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Lokales Dresdner Robotron-Bleiglasfenster noch intakt und nicht ausgebaut
Dresden Lokales Dresdner Robotron-Bleiglasfenster noch intakt und nicht ausgebaut
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07:54 02.04.2016
Ein Teil der Glasfensterfronten bei Robotron sind beschädigt. Ein Treppenhaus sei aber noch intakt.  Quelle: Ostmodern
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Dresden

 Der Ausbau der beiden künstlerisch wertvollen Bleiglasfenster, die aus dem ehemaligen Robotron-Gebäude am Georgplatz gerettet werden sollen, ist noch nicht erfolgt. Das teilte Michael Sobeck, Sprecher des Investors Immovation, auf Anfrage von DNN.de mit. Zugleich versicherte er, dass die farbigen Glaskunstwerke im Treppenhaus auf der Südseite des Gebäudes „Atrium I“ noch „völlig unbeschädigt“ seien. Zwei dieser Fenster wolle man versuchen auszubauen, um sie für die Nachwelt zu erhalten – an diesem Plan habe sich nichts geändert (DNN berichteten). Den Ausbau soll die Firma Nestler vornehmen, die auch mit den Abrissarbeiten beauftragt ist. Ein Termin für den Ausbauversuch steht laut Sobeck allerdings noch nicht fest. Er werde „im Rahmen des Gesamt-Rückbaus festgelegt“.

Als kurz vor Ostern aktuelle Fotos vom nördlichen Treppenhaus des Robotron-Gebäudes auftauchten, die zersplitterte Fenster in verbogenen Metalleinfassungen zeigten, hatten sich Mitglieder des Netzwerks ostmodern.org sehr besorgt gezeigt. Dessen Sprecher, der Geograf und Stadtplaner Matthias Hahndorf und der Altstädter Linken-Ortsbeirat Marco Dziallas, fürchteten, dass “bei den Entkernungsarbeiten im Gebäude nicht zimperlich mit den Kunstwerken umgegangen” werde und die Glaskunstwerke in beiden Treppenhäusern kaputt seien. Nein, die Fensterfront im nördlichen Treppenhaus sei schon “seit Langem nicht mehr vollständig intakt”, die im südlichen Aufgang dagegen gut in Schuss, entgegnete jetzt Immovation-Sprecher Sobeck.

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Die Bleiglasfenster im Dresdner Robotron-Gebäude sollen erhalten werden.

Wenn die Süd-Fenster tatsächlich noch gut erhalten sind, hoffen die Engagierten von Ostmodern nun, dass vielleicht nicht nur zwei Fenstersegmente, sondern die gesamte, rund 20 Meter hohe Glas-Mosaik-Front ausgebaut wird. Und am liebsten wäre Hahndorf und Dziallas, wenn die historischen Kunstwerke anschließend in den Neubau der „Lingner Gartenstadt“ integriert würden. Da es für die neuen Gebäude noch keine Entwürfe gibt, könne man die Robotron-Fenster von vornherein einplanen, so Hahndorf.

Die bunten Bleiglas-Mosaike im Robotron-Gebäude „Atrium I“ ziehen sich über alle sieben Etagen. Entworfen hatte sie seinerzeit Axel Magdeburg, der leitende Architekt des Robotron-Komplexes. Ausgeführt wurden die Kunstwerke 1970 durch die Dresdner Künstler Günter Gera und Gerhard Papstein.

Von Tanja Tröger

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