große Karabiner und andere Werkzeuge. Diese Gegenstände wurden beim Verlassen des Gebäudes wieder ausgehändigt. Die Zahl der von Besuchern mitgebrachten gefährlichen Gegenstände ist im Vergleich zu 2016 dramatisch angestiegen. Damals waren 1972 solcher Gegenstände beschlagnahmt worden, darunter 345 Messer.

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Sicherheitskonzept wurde 2009 nach einem Mord überarbeitet

In drei Fällen kam es im vergangenen Jahr zu Vorkommnissen, die die Sicherheit des Fachgerichtszentrums gefährdeten. Im Mai habe eine Postsendung eine nicht identifizierbare Flüssigkeit enthalten. Im November fühlte sich der Inhalt eines Briefes wie eine Briefbombe an. Letztlich handelte es sich um einen Aktengurt, so von Egidy. Ebenfalls im November drohte ein Asylbewerber auf dem Vordach mit einer brennbaren Flüssigkeit. Der Mann wurde von der Polizei überwältigt.

Im Fachgerichtszentrum sind das Sozialgericht, das Arbeitsgericht und das Verwaltungsgericht untergebracht. Am Verwaltungsgericht werden eine Vielzahl an Klagen von Asylbewerbern gegen Ablehnungsbescheide verhandelt.

Zur Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ganztägige Einlasskontrollen durchgeführt, die sehr personalintensiv seien. Die Justizwachtmeister seien gut ausgebildet und würden auch künftig einen reibungslosen Ablauf der Einlasskontrollen gewährleisten, so der Gerichtssprecher.

In Sachsen war das Sicherheitskonzept für die Gerichte 2009 überarbeitet worden, nachdem ein Angeklagter am Landgericht Dresden in einem Prozess eine Ägypterin mit einem Messer getötet hatte. An großen Gerichten gibt es mittlerweile dauerhafte Einlasskontrollen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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