Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresdner Gericht schickt dreisten Dieb ins Gefängnis
Dresden Lokales Dresdner Gericht schickt dreisten Dieb ins Gefängnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:16 25.09.2019
Das Gericht schickte den Mann für ein Jahr und acht Monate ins Gefängnis. Quelle: dpa/Volker Hartmann
Dresden

Angeklagte müssen im Gegensatz zu Zeugen vor Gericht nichts sagen. Sie schweigen, können abwiegeln und sogar lügen. Manchmal fragt sich der Beobachter allerdings, ob sie wirklich glauben, dass jemand ihnen ihre abstrusen Einlassungen abnimmt. Azim M. ist so ein Kandidat.

Der 45-Jährige hat ein gespaltenes Verhältnis zu „Mein“ und „Dein“. Sprich: Er klaut wie ein Rabe und lässt seine Wut, wenn ihm was nicht passt, auch am Eigentum anderer aus. Seine Erklärungen dazu sind ein Sammelsurium von Ausreden.

Versehen, Missverständnisse und Stürze

So hatte er beispielsweise zwei Türen einer Arztpraxis demoliert, weil er kein Rezept für bestimmte Medikamente bekam: „Ich habe nicht gegen die Türen getreten, ich habe sie nur geschlossen“, behauptete er nun vor Gericht. Außerdem warf er eine Schnapsflasche in die Glasscheibe einer Haltestelle und entglaste sie komplett. Die Erklärung: „Ich wollte die Flasche in eine Mülltonne werfen. Kann sein, dass ich vorbeigeworfen habe.“

Die Attacke auf einen Rettungssanitäter, der ihm helfen wollte: „Ich war betrunken und habe wohl das Gleichgewicht verloren und ihn etwas geschubst.“ Bei Primark Kleidung für 13 Euro bezahlt und für 175 Euro geklaut: „Ich bin mit den Sachen nur raus, um einen Freund zu fragen, ob der mir Geld geben kann.“

In einem Geschäft ließ er Elektrorasierer und Zahnbürsten für 700 Euro mitgehen: „Ich wollte die Sachen nur meiner Freundin zeigen, die woanders einkaufen war. Sie sollte entscheiden, was ich kaufe. Ich wäre zurückgekommen.“

Das Gericht glaubte all diesen Ausreden nicht und schickte ihn für ein Jahr und acht Monate ins Gefängnis. Denn Akzim M. hatte sich im großen Stil quer durch Dresden geklaut und stets Waren für mehrere Hundert Euro in seine mitgebrachten großen Tüten gepackt: Markenparfüms, Rasierer, Kosmetik, Kleidung. Manchmal ging es gut, oft wurde er erwischt.

Dreist: Raubzug nach wenigen Tagen wiederholt

Bei TK Max soll er laut Anklage an einem Tag 25 Paar Sportschuhe für 1250 Euro gestohlen haben. Stimmt nicht, es waren nur neun Paar, behauptete der 45-Jährige. „Ich hatte nur zwei Tüten mit, die wären da gar nicht alle reingegangen.“ Da von der Firma niemand zur Verhandlung erschien, konnte die Sache nicht geklärt werden und das Gericht ging von neun Paar aus. Besonders dreist: Wenige Tage danach ging er dort wieder auf Diebestour und packte Kleidung für 500 Euro ein.

Einige Taten räumte der Angeklagte ein. „Ich war betrunken und stand unter Drogen. Ich habe ja gestohlen, um die für Drogen und Alkohol zu verkaufen.“

Der Pakistaner kam im September 2015 nach Deutschland. Er ist in seinem Heimatland zwar verheiratete, hat hier aber außerdem eine Freundin und mit ihr auch ein gemeinsames Kind. Deshalb, so Akzim M. bekäme er wohl einen Aufenthaltstitel. „Ich würde sie ja auch heiraten, aber ich habe doch keine Papiere.“

Von Monika Löffler

26,56 Euro pro Quadratmeter? Das ist selbst in München eine Wuchermiete. Die Landeshauptstadt Dresden zahlte diese Miete für Wohnungen in Löbtau und Striesen, um dort Asylbewerber unterzubringen. Und das Monate vor Beginn der Flüchtlingskrise.

25.09.2019

Kann ein Kraftwerk mehr sein als eine Maschinenhalle mit zwei Schornsteinen und vorgelagerten Büros? Ja, sagt die Gestaltungskommission und fordert die Dresdner Stadtwerke auf, in Reick ein mutiges Zeichen zu setzen. Die planen derzeit aber ganz anders.

24.09.2019

Die Mainzer Künstlerin Nikola Jaensch beseelt Fundstücke: Zeitungsausschnitte, Autographen, Fotos, Briefe, Schnittmusterbögen, Notenblätter, sie stickt Titel, umnäht Papiere. Ihre Arbeiten sind in der galerie drei zu sehen.

24.09.2019