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Lokales Dresdner Straßenbahnen verbessern ihre CO2- Bilanz deutlich
Dresden Lokales Dresdner Straßenbahnen verbessern ihre CO2- Bilanz deutlich
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08:54 28.09.2019
DVB-Vorstand Lars Seiffert demonstriert die Kohlendioxidemissionen pro Fahrgast und Kilometer von Straßenbahn, Dieselbus und Pkw im Vergleich. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) arbeiten erfolgreich an der Verbesserung ihres ökologischen Fußabdrucks. 51 Gigawattstunden an Fahrstrom verbrauchten die Straßenbahnen in der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr. Nach Angaben der DVB entspricht das in etwa dem Energiebedarf von 7000 Menschen – ungefähr so viele wie in der Friedrichstadt wohnen.

15.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) wurden im Jahr 2018 bei der Erzeugung dieses Bahnstroms emittiert. Vier Jahre zuvor waren es bei einem drei Prozent höheren Stromverbrauch noch 22.000 Tonnen, wie Lars Seiffert, DVB-Vorstand Betrieb und Personal erläutert.

Drewag-Strommix ist wichtiger Faktor

Die Hohe CO2-Einsparung sei vor allem auf den immer grüner werdenden Strommix der Drewag zurückzuführen, räumt Seiffert ein. Der Anteil von erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Sonne, Wasser und Biomasse liege da bereits bei 52 Prozent. Intelligente Lösungen bei der Technik und der Verkehrsleitung leisten aber einen weiteren Beitrag.

So nutzen die Straßenbahnen beim Bremsen gewonnene Energie zum Beispiel für die Heizung oder stellen sie über das Bahnstromnetz Straßenbahnen zur Verfügung, die gerade nicht bremsen, sondern anfahren müssen. 28 Gigawattstunden Fahrstrom seien damit in den vergangenen 20 Jahren eingespart worden. Die geplante Erhöhung der Netzspannung von 600 auf 750 Volt soll künftig Übertragungsverluste verringern und so den Stromverbrauch um weitere acht Prozent senken.

Intelligente Ampeln sorgen für weniger Stopps zwischen Haltestellen

Auch wenn die Straßenbahnen zwischen den Haltestellen möglichst gleichmäßig und ohne Stopp durchrollen können, verbrauchen sie weniger Strom.Intelligente Ampelschaltungen und ein Assistenzsystem, das dem Fahrer die optimale Geschwindigkeit vorschlägt, sollen ihnen das ermöglichen. Das Beschleunigungsprojekt auf der Nord-Süd-Verbindung zwischen Nürnberger Platz und Albertplatz, das gemeinsam mit der Stadt umgesetzt wurde, habe, so Seiffert, Energieeinsparungen bis zu 30 Prozent gebracht. Zurzeit läuft das von der EU geförderte Nachfolgeprojekt auf der Ost-West-Strecke und dem Stadtring.

Auch beim Heizen lässt sich viel Energie sparen. Im Winter verbraucht eine Straßenbahn heute etwa doppelt soviel Fahrstrom wie im Sommer. In einem weiteren von der EU geförderten Projekt sollen deshalb Sensoren in die Fahrgasträume eingebaut werden, die die Luftqualität messen. Frischluft wird dann nicht mehr pauschal zugeführt, sondern nach dem tatsächlichen Bedarf. „Ist die Bahn voll, müssen wir weniger heizen, benötigen aber mehr Frischluft. Ist sie fast leer, ist es genau umgekehrt“, erläutert DVB-Sprecher Falk Lösch. Ab 2021 soll die neue Technik nicht nur in Neufahrzeuge, sondern auch in 80 bestehende Straßenbahnen eingebaut werden.

Nicht nur sparen – auch mehr Komfort ist wichtig

Mehr Komfort für die Fahrgäste bringt jedoch auch Herausforderungen. Klimaanlagen in den neuen Straßenbahnen, die ab 2021 in Dresden fahren sollen, erhöhen den Stromverbrauch. „Wir werden aber auch mit Klimaanlagen einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leisten“, ist sich Lars Seiffert sicher.

Falk Lösch weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Wohlfühlfaktor ein wichtiger Punkt sei, die Dresdner zumUmsteigen vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. Man dürfe deshalb nicht nur auf den Stromverbrauch schauen. Die Straßenbahn hat laut DVB einen CO2-Ausstoß von 26 Gramm pro Fahrgast und Kilometer. Im Dieselbus seien das 63 Gramm und als Fahrer oder Beifahrer im Pkw 139 Gramm. Damit sei die Tram nach dem Fahrrad das mit Abstand klimafreundlichste Verkehrsmittel.

Die 7000 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß, die die Straßenbahnen inzwischen pro Jahr weniger verursachen als 2014, kompensierten die CO2-Emissionen von 636 Durchschnittsdeutschen in allen Lebenslagen, rechnet Lars Seiffert vor und fügt hinzu: „Wir beschäftigen in etwa so viele Straßenbahnfahrer“.

Von Holger Grigutsch

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