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Lokales Dresdner Experten: Darum muss man vor Bienen keine Angst haben
Dresden Lokales Dresdner Experten: Darum muss man vor Bienen keine Angst haben
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13:21 14.03.2019
Bienen an Frühlingsblühern. Quelle: Bernd Lichtenberger
Dresden

Wer aufmerksam durch die Natur geht, hat sie längst gesichtet: Bienen. Sogar im Winter kann man auf einzelne Exemplare stoßen, weiß Tino Lorz, Vorsitzender des Imkervereins Dresden e.V.. Es handele sich dann um Honigbienen. „Sie überwintern als Volk von 5000 bis 10000 Tieren in einer großen Traube. Einzelne Bienen fliegen aber hin und wieder auch bei Schnee und Eis raus, um Wasser zu holen. Nicht alle Wasserholerinnen überleben das“, so der Imker.

Vorsicht mit der Wäsche!

Der wirkliche Flug der Honigbienen beginne aber erst im Frühling, wenn es warm genug ist. Am ersten sonnigen Tag mit über 15 Grad Celsius müsse man mit dem Reinigungsflug der Honigbienen rechnen. „Denn bis auf die Wasserholerinnen haben die Bienen den ganzen Winter über ihre Kotblase nicht entleert. Das tun sie dann bei ihrem Reinigungsflug. Wäsche sollte man also am ersten richtig sonnigen und warmen Frühlingstag lieber nicht raushängen“, empfiehlt Tino Lorz.

Wildbienen schlüpfen im Frühling

Im Gegensatz zu den Honigbienen leben Wildbienen solitär, bilden also keine Völker. „Die meisten Wildbienenarten sterben im Sommer, kurz nachdem sie ihre Eier in die Nester gelegt haben. Die Larven überwintern in der mit Nahrung angefüllten Brutzelle und schlüpfen erst im Frühling“, so Lorz. Er rechnet damit, dass das in etwa 14 Tagen, drei Wochen so weit sein wird.

Hummelköniginnen – „die intelligentesten unter den Bienen“

Hummeln, die auch zu den Wildbienen zählen, aber ähnlich wie Honigbienen in Nestern leben, kann man dagegen hin und wieder sogar im Februar schon mal sehen. Und zwar wenn die Königinnen auf der Suche nach Blüten und einer geeigneten Nisthöhle sind. Tino Lorz hält die Hummelköniginnen, die als einzige ihres Volkes den Winter überleben, für „die Intelligentesten unter den Bienen“. Doch warum? „Na sie machen, bis die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, alles alleine: Höhle suchen, Eier legen, Pollen und Honig sammeln, die Brut füttern.“

Alle Wildbienen stehen unter Schutz

Wildbienen gehören neben den Honigbienen zu den wichtigsten Bestäubern. „Pestizide und der Verlust von Lebensräumen und Nahrungsquellen machen ihnen allerdings das Leben schwer. Laut Roter Liste sind allein in Sachsen bereits 70,5 Prozent der über 400 heimischen Wildbienenarten in ihrem Bestand bedroht oder bereits ausgestorben. Aus diesem Grund sind alle Wildbienenarten vom Gesetzgeber unter besonderen Artenschutz gestellt. Sie dürfen weder gefangen, noch beim Nisten gestört oder gar getötet werden. Auch die Bienennester selbst stehen unter diesem besonderen Schutz und dürfen nicht zerstört werden“, so das Dresdner Umweltamt.

Gehörnte Mauerbiene Quelle: Mandy Fritzsche/LHD

Gehörnte und Rostrote Mauerbiene in Dresden besonders verbreitet

Etwa ein Viertel der Wildbienen niste überirdisch in Löchern und Hohlräumen. In Dresden besonders verbreitet, seien die „Gehörnte Mauerbiene“ und die „Rostrote Mauerbiene“. Letztere ist das Insekt des Jahres 2019.

Beide Arten würden gern vorgebohrte Löcher nutzen, um darin ihre Nester anzulegen. „Die Lochdurchmesser sollten zwischen drei und acht Millimeter variieren, um verschiedenen Arten eine Möglichkeit zum Nisten zu bieten“, heißt es aus dem Umweltamt weiter.

Rostrote Mauerbiene Quelle: Mandy Fritzsche/LHD

Bohrungen bei Nisthilfen ins Längsholz

„Für Nisthilfen aus Holz wird leider oft frisches, nicht abgelagertes Holz verwendet, die Bohrungen werden oft zu dicht gesetzt. So entstehen Risse, die von Wildbienen gemieden werden. Vorteilhaft sind Bohrungen ins Längsholz, anstelle ins Hirnholz von Baumscheiden, weil die Rissbildung damit vermindert wird“, informiert der Naturschutzbund. Er hält auf seiner Internetseite www.nabu.de Tipps parat, wie man eine Nisthilfe für Wildbienen am besten baut. Zudem gibt es im Buchhandel mittlerweile mehrere Bücher, die sich damit beschäftigen, wie man im Garten Insekten Lebensraum bietet.

Friedrich und Ella begutachten ein Bienenhotel. Mit viel Ausdauer hat ein Freund unzählige Löcher mit unterschiedlichem Durchmesser in ein Stück von einem Baumstamm gebohrt. Quelle: Catrin Steinbach

Männchen haben keinen Stachel

Ab März schlüpfen zunächst die Männchen der Mauerbienen und einige Tage später die Weibchen. „Die Männchen patrouillieren nach dem Schlupf um die Nesteingänge auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen. Sowohl diese stachellosen Männchen, als auch die später auftauchenden, nestbauenden Weibchen sind absolut friedlich“, erklärt Harald Wolf, Sachbearbeiter Artenschutz im Umweltamt.

Die meisten Wildbienen nisten in Erdlöchern

Die meisten Wildbienen seien allerdings bodennistend. „Sie wählen normalerweise Erdlöcher an spärlich bewachsenen Bodenstellen zum Nestbau. Da die Weibchen einzeln nisten, bleibt das bei den meisten Arten vollkommen unbemerkt“, so das Dresdner Umweltamt. „Es gibt aber einige Bienenarten, die zwar solitär, aber in Kolonien nisten. Zu diesen gehören verschiedene Sandbienenarten, etwa die Zottelbiene sowie die in Dresden sehr häufige, auf Weiden spezialisierte, Frühlings-Seidenbiene. Auch solche Gruppen von Nestern bleiben normalerweise unentdeckt. Wären da nicht die paarungswilligen Männchen, die im Frühling oft in großer Zahl um die Nester der Weibchen schwirren.“

Angst vor Angriffen unbegründet

Besagte Bienenmännchen besitzen keinen Giftstachel, betont Harald Wolf aus dem Umweltamt noch einmal. „Die stacheltragenden Weibchen sind dagegen kaum wahrzunehmen, da sie von ihrem Sammelflug heimkehrend möglichst schnell in ihren Nestern verschwinden. Man erkennt sie an den dicken Pollenpaketen an ihren Hinterbeinen.“ Angst vor Angriffen sei auch bei ihnen unbegründet, da sie niemals direkt Menschen angreifen würden.

Stachel der Wildbienenweibchen haben keinen Widerhaken

„Zu Stichen kommt es ausschließlich, wenn so ein Wildbienenweibchen gequetscht wird. Da deren Stachel aber meist sehr dünn und nicht, wie bei der Honigbiene, mit einem Widerhaken versehen ist, bleibt es selbst bei solchen seltenen Stichen bei einem leichten Piks.“

Auch die abgegebene Giftmenge sei viel geringer und in ihrer Zusammensetzung weniger aggressiv als bei Honigbienen. Deshalb gebe es keinen Grund, Wildbienen zu fürchten.

Von Catrin Steinbach

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