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Dresden Lokales Dresdner Wöhrl-Kaufhaus soll Hotel werden
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17:57 28.06.2019
Verabschiedet sich Wöhrl von der Prager Straße? Das nach ihm genannte Gebäude soll Hotel werden. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Kaufhaus wird Bettenburg. So lässt sich beschreiben, was die Immobilieninvestment- und Entwicklungsgesellschaft DC Values aus Hamburg mit dem Wöhrl-Plaza an der Prager Straße vorhat. Sie will das Gebäude, in dem derzeit Einzelhändler Wöhrl auf vier Etagen Kleidung anbietet, zu einem Hotel umbauen. Zwar handele es sich dabei nur um Pläne und keine festen Absichten, sagt Eigentümervertreter Kevin Collin. Die sind allerdings so weit gediehen, dass sich am Freitag die Gestaltungskommission damit beschäftigte.

Darum geht es

2017 hat DC Values das Geschäfts- und Bürohaus für eine unbekannte Summe übernommen. Das wurde 1995 und 1996 vom früheren Baubürgermeister Gunter Just (SPD) und seinem Sohn Holger extra für die Handelskette entworfen.

Wie es für Immobilienfonds üblich ist, hat der neue Eigner Chancen und Risiken der neuen Immobilie im Portfolio genauestens analysiert. Er prognostiziert keine rosigen Aussichten, zumindest nicht für Haus A, in dem sich Wöhrl befindet. „Die Einzelhandelsstruktur befindet sich in einem Wandel“, sagt Collin. Kein Kunde würde heute mehr bis ins dritte Geschoss eines Kaufhauses vordringen, geschweige denn bis ins vierte.

Dieser Umstand – gepaart mit der Nähe zu Platzhirsch Karstadt – lässt die Macher bei DC Values umdenken. Sie haben sich umgehört und unter „namhaften Hotelgesellschaften“ viele Interessenten für den Standort gefunden. Deshalb wird der Umbau geplant. „Wir wollen uns vorbereiten“, sagt Collin.

Das ist geplant

Das Dresdner Büro Stellwerk Architekten hat Umbaupläne ausgearbeitet. Architekt Patrick Hesse musste dabei mit dem Grundproblem umgehen, dass ein Kaufhaus zur Straße hin viele, überall sonst aber kaum Fenster hat, ein Hotelzimmer ohne Fenster aber keine Abnehmer findet.

Entsprechend tauchen in Hesses Pläne an allen vier Gebäudeseiten leicht zurückgesetzte Fenster auf, die sich allerdings an der ohnehin quadratischen Rasterung der Glas-Sandstein-Fassade orientieren. Insbesondere an der Front zur Prager Straße und der Rückseite zur Ferdinandstraße gefällt das der Gestaltungskommission nicht. „Da können Sie mehr“, sagt der Vorsitzende Jürg Sulzer.

Vorteil wäre, dass durch das Aufbrechen der geschlossen wirkenden Fassade insbesondere an der Rückseite der Platz zwischen Rundkino, Wöhrl-Plaza und der zum geplanten Rathauskomplex führenden Ferdinandstraße seinen Hinterhofcharakter verlieren könnte.

Das wäre auch im Sinne des neuen Großmieters. Denn dort soll Eingang und Foyer zum Hotel liegen. Ansonsten ist im Erdgeschoss weiter Einzelhandel geplant. Die übrigen drei Geschosse und ein deutlich erhöhtes Staffelgeschoss werden dem Hotel zugeschlagen.

Deswegen gibt es Streit

Gunter Just, der Architekt des Wöhrl Plaza, zeigt sich wenig erfreut von den Änderungsplänen. Das geht aus einem Schreiben an die Gestaltungskommission hervor.

Diese geht davon aus, dass der mit Preisen ausgezeichnete Bau künstlerisch so bedeutend ist, dass Just ein Urheberrecht darauf geltend machen kann. Es drohe ein jahrelanger Rechtsstreit, bei dem jedes Umbauvorhaben im Sande verlaufe, mahnt deshalb Sulzer eine Verständigung an.

Den Eigentümervertreter Collin juckt das wenig. Er habe einen Architektenvertrag vorliegen, in dem Just jegliche Urheberrechte abtrete. Auf Gesprächsangebote sei der Architekt zudem nicht eingegangen.

Das wird aus Wöhrl

Was aus Wöhrl wird ist unklar. Eigentümer-Vertreter Collin betont, dass DC Values weder auf den Auszug dränge, noch dass Wöhrl sein Aus an der Prager Straße signalisiert habe. Andererseits teilt der Einzelhändler auf Nachfrage mit: „Wir stehen derzeit in Verhandlungen über einen alternativen Standort zur Prager Straße.“

Die Präsenz in Dresden bleibe für Wöhrl „wichtig und ist gesetzt“. Zu allem Weiterem hält man sich bedeckt, auch zu der Frage, ob nicht auch Gespräche für eine Reduzierung des Kaufhauses auf die unterste Etage im nach ihm benannten Plaza geführt werden.

Auch ein Zeitplan ist unbekannt. Zwar wolle man im Herbst einen Vertragsabschluss mit einer Hotelgesellschaft als neuem Mieter erreichen, sagt Collin. Das bedeute aber nicht, dass der Umbau in nächster Zeit anstehe.

„Diese Gesellschaften kalkulieren auf 20 Jahre. Sie haben Zeit“, sagt er. Eine Anfrage an Wöhrl blieb am Freitag ohne Antwort. Auch verlangt die Gestaltungskommission, dass die überarbeiteten Umbaupläne ihr erneut vorgelegt werden.

Von Uwe Hofmann

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