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Lokales Dresdner Elektronikzentrum wird Sensorchip-Transferzentrum
Dresden Lokales Dresdner Elektronikzentrum wird Sensorchip-Transferzentrum
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19:45 22.10.2019
Mit im Boot ist auch das Unternehmen Globalfoundries. Im Bild: Mitarbeitern Lisa Marie Eisner mit einem Test-Wafer. Quelle: dpa/Sebastian Kahnert
Dresden

Sensoren für ultrapräzise Werkzeugmaschinen, faltbare Elektronik und Mini-Scanner, die jede Tee-Sorte erkennen können: Die Technologieprojekte, an denen die Partner im Dresdner Leistungszentrum „Funktionsintegration für die Mikro-/Nanoelektronik“ arbeiten, sind zukunftsweisend. Deshalb wollen die Fraunhofer-Gesellschaft und das sächsische Wissenschaftsministerium diese Einrichtung nun zu einem „Transferzentrum“ machen.

Die Ingenieure bekommen dadurch die Chance, ihre bisherigen Forschungen in praktische Industrieprodukte „Made in Saxony“ umzuwandeln. Jährlich haben sie dafür 6,25 Millionen Euro zur Verfügung, finanziert durch Fraunhofer, den Freistaat und die Industriepartner.

Ressourcen bündelt

Diese neue Entwicklungsstufe werde „den Technologiestandort Dresden voranbringen“, prognostizierte Prof. Hubert Lakner, Direktor des federführenden Fraunhofer-Photonikinstituts IPMS. „Das Leistungs- und Transferzentrum vernetzt die Entwicklungs- und Fertigungsressourcen hier vorbildhaft“, ergänzte Elektrotechnik-Prodekan Prof. Karlheinz Bock von der TU Dresden. „Dadurch kommt für jedes Projekt das beste Team zusammen.“

Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer hatte die Dresdner Hightech-Schmiede im Sommer 2015 gegründet, um einen Nachteil der deutschen Mikroelektronik wett zu machen: Zwar gibt es hier hochspezialisierte Forschungsknoten für viele Elektronikthemen. Doch sie sind verstreut und die Schlagkraft eines Halbleiterkonzerns wie Intel oder hochdotierter nationaler Forschungszentren wie Cea-Leti in Frankreich und Imec in Belgien fehlt. Das Dresdner Leistungszentrum soll daher die weit verteilten deutschen Ressourcen bündelt.

Dafür haben sich die Fraunhofer-Institute IPMS, Enas, Eas und Assid, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden sowie die Technischen Unis Dresden und Chemnitz zusammen getan. Hinzu kamen Globalfoundries, NXP, TDK, X-Fab, Huawei, Siemens und andere Industriepartner.

Aus Projekten sollen Produkte werden

Auch neue Firmen sind entstanden: Die Sentry GmbH etwa vermarktet die im Leistungszentrum entstandene „Universelle Sensorplattform“, mit der auch kleine Unternehmen ohne eigene Chip-Entwicklung Sensoren entwerfen können. Die Produktion übernimmt dann Globalfoundries Dresden.

Und die IPMS-Ausgründung „Hyperscan“ hat einen Mini-Scanner für Apotheken entwickelt, basierend auf Mikrospiegel-Chips aus Dresden. Mit diesen kleinen Geräten können Apotheker binnen Sekunden die chemische Zusammensetzung von Salben, Arznei-Grundstoffen oder Tees ermitteln. „Die Geräte können sogar das Anbaugebiet und das Erntejahr der Tees erkennen“, berichtet der IPMS-Chef.

Im nun entstehenden Transferzentrum wollen die Partner solche Pfade weiterverfolgen: Aus Projekten sollen Produkte werden. Koordinator Lakner hofft, spätestens dann auch den Bund als Finanzier mit ins Boot holen zu können. Denn was er formen will, ist mehr als ein Impulsgeber von regionaler Bedeutung: Er will ein nationales Forschungs-Netzwerk für die Mikroelektronik knüpfen, das es mit den Großen Branche weltweit aufnehmen kann.

Von Heiko Weckbrodt

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