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Lokales Dresdner Stadtrat Frank Hannig ist neuer Verteidiger von Stephan E.
Dresden Lokales Dresdner Stadtrat Frank Hannig ist neuer Verteidiger von Stephan E.
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18:18 02.07.2019
Der Dresdner Stadtrat Frank Hannig (r.) ist der neue Verteidiger von Stephan E. E. ist dringend tatverdächtig im Mordfall Walter Lübcke. Quelle: PR
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Dresden

Am 26. Mai wurde Frank Hannig für die Freien Wähler in den Dresdner Stadtrat gewählt. Bei der Stadtratswahl trat der Rechtsanwalt im Wahlkreis 11 an und erhielt 1518 Stimmen. Nach mehreren übereinstimmenden Medienberichten ist der 49-Jährige nun neuer Rechtsanwalt des im Mordfall Lübcke dringend tatverdächtigen Stephan E. aus der rechtsextremen Szene, der sein abgelegtes Geständnis der Tat widerrufen hat. Hannig bestätigte den Widerruf gegenüber der „Bild“-Zeitung, war zunächst aber nicht zu erreichen. Über das soziale Netzwerk „Instagram“ ließ Hannig am Dienstagmorgen in einem Video verlauten, dass er dem Beschuldigten durch das Gericht als Pflichtverteidiger beigeordnet wurde.

Als erstes hatte der SWR über die Rücknahme des Geständnisses berichtet. Dem SWR zufolge, der sich auf Ermittlungskreise berief, ist der Widerruf eher taktischer Natur. Das ursprüngliche Geständnis des 45-jährigen Tatverdächtigen sei so detailreich gewesen, „dass durch den Widerruf keine Auswirkungen auf die weiteren Ermittlungen zu erwarten seien“.

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Stasi-Vergangenheit und Vorwurf des Subventionsbetruges

Erst im April stand Hannig wegen Subventionsbetruges vor dem Amtsgericht Dresden. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 1500 Euro eingestellt. 2010 zeigte der Jurist als damaliges CDU-Mitglied seine Parteifreundin und Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen des Kaufs von Datenträgern mit den Namen von Steuersündern aus der Schweiz an.

Zu DDR-Zeiten war Hannig zudem inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit. Hannig vertritt neben Stephan E. unter anderem den Dresdner Justizbediensteten Daniel Z., der im Fall der tödlichen Messerattacke in Chemnitz den Haftbefehl ins Netz gestellt haben soll. Z. hatte für die AfD für den Stadtrat kandidiert, war aber nicht gewählt worden.

Von dpa/Aaron Wörz