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Lokales Dresdner Start-up: Im Länderbox-Abo die Welt entdecken
Dresden Lokales Dresdner Start-up: Im Länderbox-Abo die Welt entdecken
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09:00 15.05.2016
Frederik Rambow (vorn), Bettina Kieselbach und Philipp Hölzel haben den Onlineshop „Weltprobierer.de“ gegründet. Quelle: PR
Dresden

Sie interessieren sich für ferne Länder, haben aber für große Reisen nicht das Geld. Also lernen drei junge Dresdner vor allem von zu Hause aus die die Welt kennen und helfen anderen dabei. „Weltprobierer“ haben Bettina Kieselbach, Frederik Rambow und Philipp Hölzel ihre Firma genannt, die sie im November 2015 gegründet haben. Die Geschäftsidee: Im „Länderbox“-Abo beim Essen die Welt entdecken. Alle zwei Monate ein neues Land und nach jeder zweiten Box einen anderen Kontinent.

Allerdings, sagt Frederik Rambow, sei die Konkurrenz groß angesichts der Fülle von Kochboxen auf dem Markt. Alleinstellungsmerkmal seien deshalb landestypische Zugaben. Die erste Box zu Brasilien enthielt zwei Bombillas - traditionelle Trinkröhrchen für Mate-Tee, die zweite zu China einen kleinen Bambus-Steamer, mit dem man asiatische Speisen garen kann, und die aktuelle Irland-Box Marmeladengläser zum Ausprobieren eines original irischen Rezepts. Dazu gibt es Literatur- und Filmtipps, Postkarten, Playlisten für landestypische Musik und auch Verblüffendes, wie zum Beispiel die Information, dass „U2“-Sänger Bono als Ehrenbürger von Dublin das Recht hat, Schafe in einem Park im Stadtzentrum grasen zu lassen.

„Dass eine BWL-Vorlesung etwas anderes ist als die Realität, haben wir schnell gemerkt“, sagt Frederik Rambow, der Wirtschaftspädagogik studiert und auf Reisemessen Kontakte zu ausländischen Fremdenverkehrsämtern, Onlineshops und Lebensmittel-Herstellern knüpft. Wenn die drei Gründer ihr Versprechen halten wollen, dass der Preis jeder Box unter der Summe der Marktpreise der enthaltenen Produkte liegt, müssen sie clever kalkulieren.

„Wir streiten oft und auch mal ziemlich laut über die richtige Strategie“, sagt Bettina Kieselbach. Beleidigt oder gar eingeschnappt sei aber keiner lange. „Dafür lieben wir unser Produkt viel zu sehr“, erklärt die 22-jährige Geschäftsführerin, die Volkswirtschaftslehre studiert, und fügt hinzu: „Lieber ein B-Produkt, aber ein A-Team, als umkekehrt.“

Unterstützung erhälten die Gründer durch Sebastian Schulz und Nicolas Mesa, die mit „Innospire“ als Inkubator für studentische Firmengründungen jedes Jahr mehrere Dresdner Start-ups fit für den Markt machen. „Weltprobierer“ gehört zu acht aktuellen Projekten und nutzt nicht nur das Fachwissen, sondern auch die Räume der Berater. „Und es gibt auch mal einen kleinen Kredit“ ,sagt Bettina Kieselbach. Das sei Bestätigung, denn die Leute von „Innospire“ investierten nur in Ideen, denen sie Potenzial zutrauen. Bei den ersten beiden Boxen, von denen 300 verkauft wurden, hätten sie sogar beim Packen geholfen.

Mit dieser Nestwärme wird es irgendwann vorbei sein. 700 Irland-Boxen müssen gepackt werden. Bettina Kieselbach denkt deshalb darüber nach, einen Packer einzustellen. Wir haben durch diese Firma schnell viele Dinge gelernt, die wir noch nicht wussten“, sagt sie und meint damit nicht nur Steuer-, Lebensmittel- und Urheberrecht oder Gestaltung und Druck von Broschüren, sondern auch, dass Frauen über 40 einen großen Teil der Kernkundschaft ausmachen.

Das habe ihn überrascht, sagt Frederik Rambow. Aber es hat zu einer Koperation mit Geschenke.de zum Muttertag geführt. Diese sowie weitere mit Groupon und dem Konsum und nicht gewagte Kalkulationen seien der Grund für die große Steigerung bei der Irland-Box, für deren Planung er seine frühere Englisch-Lehrerin als Expertin zum Kaffe eingeladen hat. Eine der nächsten Boxen wird wohl Mexiko zum Thema haben. Denn Philipp Hölzel hatte kürzlich die Gelegenheit, selbst dorthin zu reisen. Der BWL-Student, der sich bei dem Start-up um Design, Finanzen und Controlling kümmert und seine Reiselust, bei einem halbjährigen Auslandsaufenthalt in Spanien entdeckte, hat im „Weltprobierer“-Reiseblog darüber berichtet.

Die drei Studenten wollen mit ihrem Start-up einmal genug Geld verdienen, um die Länder selbst zu bereisen, über die sie schon so viel wissen. Auf der Suche nach Partnern nutzen sie auch den „Futuresax“-Ideenwettbewerb Noch bis Sonntag können Internetnutzer „Weltprobierer“ und über 60 weiteren Teilnehmern ihre Stimme für den Online-Sonderpreis geben.

www.weltprobierer.de, www.futuresax.de

Von Holger Grigutsch

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