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Lokales Dresdner Gymnasium mit klarem Plan für Digitalisierung
Dresden Lokales Dresdner Gymnasium mit klarem Plan für Digitalisierung
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09:39 22.11.2018
Schulleiterin Kerstin Ines Müller und Lehrer Daniel Mühlhause vom Gymnasium Pieschen haben im Bundeskanzleramt in Berlin bei Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) ihre Digitalisierungsstrategie vorgestellt. Quelle: privat
Dresden

Das Gymnasium Pieschen sieht sich bei seiner Digitalisierungsstrategie bislang nur unzureichend von der Landeshauptstadt unterstützt. „Leider ist die Landeshauptstadt Dresden als Schulträger sehr zurückhaltend“, erklärte Schulleiterin Kerstin Ines Müller gegenüber DNN.

Das Gymnasium hat sich gerade den Beinamen „Schule mit vertiefter Medien- und Informatikbildung“ gegeben und strebt ein entsprechende Ausstattung an. Interessante Erfahrungen konnte die Schule dazu kürzlich bei einem Treffen mit Digitalisierungsministerin Dorothee Bär in Berlin machen.

Einzige Vertreter aus Sachsen

Die CSU-Politikerin, die sich formal exakt Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für die Digitalisierung nennt, hatte etwa 30 Lehrer aus 15 Schulen in Deutschland eingeladen. Das Gymnasium Pieschen sei die einzige Schule aus Sachsen und neben einer Einrichtung aus Sachsen-Anhalt die einzige aus Ostdeutschland gewesen.

Staatsministerin Dorothee Bär (links) begrüßt zu einer Veranstaltung „Digitale Medien in Schulen" Vertreter aus 15 Schulen in Berlin. Darunter waren auch Lehrer vom Gymnasium Pieschen. Quelle: Lene Münch

Laut Schulleiterin Müller waren sich alle Schulvertreter über die Anforderungen bei der digitalen Ausstattung der Schulen einig: „Breitbandanschluss, WLAN getrennt für Schüler und für Lehrer auf dem gesamten Gelände, ein Cloudlösung – LernSax ist da schon ganz gut –, ausreichend offene PC-Arbeitsplätze im Schulhaus, mehrere PC-Kabinette für Informatikunterricht, ausreichend Tabletkoffer für den mobilen Einsatz im Fachunterricht, in jedem Klassenzimmer ein großes Display beziehungsweise interaktive Beamer und unbedingt kompetenter externer Support, da Lehrer die Administration und Pflege nicht leisten können und müssen.“ An der Pieschener Schule werden die Computer momentan durch den Englischlehrer gepflegt.

„Landeshauptstadt sehr zurückhaltend“

Müllers Gymnasium soll im Sommer – wenn der Komplex rechtzeitig fertig wird – auf den Schul-Campus an der Gehestraße ziehen. „Auf unserem neuen Campus streben wir genau diese Ausstattung an, leider ist die Landeshauptstadt Dresden als Schulträger hier sehr zurückhaltend“, erklärte Müller. Bei Ministerin Bär in Berlin habe sie weitgehend Zustimmung zu den Vorstellungen der Schulvertreter wahrgenommen.

„Ich bin begeistert über die Vielzahl der Konzepte und Ideen, die ich heute gehört habe! Das waren hervorragende Beispiele, wie die Digitalisierung auch in die Klassenräume kommen kann“, hatte Bär nach dem Treffen erklärt. Digitales Verständnis und Umgang mit neuen Medien seien Zukunftskompetenzen, die bisher leider an vielen Schulen noch zu wenig vorkämen.

Plattform für gute Beispiele

„Daher werde ich mich dafür einsetzen, eine Online-Plattform zu schaffen, über die diese guten Beispiele verbreitet werden können.“ Man brauche nicht überall das Rad neu zu erfinden, sondern könne Dinge, die gut funktionieren, auch von anderen übernehmen. „Das kann ein kleiner Beitrag sein, um unsere Schulen schneller zukunftsfähig zu machen“, sagte die Ministerin.

Gruppenfoto mit Ministerin: Dorothee Bär (mitte) hatte zur Veranstaltung „Digitale Medien in Schulen“ eingeladen. Quelle: Lene Münch

Schulleiterin Müller hat klare Vorstellungen über die digitale Entwicklung an ihrer Schule: Dazu gehöre unter anderem eine „verstärkte Medienbildung in den Jahrgangsstufen 5 und 6, um die Schüler auf einen kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit Daten, Geräten und dem Internet vorzubereiten“. In diesen Klassen sollte es mobile Tabletlösungen geben, um den Forderungen des Lehrplanes zum digitalen Lernen nachzukommen. „Ab Klasse 8 wollen wir vom Schulträger für jeden Schüler als Dauerleihgabe ein Tablet, um schulisches und häusliches Lernen zu verbinden.“ Unter anderem ersetze das Tablet den Taschenrechner, habe digitale Lehrbücher und Wörterbücher, ermögliche den Einsatz von Sensoren im naturwissenschaftlichen Unterricht...

„Das gibt es nur bei uns“

„Außerdem können Schüler ab der 8. Klasse das IT-Profil mit 3 Stunden pro /Woche belegen, um sich vertieft mit Informatik zu beschäftigen und eventuell einen Leistungskurs „Informatik“ in der 11. und 12. Klasse zu belegen. „Das gibt es bisher nur bei uns“, sagte Müller. Dabei gehe es um Kompetenzen für das Berufsleben und die Förderung von Mädchen im IT-Bereich. „Bei allen Überlegungen geht es nicht um den Einsatz um der Technik willen, sondern es wird immer vom Primat des Pädagogischen ausgegangen und muss einen Mehrwert für den Lernprozess der Schüler bringen“, stellte die Gymnasiumsleiterin fest.

Die Schule hatte sich selbst an die Staatsministerin gewandt und daraufhin die Einladung zum Erfahrungsaustausch erhalten. Müller: „Manche andere Schulen in der Berliner Runde waren wesentlich besser ausgestattet, konzeptionell sind wir aber sehr weit.“

Erfahrungen für Digitalgipfel

Bär will nach eigenem Bekunden die Ergebnisse der Veranstaltung im Kanzleramt nicht nur mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und der Kultusministerkonferenz teilen, sondern auch im Rahmen des Digitalgipfels den Dialog mit den zuständigen Akteuren aufnehmen, wo unter anderem das Thema digitale Bildung vorangetrieben werde. Der Digitalgipfel – vormals Nationaler IT-Gipfel – findet am 3. und 4. Dezember in Nürnberg statt. Er gilt als die zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels. Die Dresdner wollen dran bleiben. „Wir freuen uns auf eine erneute Einladung der Staatsministerin im kommenden Jahr, um den Austausch fortzusetzen“, erklärte Müller. Frau Bär habe das bereits zugesichert.

Von Ingolf Pleil

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