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Lokales Dresdner Forscher machen die Abfallflüsse von Krebsgeschwüren sichtbar
Dresden Lokales Dresdner Forscher machen die Abfallflüsse von Krebsgeschwüren sichtbar
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18:26 28.04.2020
Mit der neuen Methode sollen verschiedene Krebsarten besser behandelt werden können (Symbolbild). Quelle: Britta Pedersen/dpa
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Dresden/Leipzig

Um Hirnkrebs und andere Tumore besser analysieren und behandeln zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) radiochemische Markierungen („Radiotracer“) entwickelt, die die Entsorgungsflüsse von solchen Geschwüren leichter sichtbar machen. Das geht aus einer Mitteilung des HZDR-Instituts für Radiopharmazeutische Krebsforschung hervor.

Denn wo Krebs wuchert, setzen sich bald eigene Stoffwechsel-Transportströme in Bewegung. Der Tumor agiert dabei wie eine Fabrik, die mit einer eigenen Lkw-Flotte Rohstoffe herankarrt und Abfälle wegschafft. So entsorgen beispielsweise „Monocarboxylat“ genannte Transportproteine das Stoffwechsel-Zwischenprodukt „Laktat“ aus den Krebszellen, die andernfalls übersäuern und absterben würden.

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Schnell große Mengen des Tracers produzieren

„Dieser Zusammenhang wurde bei einer Vielzahl von Tumortypen beobachtet“, berichtet Prof. Peter Brust. „Deshalb gelten sogenannte Monocarboxylat-Transporter hinsichtlich der Behandlung eines breiten Spektrums verschiedener Krebsarten als Schlüsselproteine, deren Manipulation zum Therapieerfolg führen kann“, erläutert der Abteilungsleiter für Neuroradiopharmaka an der HZDR-Forschungsstelle Leipzig. Die HZDR-Forscher haben deshalb einen auf diese Monocarboxylate geeichten Radiotracer synthetisiert, der mit dem strahlenden Fluor-Isotop 18F verbunden ist. Auch haben sie eine Methode entwickelt, um schnell große Mengen dieser „Radiotracer“ zu produzieren.

Diese kleinen Sender heften sich an die Transport-„Laster“ des Tumors wie eine elektronische Wanze an. Dabei ist es immer wichtig, die Balance zwischen einer zuverlässigen Diagnostik und einer geringen Strahlenbelastung für den Patienten zu finden. In „Positronen-Emissions-Tomographen“ (PET) können die Peilsender dann sichtbar gemacht werden. Mediziner können damit sehen, wo sich Gewebe krankhaft verändert und dann eine geeignete Therapie dagegen heraussuchen.

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Von hw

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