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Lokales Dresdner Arzt gibt Tipps gegen Schlaflosigkeit im Sommer
Dresden Lokales Dresdner Arzt gibt Tipps gegen Schlaflosigkeit im Sommer
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10:43 30.07.2018
Kinderklinik Oberarzt Andreas Lachnit vom Städtischen Klinikum Dresden-Neustadt Quelle: Steffen Fuessel, Städtisches Klinikum Dresden
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Dresden

Die beste Basis für einen guten Start in den Tag ist ein erholsamer Schlaf in der Nacht zuvor. Doch selbst der wird zur Herausforderung, wenn draußen tropische Temperaturen herrschen. Gerade Dachgeschossbewohner hatten es in den vergangenen Tagen nicht leicht, aber auch hitzegeplagte Kinder quengeln oft an Sommerabenden und halten die Eltern auf Trab. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, die Schlafsituation im Hochsommer angenehmer zu gestalten. Und einige Dinge, auf die man vor dem Einschlafen besser verzichten sollte, verrät Kinderarzt und Mitarbeiter im Schlaflabor der Kinderklinik Dresden-Neustadt, Andreas Lachnit, auf Anfrage der DNN.

Räume tagsüber abdunkeln

Die ideale Raumtemperatur liegt nachts bei etwa 16 bis 18 Grad Celsius. „Dann fühlt sich der Körper am wohlsten“, weiß der Oberarzt. Doch in den Sommermonaten heizen sich die Räume selbstverständlich mehr auf. „Am besten reduziert man die Umgebungstemperatur schon einige Zeit vor dem Einschlafen. Mann kann die Räume tagsüber abdunkeln und gegen Abend gut durchlüften“, erklärt Lachnit. Zur Temperaturregulierung verlassen sich viele Menschen auf eine Klimaanlage oder einen Ventilator. Die sollte man allerdings nur einschalten, bis man tatsächlich schläft. „Die kühle Zugluft trocknet die Schleimhäute sonst zu sehr aus und kann zu Erkältungen oder Bindehautentzündungen führen“, so Lachnit.

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Wer im Dachgeschoss schläft, sollte nach Möglichkeit zum Nächtigen an einen kühleren Ort, wie in den Keller, umziehen. Doch auch andere Alternativschlafplätze sind denkbar: „Gerade für Kinder ist es ein Erlebnis, im Freien zu schlafen.“ Deshalb wäre es denkbar, im Garten zu zelten oder sich auf der Terrasse oder dem Balkon zu betten. „Meine eigenen Kinder lieben das.“ Ansonsten empfiehlt der Mitarbeiter des Schlaflabors, den Nachwuchs eine Stunde später als üblich ins Bett zu schicken. „Gegen 19.30 Uhr ist es im Sommer einfach noch zu warm und zu hell. Da sollte man ruhig mal ein Auge zudrücken und gerade die Ferienzeit für etwas spätere Schlafzeiten nutzen, wenn die Kinder morgens nicht so früh aufstehen müssen.“ Auch Erwachsene können unbesorgt später schlafen gehen: “Im Sommer stellt sich der Biorhythmus so um, dass wir circa eine Stunde weniger Schlaf benötigen“, meint Lachnit.

Kalte Duschen machen dem Körper zu schaffen

Gerade im Sommer wachen die Menschen allerdings erwiesenermaßen häufiger nachts auf. Deshalb ist es auch wichtig, vorher noch viel zu Trinken. „Die Flüssigkeit ist sehr wichtig für die Temperaturregelung, auch im Schlaf“, sagt Lachnit. Wer denkt, dass er dadurch erst recht häufiger aufstehen müsste, um die Toilette aufzusuchen, der irrt. „Es ist eher der Fall, dass man durch zu wenig Flüssigkeit im Körper aufwacht, damit man etwas trinken kann“, klärt der Arzt den Irrtum auf. Nicht ratsam sei hingegen – gerade bei großer Hitze – der klassische Schlummertrunk. „Alkohol kurbelt bekanntlich die Stoffwechselprozesse an – so kann der Körper nicht richtig zur Ruhe kommen. Spirituosen sind als Schlafmedizin absolut kontraproduktiv, auch wenn man sich zunächst dadurch etwas müder fühlen mag“, erklärt er. „Tatsächlich wird die Temperaturregulierung dadurch stark beeinträchtigt und man kann sich bei großer Hitze noch schlechter akklimatisieren.“

Aber auch Menschen, die abends sehr kalt duschen um sich abzukühlen, erschweren ihrem Körper den Temperaturausgleich. Dieser versuche sich dadurch anschließend wieder aufzuwärmen – Ein Teufelskreis. „Das Duschwasser sollte nicht all zu kalt sein und man sollte sich danach gut abtrocknen. Gegebenenfalls könnte man die Haare leicht feucht lassen, um den Körper etwas zu erfrischen.“ Dazu könne man ruhig auch nackt oder mit dünner Bekleidung schlafen oder die Bettdecke weglassen. Menschen die nachts viel schwitzen sollten nach Rat des Mediziners auf Leinenstofftücher oder dünne Baumwollstoffe für die Bettwäsche sowie eine geeignete Matratze zurückgreifen. „Einige geben Feuchtigkeit nach der Aufnahme besser ab, als andere. Das Mikroklima im Bett ist ganz wichtig.“

Mittagsschlaf medizinisch nicht sinnvoll

Durch seine Arbeit im Schlaflabor stellte Dr. Lachnit auch fest: Im Sommer träumen Menschen weniger. Dabei geht es nicht um die Art der Träume oder was wir darin erleben. Viel mehr ist die Länge und Intensität der Schlafphasen betroffen, die auch von der Umgebungstemperatur abhängt und durch Hitze eingeschränkt wird. Bei den Patienten im Labor konnte dies über die Hirn- und Herzströmung sowie das Atemmuster, welche über Verkabelungen in den verschiedenen Schlafstadien beobachtet werden, bestätigt werden. „So verarbeiten wir im Sommer vermutlich kognitive Lernprozesse, die im Traumschlaf entstehen, etwas weniger“, berichtet der Oberarzt. Wer meint, keine erholsame Nacht hinter sich zu haben, könne dann im Notfall auch mal eine Siesta einlegen. Von einer täglichen Routine rät er jedoch ab: „Mittagsschlaf ist zwar für das Gemüt gut, ist schlafmedizinisch jedoch nicht sinnvoll.“ So sollten Menschen, die abends Probleme beim Einschlafen hat, lieber kurz vorher Entspannungsübungen machen, empfiehlt Lachnit stattdessen.

Von Katharina Jakob