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Lokales Dresdner Seenotretter wollen bald wieder in See stechen
Dresden Lokales Dresdner Seenotretter wollen bald wieder in See stechen
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13:44 23.02.2019
Lifeline Kapitän Claus-Peter Reisch bei der Kundgebung am Samstag in Loschwitz. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Eines bedauere er wirklich sehr, sagt Claus-Peter Reisch, Kapitän der „Lifeline“: Dass er so wenig Zeit habe. Am Sonnabendvormittag steht der wohl bekannteste deutsche Seenotretter auf der Friedrich-Wiek-Straße in Loschwitz und spricht zu den gut 100 Teilnehmern einer Kundgebung pro Seenotrettung. Eine halbe Stunde später ist Reisch schon wieder auf dem Weg zu seinem Auto. Die Jungsozialisten in München warten auf ihn, haben seinen Auftritt extra von 11 auf 15 Uhr verlegt, damit er in Loschwitz sprechen kann.

Gerne wolle er sich Dresden einmal in Ruhe anschauen, bekennt Reisch. Bei seinen bisherigen Aufenthalten habe immer die Zeit gefehlt. „Da haben wir uns mit den Leuten von Mission Lifeline besprochen. Von der Stadt habe ich noch nicht viel gesehen.“ Reisch ist im Moment ein Kapitän ohne Schiff: Die „Lifeline“ sitzt in Malta fest. „Seenotrettung soll verhindert werden“, sagt Reisch und fügt hinzu: „Wir sammeln aber für ein neues Schiff. Bald haben wir das Geld zusammen.“

Auch in Loschwitz werden die Spendenbüchsen gefüllt, und Reisch reist unermüdlich durch das Land, um Sponsoren für die Seenotrettung zu akquirieren. Montag und Dienstag Berlin, Mittwoch Ulm und Donnerstag ein Fernsehteam in seinem Haus in Landsberg am Lech, am Freitag die Fahrt nach Dresden und am Sonnabend zurück nach München,zählt der Kapitän die Termine seiner Woche auf. „Wir brauchen 600 000 Euro“, sagt er und scheut in Loschwitz auch die Auseinandersetzung mit Pegida-Anhängern nicht: „Seenotrettung ist eine humanitäre Pflicht“, erklärt er zwei Männern, die harsche Kritik äußern.

Jeder, der diese These leugne, solle einmal mit aufs Mittelmeer kommen und sich die Tragödien anschauen, die sich immer und immer wieder abspielen würden, empfiehlt Reisch. Er suche es sich nicht aus, wohin er die von Mission Lifeline geretteten Schiffbrüchigen bringe. „Die Einsätze werden von Italien koordiniert.“

Nach Reisch erklären sich Rednerinnen und Redner wie die Stadträte Tina Siebeneicher, Michael Schmelich (beide Bündnis 90/Die Grünen) oder Linke-Fraktionsvorsitzender André Schollbach solidarisch mit dem Dresdner Verein „Mission Lifeline“ und verurteilen die „Absaufen“-Rufe, die auf Pegida-Demonstrationen zu hören waren.

Angemeldet hat die Demonstration die Initiative „Weltoffenes Loschwitz“. Anmelder Martin Wosnitza ist Mitglied der FDP, sagt aber: „Wir wollten bewusst keine Parteiveranstaltung, sondern eine Kundgebung der bürgerlichen Mitte organisieren.“ Er sei sehr glücklich, dass so viele Menschen gekommen seien, erklärt Wosnitza. „Wir wollen zeigen, dass wir in Loschwitz mehr als ein Kulturhaus haben.“

Ein Seitenhieb auf Buchhändlerin Susanne Dagen, die für die Freien Wähler zur Stadtratswahl antritt. Die Freien Wähler hatten jüngst gefordert, Mission Lifeline den Status der Gemeinnützigkeit zu entziehen. Das war mit ein Anlass, die Kundgebung wenige Meter entfernt von Dagens Buchhaus Loschwitz zu organisieren, bekennt Wosnitza. „Ich wollte, dass die Demokraten aufstehen und sich zu Mission Lifeline bekennen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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