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Lokales Dresdner Nachwuchspaar tanzt bei WM in Leipzig
Dresden Lokales Dresdner Nachwuchspaar tanzt bei WM in Leipzig
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11:33 04.09.2019
Emily Matthies und Moritz Büttner trainieren für die Deutsche Meisterschaft in den Standardtänzen im Oktober in Leipzig. Quelle: André Kempner
Leipzig/Dresden

Profi-Tanzsport erleben, Promis bewundern und beim Publikumstanz selbst aufs Parkett gehen – das alles verspricht die Weltmeisterschaft der Profipaare in den fünf Standardtänzen am 19. Oktober auf der Neuen Messe. Die Lokalmatadore Oliver Thalheim und Tina Spiesbach sind zum zehnten Mal Gastgeber. In einer kleinen Serie blicken wir auf zehn Jahre Tanz-WM und EM in Leipzig.

Wie die Zeit vergeht, merkt man am stärksten an den Kindern. Seit 2010 holen Oliver Thalheim (41) und Tina Spiesbach (38) jedes Jahr die weltbesten Profitänzer zu Welt- und Europameisterschaften nach Leipzig. Und „nebenbei“ bilden sie an ihrer Tanzschule in Gohlis auch selbst junge Spitzenpaare aus. So wie Emily Matthies (16) und Moritz Büttner (17). Die beiden tanzen in der Jugend A, dem höchsten Level ihrer Altersklasse. Auf ihrem Niveau gibt es in Sachsen noch drei, vier gleichwertige Paare – weltweit ungefähr 80. Derzeit konzentrieren sie sich voll und ganz auf die Deutsche Meisterschaft in den Standardtänzen am 5. Oktober in der Leipziger Kongresshalle, wollen unter die besten Zwölf kommen. Und wenn das vorbei ist, dürfen sie mal ausprobieren, wie es sich auf Weltmeister-Parkett anfühlt: Bei der WM am 19. Oktober auf der Neuen Messe werden Emily und Moritz im Rahmenprogramm ihr Können zeigen. Dort treffen sie die vierfachen Weltmeister Dimitry Zharkov und Olga Kulikova, die sie „mega krass und sehr sympathisch“ finden.

Begeistert von den schönen Kleidern

Emily Matthies und Moritz Büttner mit ihrer Trainierin Tina Spiesbach. Quelle: André Kempner

Auf dem Tanzboden der Weltbesten wollen sie eines Tages ihren festen Platz erobern, aber das dürfte noch zehn bis 15 Jahre dauern. Wenn alles nach Plan läuft. „Man braucht ein großes Ziel, um die Momente zu überstehen, in denen man sich fragt, wozu man das alles macht“, sagt Emily. Moritz und sie verstehen sich gut, können sich aufeinander verlassen, sind wie Geschwister. Sie ist fordernd und impulsiv, ihr Gas-Geben macht ihn manchmal erst munter. Er dagegen ist ruhig und zielstrebig, hat auf sie eine beruhigende Wirkung.

Als die erste Tanz-WM 2010 in Leipzig über die Bühne ging, hatten die beiden gerade mal den Schulanfang hinter sich. „Angefangen habe ich mit neun Jahren. Weil mir die Glitzerkleidchen so gefallen haben“, berichtet Emily. Schon damals, beim ersten Training, habe sie gesagt: „Ich möchte Weltmeisterin werden!“ Inzwischen besitzt sie drei großartige Kleider für Standard und zwei für Latein.

Pendeln zwischen Leipzig und Dresden

Moritz tanzt seit zehn Jahren, vorher hat er Eishockey gespielt. Er wohnt in Dresden und wurde erst vor anderthalb Jahren Emilys sportlicher Partner – vorher hatten beide andere Tanzpartner. Auf diesem Niveau ist es sehr schwer, jemanden Gleichwertiges zu finden. Deshalb pendeln beide nun ständig zwischen Dresden und Leipzig, fünf- bis sechsmal pro Woche, in Spitzenzeiten täglich. In Leipzig trainieren sie Standard bei Tina Spiesbach, in Dresden Latein bei Julia Luckow. Moritz fährt meist mit dem Zug, Emily wird meist gefahren. Unterwegs oder spät am Abend nach dem Training kümmern sie sich um ihre Schulaufgaben. Zeit für Freunde oder einfach mal zum Film gucken bleibt eigentlich nie. Moritz ist in der 12. Klasse und macht nächstes Jahr Abitur, Emily geht in die 11. Klasse der Neuen Nikolaischule. Sie will Medizin studieren und Chirurgin werden, während er zur Physiotherapie tendiert.

Ohne Eltern läuft nichts

„Ohne unsere Eltern könnten wir das gar nicht machen“, betonen beide. Vor allem die Mütter stecken viel Zeit und auch Geld in den Leistungssport ihrer Kinder. Teuer sind vor allem die privaten Trainerstunden bei Topstars des Tanzes. Die Eltern fahren mit zu Turnieren und Trainingscamps, die auch schon mal in Prag oder Wien, Stuttgart oder Heilbronn stattfinden. Unterwegs verbringen sie den ganzen Tag miteinander – sie müssen sich also auch gut verstehen. Emily und Moritz haben ältere Schwestern, die deutlich weniger Zeit von den Eltern bekommen. Auch dafür muss die ganze Familie Verständnis aufbringen, nach dem Motto „Alle für einen“.

Langer Weg an die Spitze

Ihre Trainerin Tina Spiesbach, einst selbst mit Oliver Thalheim unter den fünf weltbesten Paaren, ist sich sicher, dass da noch viel geht: „Die beiden haben viel geschafft, sich extrem schnell entwickelt. Vom vorletzten Platz beim ersten gemeinsamen Turnier bis unter die Top 10 oder sogar Top 5 in Deutschland.“ Wenn sie gesund bleiben, wenn sie ihr Studium mit dem Sport unter einen Hut bekommen, kann es für ihre Schützlinge noch viel weiter nach oben gehen: „Das Potenzial haben sie. Aber es ist ein langer Weg, den nur wenige auf sich nehmen.“

Workshop in der LVZ-Kuppel

Auch in diesem Jahr heißt es: Wir machen Sie fit für die Tanz-WM! Oliver Thalheim und Tina Spiesbach von der Tanzschule Oli & Tina richten am Sonntag, dem 22. September, von 11 bis 12.30 Uhr einen Workshop in der LVZ-Kuppel aus. Teilnehmen können insgesamt 15 Paare. Wichtig ist, dass alle Vorkenntnisse mitbringen, damit es für alle ein spannender Kurs wird. Beim Workshop sollen Langsamer Walzer und der Klassiker Discofox vertieft werden.

Und das Beste: Alle Teilnehmer können wenig später auf dem WM-Parkett zeigen, was sie drauf haben. Denn die Gewinnerpaare erhalten als besonderen Bonus Tickets für das Event am 19. Oktober auf der Neuen Messe. Dort können sie beim Gästetanz selbst auf das Parkett gehen.

Bitte bewerben Sie sich bis 15. September kurz per E-Mail an folgende Adresse: gewinnspiele@lvz.de; Stichwort: Tanzworkshop

Viel Erfolg! Bitte beachten Sie bei der Teilnahme unsere Informationen zur Datenverarbeitung unter www.madsack.de/dsgvo-info. 

Von Kerstin Decker

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