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Dresden Lokales Mit diesem Dresdner Bier-Sommelier alles über das Bier erfahren
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21:01 25.05.2019
Philipp Reichardt Quelle: Anja Schneider
Dresden

„Was Wein kann, kann Bier schon lange“, findet Philipp Reichardt. „Wie intensiv und abwechslungsreich Wein schmecken kann, wissen viele Genießer. Aber so verhält es sich auch mit Bier. Bestehend aus vier Grundzutaten, ist die Bandbreite der Aromenkombinationen sogar um ein Vielfaches höher, als beim Wein“, weiß der 34-Jährige.

Er muss wohl etwas davon verstehen – denn seit 2018 ist er Bier-Sommelier. Vorher hat er bereits eine dreijährige Ausbildung zum Brauer absolviert. „Besonders an meinem Beruf ist für mich, dass ich den Prozess der Bier-Veredelung bis zum Ende begleiten kann“, sagt der Bierkenner. Herausfordernd sei es, dabei sauber zu arbeiten. „Der Braualltag besteht zu 70 Prozent darin, Anlagen zu reinigen. Und natürlich in der Einhaltung des Reinheitsgebots“, erklärt der Brauer.

Ein Schwank Bier-Geschichte

Die Geschichte des Bierbrauens hat viel mit Frauen zu tun. „Denn gebraut wurde früher zuhause in der Küche“, verrät der Bier-Sommelier. „Also Danke an die Frauen – sonst wären wir Männer heute aufgeschmissen“, sagt er schmunzelnd.

Welches Wasser, welchen Hopfen, welches Malz und welche Hefe man für den Brauprozess wählt, beeinflusst die Aromen des Biers maßgeblich. „Einige Bierstile sind beispielsweise nur aufgrund des regionalen Härtegrades des vorhandenen Wassers entstanden“, erzählt der Bierexperte. Aber neben regionalen Wasserunterschieden machen auch die Hopfensorten der verschieden Herkunftsregionen einen Unterschied. „Gerade diese Eigenschaften machen die Bierstile von Klein- und Privatbrauereien so einzigartig“, so der Brauer.

Trinken mit allen Sinnen

Entscheidend beim Biertrinken seien vor allem unsere Sinne. „Es ist faszinierend, wie man Bier wahrnehmen kann. Riechen, fühlen, schmecken – das ist für das Trink-Erlebnis entscheidend“, weiß Reichardt. Um die gesamte Aromenwelt eines einzigen Bieres erkunden zu können, sei es wichtig, zu wissen, wie man Aromen erkennt und welches Sinnesorgan dafür zuständig ist. „Während einige Aromen ausschließlich mit der Zunge aufgenommen werden können, sind andere wiederum nur mit der Nase erkennbar“, meint der Bierliebhaber.

Durch die Ausbildung zum Bier-Sommelier könne er das Hopfengetränk nun viel komplexer verkosten. „Den Geschmack kann ich jetzt ganz anders analysieren, etwa Fehlaromen bestimmen – denn Fehler, die beim Brauprozess gemacht wurden, äußern sich geschmacklich“, so der 34-Jährige. Generell könne man übrigens sagen, dass sich der Biergeschmack in Deutschland ändert. „Das Helle ist in den neuen Bundesländern eindeutig auf dem Vormarsch“, sagt der Experte.

Bier studieren

Seine Kenntnisse gibt Reichardt nun in einer dreiteiligen Seminarreihe im Brauhaus Watzke weiter. Die drei Veranstaltungen „Biergenießer“, „Bierversteher“ und „Bierexperte“ sollen aufeinander aufbauend spezielles Wissen über das Hopfengetränk vermitteln.

Das erste Seminar „Biergenießer“ startete Anfang April und widmet sich den Klassikern der Bierwelt: Helles, Pilsner und Exportbier. Es gibt einen kleinen Exkurs in die Geschichte der Braukunst, Teilnehmer erlernen verschiedene Verkostungstechniken. Ab Mitte des Jahres beginnt dann die zweite Seminarstufe, bei der internationale Biersorten verkosten werden. Interessierte können dabei Techniken lernen, mit denen sie Aromen aus einem Bier herausriechen und -schmecken können. Ende des Jahres schließt das dritte Seminar die Reihe ab, in dem die „Bierexperten“ dann die Aromen und den Geschmack von Bier im Zusammenhang von Speisen verbinden sollen. Philipp Reichardt freut sich schon: „Ich hoffe, dass ich die Menschen mit meiner Neugierde und Faszination für Bier anstecken kann.“

Info: Teilnahmegebühr 29 Euro pro Person. Weitere Infos unter watzke.de.

Von Annafried Schmidt

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