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Lokales Dresdner Arzt: „Logische Erklärungen helfen Betroffenen nicht“
Dresden Lokales Dresdner Arzt: „Logische Erklärungen helfen Betroffenen nicht“
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16:29 21.09.2019
Professor Markus Donix Quelle: Uniklinikum
Dresden

Der Weltalzheimertag am 21. September schafft jährlich Aufmerksamkeit für die Erkrankungen, bei denen das Gedächtnis nicht mehr mitspielen will. Aber ist Demenz überhaupt das gleiche wie Alzheimer? Und wie kann Betroffenen geholfen werden? Professor Markus Donix erklärt im Interview, was im Gehirn passiert und warum Arztserien nicht immer daneben liegen.

Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?

Demenz beschreibt einen längerfristigen, mindestens seit sechs Monaten bestehenden und fortschreitenden Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit, der nicht dem Lebensalter angemessen ist und zu Alltagseinschränkungen führt. Demenz ist keine eigenständige Erkrankung, sondern eine Folge verschiedener Erkrankungen, die zur Demenz führen können. Die häufigste Ursachen für die Entwicklung einer Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung.

Was passiert im Gehirn bei diesen Erkrankungen?

Bei der Alzheimer-Erkrankung bilden krankhafte Eiweiße im Gehirn Verklumpungen, so genannte Amyoid-Plaques und Neurofibrillen, wodurch Nervenzellen untergehen. Da die Alzheimer-Erkrankung in einem Teil des Gehirns beginnt, der für das Gedächtnis wichtig ist, ist die Kurzzeitgedächtnis-Störung ein typisches frühes Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung. Eine andere häufige Ursache für Demenz sind Durchblutungsstörungen im Gehirn, beispielsweise durch Schlaganfälle oder schweren Bluthochdruck. Dabei werden natürlich auch Nervenzellen geschädigt und die betroffene Person kann dement werden, das nennt man dann vaskuläre, also eine durchblutungsbedingte Demenz.

Welche Altersgruppen betrifft das?

Demenzerkrankungen vor dem 50. Lebensjahr sind sehr selten. Zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr sind etwa ein Prozent der Menschen dement, bei 90-Jährigen können es über 30 Prozent sein.

In Arztserien wird mitunter gezeigt, dass man sich testen lassen kann, ob man eine Veranlagung hat, an Alzheimer oder Demenz zu erkranken. Gibt es so etwas auch in der Realität?

Nur bei sehr seltenen Demenzformen kann das in der Realität vorkommen. Zum Beispiel bei der extrem seltenen „familiären“ Form der Alzheimer-Erkrankung ist eine vorhersagende Testung möglich, die ein Facharzt für Humangenetik machen kann. In den betroffenen Familien haben meist in mehreren Generationen Menschen bereits deutlich vor dem 50. Lebensjahr eine Alzheimer-Erkrankung. Bei der „normalen“ Form der Alzheimer-Erkrankung oder der vaskulären Demenz ist eine Testung auf Veranlagungen nicht sinnvoll. Auch hier gibt es zwar Risiko-Gene, also Veranlagungen, die müssen aber nicht zum Ausbruch der Erkrankung führen. Ihre Bestimmung hat keine Behandlungskonsequenz.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Erkrankte?

Für die Alzheimer-Erkrankung oder die Demenz bei der Parkinson-Erkrankung existieren Medikamente. Sie können das Fortschreiten der Erkrankungen nicht verhindern, aber verlangsamen. Für alle an Demenz erkrankten gilt, dass regelmäßige körperliche Bewegung und geistige Anregung, also Gespräche führen, Interesse behalten, Neues erlernen oder Lesen ebenfalls das Voranschreiten bremsen können. Beides sollte regelmäßig und mit Freude erfolgen.

Haben Sie Tipps für Angehörige oder andere Außenstehende, wie sie die Betroffenen unterstützen können?

Angehörige können motivieren zur geistigen und körperlichen Anregung, gemeinsam mit den Betroffenen aktiv sein. Hilfestellungen sollen, wenn erforderlich, gegeben werden. Bei schweren Formen der Demenz, wenn ein eigenständiges Leben nicht mehr möglich ist, oder Verhaltensstörungen auftreten, ist eine wertschätzende und liebevolle Grundhaltung mit Akzeptanz der Einbußen wichtig. Diskutieren oder logisches „Erklären“, zum Beispiel wenn ein Betroffener seine Wohnung oder Angehörige nicht mehr erkennt, sind nicht hilfreich.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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