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Lokales Dresdner Experten tüfteln an den Ideen für morgen
Dresden Lokales Dresdner Experten tüfteln an den Ideen für morgen
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12:44 23.11.2017
Im KFZ-Technikum der HTW Dresden arbeiten die Experten an Systemen, die für das autonome Fahren notwendig sind. Dazu gehört auch die Abtastung der Umgebung per Laserscanner.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Es sieht aus wie in einem Spielparadies für große Jungs. Futuristische Fahrzeuge, Lasertechnik und sogar echtes Lego schmücken die großen Forschungsräume an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), in denen Toralf Trautmann und sein zehnköpfiges Team an Autos von morgen werkeln. Aktuell dreht sich bei ihnen alles um die „Augen“ zukünftiger Fahrzeuge. „Das Problem am autonomen Fahren ist, dass die Autos alles selbstständig erkennen müssen. Straßen, Fahrbahnmarkierungen, Gebäude und andere Verkehrsteilnehmer. Nur so kann die Sicherheit im Straßenverkehr garantiert werden“, erklärt Trautmann.

Deshalb erproben der Professor für Kfz-Mechatronik und seine Mitstreiter derzeit den Einsatz von Lasertechnik, die die komplette Umgebung rund um das Auto scannen kann. So können Objekte in Echtzeit wahrgenommen und über eine Software auch identifiziert werden. Zusätzlich werden die gesammelten Umgebungsdaten mit 3D-Karten abgeglichen und die genaue Position des Fahrzeuges in seinem Umfeld bestimmt. Die entsprechende Software dazu wird gerade ebenfalls an der HTW entwickelt.

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Toralf Trautmann und sein Team von der HTW Dresden tüfteln an der Vision der Zukunft :autonomes Fahren. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Erprobung bereits bekannter Technologien für den Alltag

Das ist aber eher die Ausnahme, denn in den Projekten von Trautmann wird in der Regel nicht an neuer Technik geforscht. „Die Entwicklung der Systeme findet bei den Kfz-Herstellern statt. Der Großteil unser Arbeit dreht sich um Tests bis zur Praxistauglichkeit“, erklärt der Professor. Auch die Technik der Laserscanner ist schon alt, Fahrzeuge der Firma Google scannen so schon seit Jahren die Umgebung. Doch nun spielt diese Technologie in den Projekten von Toralf Trautmann eine wichtige Rolle.

Dafür steht den Experten seit dem Sommer auch eine große Teststrecke für autonomes Fahren zur Verfügung. Dort liegt der Fokus vor allem auf der Erprobung der verschiedenen Systeme wie Spurhalter, Notbremsassistenten oder eben der Scantechnik. Dafür stellt beispielsweise BMW auch Testfahrzeuge vom Modell i3 zur Verfügung. Auf diesen ist die Lasertechnik verbaut und wird nun Schritt für Schritt für eine Verwendung auf der Straße weiterentwickelt.

Die aktuellen HTW-Projekte in den Bereichen Lokalisierung mit Laserscannern und hochgenaue Ortung gehören momentan zur weltweiten Spitze. „Von einer Marktreife sind wir aber noch sehr weit entfernt“, erklärt der Professor. 2018 soll das erste Serienfahrzeug mit einem solchen Laserscanner auf dem Markt kommen, ein Audi A8. Dort ist aber nur ein Modul in der Front verbaut, was den Bereich vor dem Fahrzeug abdeckt und damit noch lange nicht für ein selbstständig fahrendes Auto sorgen kann.

„Neben der Lasertechnik gehören noch viele weitere wichtige Aspekte zum autonomen Fahren“, erklärt Trautmann. An programmierbaren Autos von Lego Technik simulieren die Forscher Fahr-
situationen wie Einparken, Spurwechsel oder Überholmanöver. Ein Kleinfahrzeug der Marke Renault Twizy haben die Pioniere bereits komplett umgebaut und mit autonomen Systemen ausgestattet. Hier soll zeitnah das Zusammenspiel von Fahrer und Auto sowie komplett selbstständiges Fahren erprobt werden. Neben praktischen Anwendungsgebieten in der Lehre bietet dieses Projekt so auch genügend Spielraum für die Arbeiten von Absolventen und Doktoranden.

Im HTW-Technikum forschen und arbeiten die Experten aber nicht nur am autonomen Fahren. Der Fokus liegt auch auf der Konstruktion von Karossen und Fahrwerken. „Für die Autos der Zukunft werden auch weiter passive Sicherheitsmechanismen eine zentrale Rolle spielen“, erklärt Trautmann. Ebenso arbeitet der Bereich Fahrzeugtechnik an modernen Antrieben und Elektrofahrzeugen. „Abgasreduzierung und ökologisch nachhaltige Antriebe leisten ebenso einen großen Beitrag zur Sicherheit – nämlich zur Gesundheit der Menschen.

Von Sebastian Burkhardt

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