Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresdner Hündin will bei der World Dog Show in Leipzig abtauchen
Dresden Lokales Dresdner Hündin will bei der World Dog Show in Leipzig abtauchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:52 10.11.2017
Immer auf dem Sprung: Noxi bereits sich aufs „Dog Diving“ vor.
Immer auf dem Sprung: Noxi bereits sich aufs „Dog Diving“ vor.  Quelle: VDH
Anzeige
Dresden

 Als Sabine Gruner aus Cossebaude am 20. August 2016 mit ihrem belgischen Schäferhund „Noxi“ das erste Mal in Leipzig die Hund- und Katz-Messe besuchte, war es ein heißer Tag. Noxi hatte sich den ganzen Tag lang von Ausstellern begutachten lassen und durfte sich zur Belohnung beim kostenlosen „Dog Diving Training“, dem Hundetauchen, abkühlen. Dabei müssen Hunde von einer Art Sprungbrett so weit wie möglich ins Wasser springen und ein Spielzeug holen. Damals hätte Gruner nie gedacht, dass diese Teilnahme für Noxi im wahrsten Sinne des Wortes ein Karriere-Sprung werden würde.

Noxi qualifizierte sich direkt für das „Dog Diving Tunier“ und verschaffte sich unerwartet gleich den 14. Platz. Nun, zwei Jahre später, hat sie sich am Mittwoch durch einen 5,20 Meter weiten Sprung eine von zehn „Wild Cards“ und damit die Teilnahme an der Europameisterschaft im „Dog Diving“ gesichert, die am Wochenende in Leipzig ausgetragen wird. In der sächsischen Messestadt finden bis Ende der Woche zwei Hundeausstellungen und zahlreiche Wettkämpfe mit über 31 000 Hunden statt. Die Europameisterschaft im „Dog Diving“ beginnt am Sonnabend und Sonntag jeweils 10 Uhr – Noxi nimmt am Samstag gegen Mittag teil.

Sabine Gruner mit ihrer Goenendael-Hündin Noxi. Quelle: Dietrich Flechtner

Die Hündin ist drei Jahre alt und stammt aus einer tschechischen Leistungszucht. Ihre Mutter absolvierte die Hüte-, der Vater die Schutzhundprüfung. Einige Wochen, nachdem Gruner den belgischen Schäferhund bei sich aufgenommen hatte, erlitt ihr Mann einen Schlaganfall. Gruner ließ Noxi zunächst zeitweise von einem Hundekindergarten betreuen, sammelte dann jedoch wieder die Kraft, das Tier selber zu erziehen. „Es ist wie mit dem ’Bitte und Danke’-Sagen bei Menschen – Erziehung muss man von Anfang an machen, auch bei Hunden“, erklärt sie. Schon früh übte ihr Haustier etwa die Fährtensuche. Der disziplinierte Welpe habe in den Monaten darauf die Begleithundprüfungen eins bis drei absolviert und arbeitet derzeit mit einer Leipziger Schäferin und seinem Frauchen zusammen an der Hüteprüfung im sogenannten „Continental Style“. Auch an Agility-Wettkämpfen, dem Hindernislauf für Tiere, nehme die Rüdin ein Dutzend Mal im Jahr teil.

Gruner ist seit 40 Jahren mit ihren Hunden zur Vorbereitung der Wettkämpfe im Hundesportverein am Galgenstein – auch mit Noxi. Für die Europameisterschaft im Dog Diving habe sie den Hund jedoch kaum trainiert. „Für uns ist das nur Gaudi“, erklärte die Hundehälterin. „Wenn sie darauf keine Lust hat, ist das auch okay“. Ihre Besitzer seien lediglich ab und zu mit ihr nach Feldberg zu einem Bootssteg gefahren und hätten sie vier bis fünf mal springen lassen, aber dabei sei es „mehr um das Spielen gegangen, denn Noxi badet gerne“ meint Gruner. Da ihr Tier praktisch ohne Training an der „Dog Diving„-Europameisterschaft teilnehme, dann sei das so, „als ob man als Dorffußballer zu Bayern München geht“, sagt sie. Deshalb erhofft sie sich nicht viel von der Teilnahme an der EM – nur Spaß für sich und ihren Hund.

Schade sei es, wenn Hundehalter den Wettkampf zu ernst nehmen würden. „Manche Leute binden ihren Windhunden einen Schal um den Kopf, weil sie denken, dass es blöd aussieht, wenn die Ohren nass werden“, erzählte sie. Noxi komme am Sonnabend um 11 Uhr zur Ausstellung und nehme erst gegen Mittag am Wettkampf teil, damit sie vor den Juroren nicht nass erscheine.

Tausende Rassehunde aus aller Welt sind seit Mittwoch in Leipzig zu Besuch. Bei der „World Dog Show“ sollen 24 800 Hunde aus aller Welt begutachtet werden. Juroren küren dabei die besten Hunde aus 280 Rassen. Die Tiere treten in verschiedenen Klassen gegeneinander an. Allein bei den Dackeln kämpfen in Dutzenden Durchgängen mehr als 900 Tiere um die Titel. Für die Halter bedeutet eine Prämierung Vorteile bei der Zucht. Auch Gruner denkt darüber nach, ihren belgischen Schäferhund einmal zur Zucht anzumelden.

Von Katharina Jakob

11.11.2017
Lokales Der Dresdner FDP-Kreisvorsitzende Holger Hase vor dem Parteitag - „Vorgezogene Neuwahlen? Schaffen wir nicht!“
11.11.2017