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Lokales Dresdner Kult-Wrestler „Waschbär“ hängt Pelz an den Nagel
Dresden Lokales Dresdner Kult-Wrestler „Waschbär“ hängt Pelz an den Nagel
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11:29 11.07.2019
Der Dresdner Laurenz Domschke hat sich als Wrestler eine große Fangemeinde erarbeitet. Nun hängt er seine Karriere als Kampfsportler an den Nagel.
Der Dresdner Laurenz Domschke hat sich als Wrestler eine große Fangemeinde erarbeitet. Nun hängt er seine Karriere als Kampfsportler an den Nagel. Quelle: Janice Mersiovsky
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Dresden

Aus und vorbei: Der Dresdner Kult-Wrestler „Der Waschbär“ hat seinen Pelz an den Nagel gehangen. Im Alter von 23 Jahren beendet Laurenz Domschke seine Karriere als Kampfsportler. Zuletzt hatte der junge Kämpfer Hunderte treue Fans, die ihm zu seinen Kämpfen im In- und im angrenzenden Ausland hinterher reisten und vor seinen Auftritten laut sangen: „Heh, wir wollen den Waschbär sehen.“ Zuletzt erklang die Hymne zur Bunten Republik in der Neustadt, im Hof einer Wurstbraterei. Domschke hat nach eigenen Angaben darauf verzichtet, seinen Abschied allzu opulent zu inszenieren. Seinen Fans war das Finale freilich nicht entgangen.

Träume von der großen Karriere beerdigt

„Ich bereue keinen Tag als Wrestler, aber nun ist genug“, sagt Laurenz Domschke abgeklärt. Die wichtigsten Kampfuntensilien hat er an seine Fans versteigert. Seine einstigen Träume von der ganz großen Karriere als Show-Ringer hat der Dresdner beerdigt - halb freiwillig, halb von der Vernunft getrieben. Täglich mehrfaches Training und dazu ein Job als Umzugshelfer spüre der Körper irgendwann eben, räumt der junge Mann ein. „Außerdem wäre die Geschichte der Figur des ‚Waschbären‘ früher oder später ausgereizt gewesen.“ Denn wichtige Bestandteile der Showkämpfe sind Dramaturgie und Choreographie. „Der Waschbär“ sei immer der sympathische Part im Ring gewesen. Ob man dem einstigen Waldorf-Schüler auch eine „böse“ Figur abgekauft hätte, bleibt nun unbeantwortet.

Laurenz Domschke ohne Kampfmontur. Er hat sich für ein Studium entschieden. Quelle: Lars Müller

„Laurance Roman“ war erster Stagename

Domschke blickt zurück: Mit 14 Jahren habe er mehr und mehr Gefallen am Wrestling gefunden, erinnert er sich. „Anfangs habe ich mit Kumpels im Hof gerauft. Wir haben das nachgespielt, was wir im Fernsehen bei der American Wrestlern abgeschaut haben.“ Mit 16 Jahren begann er bei der Dresdner Wrestling-Schule mit professionellem Training und stand ein Jahr später schließlich als „Laurance Roman“ das erste Mal vor Publikum im Ring. Mit einer Größe von 1,71 Meter und einem Kampfgewicht zwischen 70 und 80 Kilogramm erfüllte Domschke zumindest nicht die üblichen Klischees der Wrestler, die durchaus gerne einmal einen knappen halben Meter größer und doppelt so schwer sind. Trotzdem hat sich der Dresdner sechs Jahre lang wacker geschlagen.

Studium gegen Wrestling getauscht

Sport wird im Leben von Laurenz Domschke weiterhin eine große Rolle spielen. Demnächst beginnt er bei einem Dresdner Fitnessstudio ein duales Studium zum Fitnessökonom. „Ich kann dort viele Erfahrungen aus meinem bisherigen Trainingsalltag einbringen“, ist er überzeugt. Die große Bühne, die er bei seinem Show-Kämpfer als Wrestler hatte, werde ihm nicht fehlen. Und wenn doch? Immerhin hat er die Geschichte vom „Waschbären“ so beendet, dass eine Rückkehr in ein paar Jahren nicht unglaubwürdig wäre. „Derzeit glaube ich nicht daran“, sagt Laurenz Domschke.

Von PS