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Lokales Dresdner Briten: Run auf deutsche Staatsbürgerschaft
Dresden Lokales Dresdner Briten: Run auf deutsche Staatsbürgerschaft
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07:11 15.04.2019
Seit Jahresbeginn ist auch in Dresden die Zahl der Einbürgerungsanträge von hier lebenden Briten enorm gestiegen. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Dresden

Nun also Brexit zu Halloween Ende Oktober. Ob das die gut 100 000 Briten, die in Deutschland leben, freut, mag dahingestellt bleiben, Fakt ist: Klare Regelungen für die Zeit danach fehlen.

Viele Anfragen im Rathaus

Das ewige Hin und Her mit dem Brexit verunsichert auch die in Dresden lebenden Briten zunehmend. Im Rathaus häufen sich die Anfragen, erklärt Sprecher Kai Schulz gegenüber DNN. Viele wollten wissen: Wie geht es weiter? Was muss ich tun, um weiterhin hier leben und arbeiten oder studieren zu können?

Deshalb habe die Abteilung Staatsangehörigkeits- und Ausländerangelegenheiten des Bürgeramtes der Stadt im Februar 2019 alle 348 in Dresden lebenden Briten angeschrieben und aktuelle Informationen zum Brexit weitergereicht. Dies, so Schulz, betreffe sowohl Hinweise zum Aufenthaltsrecht wie auch zur Möglichkeit einer Einbürgerung.

Enormer Anstieg bei Anträgen auf Einbürgerung

Die Anträge dafür seien zuletzt rasant gestiegen. Allein im März 2019, dem ursprünglichen Austrittsmonat des Vereinigten Königreichs, haben sich hier 49 Briten dafür interessiert, deutsche Staatsbürger zu werden. Zum Vergleich: Vom Referendumsjahr 2016 an bis zum Februar 2019 hat es insgesamt nur 54 Anträge gegeben (siehe Tabelle). Allerdings ist die Erfolgsquote vergleichsweise gering: Von den insgesamt 103 Anträgen seit 2016 wurden nur 38 bewilligt.

Kaum Probleme im Dresdner Jobcenter

Einzelne deutsche Kommunen wie Kleve und Berlin haben ja inzwischen damit begonnen, Briten regelmäßig fließende Sozialleistungen zu entziehen und diese für die Zeit des Übergangs monatlich neu antragspflichtig zu machen. Für das Dresdner Jobcenter und die Dresdner Agentur für Arbeit ist das jedoch ein extrem übersichtliches Problem, denn beide Behörden haben jeweils weniger als drei Briten zu betreuen. „Genauer wird das bei uns nicht aufgeschlüsselt“, erklärt Sprecherin Grit Löst, „ weil sonst Rückschlüsse auf die Personen möglich wären. das verbietet der Datenschutz.“

Seit 2016, dem Jahr der Brexit-Abstimmung, hat die Zahl der Anträge auf Einbürgerung von Briten, die in Dresden leben, zugenommen. Im März dieses Jahres gab es einen regelrechten Ansturm. Quelle: Stadt Dresden

Bei einem ungeregelten Brexit, der inzwischen ja weniger wahrscheinlich geworden ist, würden die Briten ihre Rechte als EU-Bürger verlieren und nach einer Übergangsphase von drei Monaten wie Bürger von Drittstaaten behandelt. Heißt, wer noch nicht länger als fünf Jahre in Deutschland lebt, müsste eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen, Sozialleistungen würden eingestellt. Auch die Arbeitserlaubnis wäre komplizierter zu regeln – je nach Bundes- und Landesvorschriften. Und unklar wäre dann, ob Berufsabschlüsse oder z.B. Führerscheine noch gelten.

Käme Ende Oktober dieses Jahres der vertraglich ausgehandelte Austritt Großbritanniens aus der EU, würden deutlich längere Übergangsfristen gelten, auch Arbeitserlaubnisse, Ein- und Ausreisemodalitäten etc wären moderater geregelt.

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Von Barbara Stock

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